Apfel-Tatscher und Pilz-Grübler

11. Juli 2018 22:42; Akt: 12.07.2018 00:25 Print

Das sind die nervigsten Obst-Shopper im Laden

Kampfzone Frischeabteilung: Im Supermarkt beobachtet man Kunden oft bei Dingen, die man lieber nicht gesehen hätte. Eine kleine Typologie.

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In den Schweizer Detailhändler tummeln sich viele Konsumenten, die beim Einkaufen von Gemüse und Früchten tatschen, quetschen und riechen, was das Zeug hält. Das nervt die anderen Kunden. 20 Minuten nennt die gängigsten Typen – mit einem Augenzwinkern: Ist die Avocado zu hart? Ist sie zu weich? Das findet dies Käuferin heraus, indem sie jede Avocado einzeln aus dem Körbli nimmt und per Daumendruck genaustens prüft. Jeder Apfel im Offenverkauf wird genau inspiziert. Eine braune Stelle? Eine asymmetrische Form? Geht gar nicht – und der Apfel landet inklusive Fingerabdrücken wieder im Regal. Endlich ist wieder Melonen-Saison – doch sind sie auch reif? Dieser Typ erinnert sich an Mamis Tipp: Einfach an beiden Enden gut schnüffeln – riecht er etwas, kann er die Melone kaufen. Frische Champignons im Offenverkauf sind oft dreckig und haben Erdreste dran. Also grübelt dieser Typ in der Kiste rum, um die sauberen Pilze in der richtigen Grösse zu finden. Oder er greift gleich mit mit der Hand in die Kiste, um eine Faust voll Pilze zu nehmen. Sie will vorbildlich sein. Bananen, Zwiebeln oder Chilis landen ganz sicher nicht in einem umweltschädlichen Raschelsäckli. Darum pappt sie das Kleberli mit dem Preis nach dem Wägen direkt aufs Obst oder Gemüse. Die Sprösslinge – und zwar alle drei – kommen selbstverständlich mit in den Supermarkt. Schliesslich ist Papi-Tag, und da kann man seinen Nachwuchs schon mal herzeigen. Das Problem: Die Kinder rennen in alle Richtungen und erkunden die Härdöpfel, die Rüebli und den Salatkopf mit den Händen.

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In der Obst- und Gemüseabteilung in Schweizer Supermärkten geht was: Plastikverpackungen werden zunehmend reduziert; entweder lassen sie die Händler bald ganz weg, oder sie setzen auf umweltfreundlichere Alternativen wie Graspapier oder Banderolen.

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Was sich aber nicht ändert, sind die Konsumenten in der Frischeabteilung. Gerade beim Obst- oder Gemüsekauf tatschen, quetschen und riechen viele, was das Zeug hält – sehr zum Ärger der anderen Kunden.

20 Minuten nennt die gängigsten Typen – mit einem Augenzwinkern:

Die Avocado-Quetscherin
Ist die Avocado zu hart? Ist sie zu weich? Das findet die Käuferin heraus, indem sie jede Avocado einzeln aus dem Körbli nimmt und per Daumendruck genaustens prüft. Diese Taktik wendet sie übrigens auch bei Kiwis an. Die malträtierten Früchte, die ihrem Test nicht standhalten, legt sie natürlich kaltblütig wieder zurück. Letztlich nimmt sie gar keine und kauft die perfekte Avocado im Bioladen nebenan.

Die Apfel-Tatscherin
Jeder Apfel im Offenverkauf wird genau inspiziert. Eine braune Stelle? Eine asymmetrische Form? Geht gar nicht – und der Apfel landet inklusive Fingerabdrücken wieder im Regal. Ihr schlechtes Gewissen, dass andere Kunden nun angetatschte Äpfel kaufen müssen, hat sie schnell beruhigt. Waschen muss man das Obst ja ohnehin.

Der Melonen-Schnüffler
Endlich ist wieder Melonen-Saison – doch sind sie auch reif? Dieser Typ erinnert sich an Mamis Tipp: Einfach an beiden Enden gut schnüffeln – riecht er etwas, kann er die Melone kaufen. Dass der Kunde danach eine Melone mit nach Hause nehmen muss, die schon Nasenkontakt mit einem Fremden hatte, ist diesem Typen egal. Die Schale isst man ja nicht.

Der Pilz-Grübler
Frische Champignons im Offenverkauf sind oft dreckig und haben Erdreste dran. Trotzdem will er natürlich nicht unbedingt den Champignon mit der dicksten Erd-Kruste für den Salat, die Pizza oder die Pasta-Sauce. Sonst müsste er die Pilze ja mühsam abwaschen. Also grübelt dieser Typ in der Kiste rum – auch, um die richtige Grösse zu finden. Oder er greift gleich mit mit der Hand in die Kiste, um eine Faust voll Pilze zu nehmen. Dabei plumpsen diese natürlich links und rechts auf den Boden. Wieder aufheben? Ach nein, das macht dann ja das Verkaufspersonal.

Die Kleberli-Sünderin
Sie will vorbildlich sein. Bananen, Zwiebeln oder Chilis landen ganz sicher nicht in einem umweltschädlichen Raschelsäckli. Darum pappt sie das Kleberli mit dem Preis nach dem Wägen direkt aufs Obst oder Gemüse. Was gut gemeint ist, rächt sich an der Kasse: Auf dem Weg dorthin ist das Kleberli längst von der Banane gefallen, und die Kassierin muss zur Waage rennen. Oder das Preisschild wurde so eng um die Chili gewickelt, dass der Preis nicht gescannt werden kann. Der Stau an der Kasse ist vorprogrammiert.

Der Laisser-faire-Papi
Die Sprösslinge – und zwar alle drei – kommen selbstverständlich mit in den Supermarkt. Schliesslich ist Papi-Tag, und da kann man seinen Nachwuchs schon mal herzeigen. Das Problem: Die Kinder rennen in alle Richtungen und erkunden die Härdöpfel, die Rüebli und den Salatkopf mit den Händen. Der Laisser-faire-Papi schaut grosszügig darüber hinweg; Zurechtweisung gehört nicht zu seinem bindungsorientierten Erziehungsstil. Umso mehr müssen sich die anderen Kunden auf die Zunge beissen, die die kullernden Härdöpfel dann aufheben müssen.

Haben wir einen Typen vergessen? Dann erzählen Sie es uns in der Kommentarspalte.

(vb/dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zoey123 am 11.07.2018 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastiksäckli

    Was ist an Nr. 7 so schlimm? Für ein Apfel, Avocado und co. brauche ich sicher kein Plastiksäckli!!!!

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  • Bedenklich.. am 11.07.2018 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    H. Eller

    Als wären die Früchte sauber und keimfrei nach Ernte und Transport.. also bitte! Da braucht sich wohl keiner über ein paar Fingerabdrücke zu beschweren.. Und ich gehöre auch zu den Kläberli-auf-Frucht-Kleber, klappt immer einwandfrei und ich finde es bedenklich, dass Ihr euch darüber lustig macht, zumal Ihr ja erst gerade selbst über die schlimmen Auswirkungen von Plastikabfall berichtet habt!

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  • AvicadoJoe am 11.07.2018 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Avocado Bingo

    Sorry, aber Avocados auf gut Glück kaufen ist ja reines Bingo. Nur ein sehr teures Bingo! Die meisten sind leider nicht genießbar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruth am 12.07.2018 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier

    Mich ekelt der offenverkauf , seien es Früchte, Gemüse oder Brot. Gemüse kann man waschen, aber das Andere

    • Tz Tz am 12.07.2018 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruth

      Haben sie das Gefühl,das das eingepackte Brot steril eingepackt ist. Träumen sie weiter. Soviel zur Plastik Einsparung. Und bei gewissen Gemüse und Obstsorten nützt das Waschen auch nicht viel,da die Pestizide schon in der Frucht vorhanden sind.

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  • Fadenspieler am 12.07.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Umsatz

    Ich arbeite im Verkauf und kenne alle diese Typen auch und für uns sind viele dieser Typen sehr ärgerlich,da es bei zu oft gequetschten Avocados,Mangos ect. sehr viel zu Abschreibungen kommt sprich zu Umsatz schwächung.

    • Hoi hoooi am 12.07.2018 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      Hoi

      Habe 15 Jahre im Verkauf gearbeitet und die meisten quetschungen kommen sicherlich nicht durch den Konsumenten zustande

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  • Alien am 12.07.2018 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humans...

    Meine Güte, was unsere Gesellschaft für Probleme hat. An anderen Orten gibts nicht mal Früchte oder Obst zu essen. Ausserdem sind die ganzen Pestizide bestimmt gesundheitsschädlicher als irgendwelche Fingerabdrücke. An alle Leute welche sich so darüber aufregen: Benutzt ihr ein Einkaufswagen? Habt ihr mal darüber nachgedacht wieviel Bakterien am Handgriff kleben? Das Geld was man zum bezahlen braucht ist bestimmt auch schon durch 1000000 hände gegangen?! Und nach dem bezahlen kratzt ihr euch im Gesicht oder sonst was. Also regt euch doch ab und kümmert euch um die richtigen Probleme der Welt.

  • alice am 12.07.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Probierts mal

    jeder kan was tun !ich nehme seid einiger Zeit ein Handschuh mit und das Stofsäckli vom Migros !in Fuerte ist der Handschuh Obligatorisch !kei Problem !Wasche Ihn ab und dann wieder in die Postertasche

  • Melonen Tony am 12.07.2018 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Bei Kiwis und Avocados muss man das einfach. Die Kiwis, die am Montag im Migros liegen sind immer sehr pfludrig. Wenn ich dann die pfludrigen nehme, sind die einfach nicht geniessbar und das nicht weil sie sehr weich sind, sondern weil sie im Geschmack nicht gut sind, sie schmecken gärig. Weiche Avocados sind innen dann immer braun. Wo ist das Problem mit dem Etikett auf der Frucht oder Gemüse? Mich nerven mehr die Rentner die über die Mittagszeit einkaufen müssen und ein Sack voll mit Fünfräppmer bezahlen und die Arbeitenden mit warten ihre Mittagspause opfern müssen.