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Flughafen Zürich
12. Juli 2012 19:46; Akt: 12.07.2012 19:48 Print
Pisten 28 und 32 sind zu kurz für schwere Flieger
von H. P. Arnold - Für die Umsetzung des Fluglärm-Deals mit Deutschland brauche es längere Pisten, stellen die Verantwortlichen des Flughafens Zürich fest. Sonst seien interkontinentale Flüge gefährdet.
Der Flughafen Zürich will bis zum Jahr 2020 zwei Pisten verlängern (Pfeile). (Bild: Google Maps)
Der Flughafen Zürich steht hinter dem vor zehn Tagen ausgehandelten Staatsvertrag mit Deutschland. Die Beschränkungen des Flugverkehrs am Abend und am Wochenende über Süddeutschland sei zwar alles andere als erfreulich, sagte Thomas Kern, Chef des Zürcher Flughafens, am Mittwoch vor den Medien. Letztlich sei dieser Staatsvertrag jedoch «ein umsetzbarer Kompromiss». Kern setzt darauf, dass das Abkommen in Deutschland (Bundestag und Bundesrat) sowie in der Schweiz (Nationalrat und Ständerat) abgesegnet wird.
Neue AnflugroutenDer Flughafen Zürich hat die Absicht, nach dem Jahr 2020 den Flugbetrieb wie folgt abzuwickeln: Unter der Woche soll frühmorgens von 6 bis 6.30 Uhr mit dem gekröpften Nordanflug über dem Aargau angeflogen werden. Ab 6.30 Uhr soll auf den Nordanflug umgestellt werden und ab 18 Uhr auf den Ostanflug. Tendenziell pro Flughafen
Schon zwei Mal haben sich die Zürcher Stimmberechtigten für die Interessen der Flughafenbetreiber ausgesprochen. Konkret: Sie haben Vorlagen abgelehnt, die den Flughafen eingeschränkt hätten. Zum letzten Mal im November 2011, als sie ein generelles Pistenausbauverbot mit 58,8 Prozent Nein-Stimmen verwarfen. Flughafen-Präsident Andreas Schmid vertraut auf das Volk. Ohne die Mehrheit der Bevölkerung lasse sich ein Flughafen nicht erfolgreich betreiben, sagte er am Rande der Medienorientierung. (sda)
Für die Umsetzung des Vertrages braucht es laut Kern längere Pisten. Deshalb forciert der Flughafen die Planung. Bis im Jahr 2020 wollen die Verantwortlichen dafür eine halbe Milliarde Franken investieren. Die Landepiste 28 und die Startpiste 32 müssten bis 2020 verlängert werden, damit diese auch schwere Flugzeuge benützen können.
Konkret soll die Piste 32 um 400 Meter nach Norden und die Piste 28 um 450 Meter nach Westen erweitert werden. «Die Verlängerung ist wegen dem Staatsvertrag zwingend», fordert Kern.
Priska Seiler Graf vom Dachverband Fluglärmschutz hält dagegen: «Die Erweiterung ist überhaupt nicht zwingend.» Bereits heute sei das Ost-Anflugregime machbar. Offenbar gehe es der Flughafenleitung um eine massive Kapazitätssteigerung.
Ohne Drehkreuz Arbeitsplätze in Gefahr
Ohne den Ausbau ist laut den Flughafenbetreibern die Hub-Funktion nicht mehr gewährleistet: Gemeint sind damit die zahlreichen kontinentalen und interkontinentale Direktverbindungen der Fluggesellschaft Swiss; sie sind für die Wirtschaft ein wichtiger Standortvorteil. Sprachrohr ist etwa der Verein «IG Flughafen Zürich», in dem über 100 Unternehmen vertreten sind. Eine Schweiz ohne Drehkreuz im Flugverkehr würde den Standort schwächen und damit Arbeitsplätze gefährden, argumentieren die Wirtschaftsvertreter. Internationale Unternehmen mit Präsenz in der Schweiz - zum Beispiel Google - verstärken ihr Lobbying für Direktverbindungen.
Volk soll entscheiden
Die Pistenerweiterung hat noch einen langen Weg vor sich. Der Zürcher Regierungsrat hat innerhalb des Verwaltungsrates des Flughafens Zürich ein Vetorecht. Ebenso darf sich der Zürcher Kantonsrat dazu äussern. Da nach einem positiven Entscheid ein Referendum wahrscheinlich ist, hat das Volks das letzte Wort.
Nach den vergangenen erfolgreichen Abstimmungen gegen die Beschränkung des Flughafenausbaus sind so wohl CEO Thomas Kern wie auch Flughafen-Präsident Andreas Schmid zuversichtlich. Falls das Zürcher Kantonsparlament einen Ausbau des Flughafens ablehnen würde, stehen Befürworter in den Startblöcken, um eine Volksinitiative zur Erweiterung zu lancieren.
Lärmteppich ist um zwei Drittel kleiner
Insgesamt bringe der neue Staatsvertrag wie auch die Übergangsregelung ab Ratifizierung mehr Fluglärm auf Schweizer Boden, hiess es an der Medienkonferenz. Allerdings gibt es mit Blick auf den starken Lärmpegel einen erfreulichen Gegentrend. Der Lärmteppich mit 60 und mehr Dezibel ist nämlich laut einer Studie innerhalb von 20 Jahren um zwei Drittel geschrumpft - dank leiseren Flugzeugen. Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, als die Zahl der Flugbewegungen in der selben Periode erheblich angestiegen ist.
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Alle 105 Kommentare

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Wozu verlängern?
Wenn ich mich noch richtig erinnere, war der erste A-380 Start im Januar 2010 auf der Piste 28! Der kürzesten von allen dreien also. Und wo ein Flieger starten kann, da kann er erst recht landen.
Mogelpacket
Nein zur Westpistenverlängerung,dann würde der Süden geschont ,das heisst alle Anflüge Morgens und Abends über Osten (Kloten,Bassersdorf etc.)
Zuzüger
Jeder der nicht schon mind. 60 Jahre in der "Lärmzone" wohnt, soll ruhig sein, denn der Flughafen war vorher da! Jeder im Grossraum Zürich profitiert auf die eine oder andere Art vom Flughafen.