Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Tageskarte Gemeinde
28. Februar 2011 12:28; Akt: 28.02.2011 15:11 Print
Der SBB-«Kannibale» boomt weiter
von Gérard Moinat - Sie sind der günstige Weg in den Zug – und den SBB ein Dorn im Auge: Die Tageskarten der Gemeinden. Auch teurere Preise lassen die Nachfrage nicht abreissen.
Wie viele «normale» Tageskarten die SBB an ihren Schaltern verkauft, will sie nicht sagen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)
Tageskarte Gemeinde
Die SBB lancierte die Tageskarte Gemeinde, um den öffentlichen Verkehr zu fördern. Dank den niedrigen Kosten und ergänzenden Angeboten wie Mobility wurde einerseits das Zugfahren attraktiver, andererseits konnten die Gemeinden ihren Service Public verbessern. Von den rund 2500 Gemeinden in der Schweiz gaben Ende 2010 gut 1190 Gemeinden die Tageskarte Gemeinde heraus. Die Bezugsmengen sind nach Einwohner gestaffelt:
- weniger als 2000 Einwohner : 2 Tageskarten
- 2000 – 9999 Einwohner: 5 Tageskarten
10 000 –49 999 Einwohner: 10 Tageskarten50 000 –99 999 Einwohner: 25 Tageskarten- über
100 000 Einwohner: 50 Tageskarten
Gemäss den Zahlen der SBB hielt der Preisaufschlag trotzdem nur wenige Gemeinden ab, ihren Bürgern diese Leistung anzubieten: Waren im November 2010 noch 4998 und im Dezember noch 4693 Tageskarten-Sets im Umlauf, reduzierte sich dieser Bestand im Januar 2011 nur unmerklich auf 4635. Dies, obwohl Hamsterkäufe bis zum 12. Dezember das Resultat verfälschten, bestätigt SBB-Sprecher Reto Kormann.
Über die Verkaufszahlen der herkömmlichen Einzel-Tageskarten, die Reisewillige am Bahnschalter kaufen können, schweigt sich die SBB aus. Kein Wunder: Die als Schnupperangebot gedachten Tageskarte Gemeinde sind ihnen ein Dorn im Auge. Denn sie ziehen vor allem Schnäppchenjäger an, weil sie auch mit der Preiserhöhung lediglich 34 Franken und so gut die Hälfte der regulären Tageskarten kosten. Die Benützung der 68-fränkigen Tageskarte bedingt gar den Besitz eines Halbtax-Abos; für eine Gemeinde-Tageskarte hingegen ist keines nötig. Das Angebot hat sich deshalb die unrühmliche Bezeichnung «Kannibale» der Tageskarte eingeheimst.
Ungebrochene Nachfrage bei Reservationsplattform
Doch ob die Gemeinden ihre Karten tatsächlich an den Mann beziehungsweise an die Frau bringen, darüber hat die SBB keine Kenntnis. Einen Anhaltspunkt gibt da die Reservationsplattform tageskarte-gemeinde.ch, auf der die Auslastung der Gemeinde-Tageskarten bei teilnehmenden Gemeinden abgerufen werden kann.
Gemäss der Betreiberfirma sind die Verkaufszahlen auch nach der Preiserhöhung und den verschärften Bedingungen ungebrochen hoch. «Die Tickets sind nach wie vor für die nächsten 14 Tage zum grössten Teil vergriffen», sagt Daniel Mettler, CEO der Betreiberfirma. Die Buchungssituation zeige sich heute gleich wie vor der Preiserhöhung: 50 bis 75 Prozent der Tageskarten der teilnehmenden Gemeinden sind ausgebucht.
Mit der Preiserhöhung hätten jedoch einzelne Gemeinden, etwa 1 Prozent der Plattform-Kunden, die Ausgabe von Tageskarten aufgegeben, so Mettler. Absolute Zahlen der täglich ausgegebenen Tageskarten kann er nur erraten. «Meine Schätzungen liegen jedoch bei rund 4000 Tageskarten schweizweit.»
Auslastung bei den Gemeinden nach wie vor hoch
Ein ähnliches Feedback erhält man auch von den ausgebenden Gemeinden. Die Auslastung ist schweizweit bei den meisten Angefragten stabil geblieben: So beispielsweise in Bubendorf BL, Schaffhausen SH, Quartierzentrum Wylerhuus Stadt Bern, Romanshorn TG, Bischofszell TG, Baar ZG oder Aarau AG.
Dies, obwohl viele Gemeinden mit der Preiserhöhung mitgezogen haben. In Bubendorf beispielsweise kostet eine Tageskarte Gemeinde seit dem 01. Januar 35 Franken — 2 Franken mehr als vorher. Die Gemeinde Baar erhöhte die Preise per 1. Dezember von 30 auf 32 Franken. Auch die Stadt St. Gallen konnte trotz einer Preiserhöhung von 38 auf 42 Franken seit Anfang Jahr ihre Auslastung beibehalten.
In der Stadt Zürich war im Januar die Auslastung der Gemeinde-Tageskarten gar so hoch wie nie. Dies, obwohl der Januar generell ein schwacher Monat sei und der Preisaufschlag von 4 Franken eins zu eins weitergegeben wurde. «Die Karten für Samstag sind jeweils für drei Wochen im Voraus ausverkauft», heisst es bei der Ausgabestelle der Stadt Zürich, ansässig im Stadtpavillon Urania auf dem Werdmühleplatz.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 58 Kommentare
































Auto = nicht günstig
Echt toll wenn alle aufs Auto umsteigen, dann bleibt mehr Platz für die Zugfahrer :) Ach ja, und ein Auto ist kein Fahrzeug sondern ein STEHzeug. Es ist teuer, teuer, teuer. Anschaffung, Benzin, Service, Versicherung, Verkehrssteuer, Parkplatz Wohnort, Parkplatz Arbeitsort, Amortisation... Und wieviele Leute sitzen gewöhnlich in einem Auto? 1 Person, nämlich der Fahrer. Achtet mal darauf, wenn ihr morgen zur Arbeit fahrt.
kopfschüttel
ist so nicht ganz richtig und von Vorurteilen geschwängert. Aber was solls.
Ich verstehe zwar die Aufregung, aber...
... da ich zu denen gehöre, die täglich Bus - Bahn - Bus benutzen für zur Arbeit, rentiert mein GA bereits allein dadurch. Da ich aber an Wochenenden auch mal sehr gerne Ausflüge mache, und ich bei langen Strecken immer nur die erste Klasse nehme, lohnt sich das GA erst recht für mich, und zwar mit Abstand. Aber ein Rechenbeispiel: Mein Heimatort nach Lugano, 1. Klasse, voller Preis, hin und zurück: 272.00 Franken! Mit GA und Tagesklassenwechsel (Multiklassenwechselkarte gekauft letzten Jahres): 27,50 Franken! Und dieses Ersparnis an einem Tag von 365! Für mich lohnt sich das GA so oder so
Teure SBB
Ich war kürzlich in Lausanne. Bezahlte für das Benzin ca 80 Franken. Macht 40 Franken pro Person Alles klar? Versicherung und Strassensteuer hätte ich auch gezahlt wenn das Auto vor dem Haus gestanden hätte.