Steigende Hypozinsen

06. Februar 2018 11:58; Akt: 06.02.2018 11:58 Print

Der Traum vom Eigenheim ist teurer geworden

von Dominic Benz - Die Kosten für Hypothekarkredite unterscheiden sich von Region zu Region. Zu den grossen Verlierern gehört Zürich.

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Im letzten Jahr sind die Zinsen für eine Hypothek gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr haben sie in allen Regionen in der Schweiz im Schnitt um 2 bis 18 Prozentpunkte zugelegt, wie der Hypothekenvermittler Moneypark ausgerechnet hat. Die Hypozinsen in der Schweiz variieren stark von Region zu Region. Welche Region auf welchem Platz liegt, sehen Sie im Ranking in den kommenden Slides. Am teuersten ist die Hypothek für das Eigenheim im (Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg, Jura). 2017 liegen die von den Banken offerierten Zinsen im Schnitt bei 1,295 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 15 Prozentpunkten. 2016 war das Mittelland bereits das Schlusslicht. In der (Waadt, Vallis und Genf) sind die Zinsen um 18 Basispunkte auf 1,269 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst. Die Region verlor damit drei Plätze. Die Region verzeichnete einen Anstieg von 15 Basispunkten. Die Hypozinsen lagen im letzten Jahr im Schnitt bei 1,238 Prozent. Damit verliert die Region seinen Spitzenplatz: 2016 war Zürich noch die attraktivste Region für die Eigenheimfinanzierung. In der mit den Kantonen Basel Stadt (im Bild), Basel Land und Aargau lagen die Zinsen um 7 Prozentpunkte höher bei 1,209 Prozent. Damit machte die Region zwei Plätze gut. Im zahlte man im letzten Jahr 1,205 Prozent Zinsen. Der Anstieg konnte nicht ermittelt werden, da die Region mangels statistisch relevanter Offerten in der letztjährigen Analyse ausgeklammert werden musste. Im Bild ist Lugano zu sehen. In der (Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug) waren die Zinsen um 9 Basispunkte höher bei 1,174 Prozent. Im Vorjahr lag die Region schon auf dem gleichen Platz. Am attraktivsten für Hypothekarnehmer war es im letzten Jahr in der Ostschweiz, also in den Kanton Glarus, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen (im Bild), Graubünden und Thurgau. Die Zinsen lagen bei 1,171 Prozent – das ist ein Plus von 2 Prozentpunkten. Wer eine Hypothek aufnehmen möchte, der sollte verhandeln. Allgemein gilt: Aufgrund der hohen Immobilienpreise sowie der strikten Vergabekriterien wird ein hohes Einkommen benötigt, um von Banken eine Hypothek zu erhalten. Wer sich dereinst den Traum des Eigenheims verwirklichen möchte, sollte deshalb schon früh mit Sparen beginnen. Für junge Familien ist das oft schwierig.

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Bei vielen steht eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus mit Garten zuoberst auf der Wunschliste. Um sich den Traum vom Eigenheim finanzieren zu können, nimmt man in der Regel bei einer Bank eine Hypothek auf. Die Kosten dafür sind im Schnitt allerdings in der ganzen Schweiz gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Hypothekenvermittlers Moneypark*, die 20 Minuten exklusiv vorliegt.

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Der Anstieg im Jahr 2017 war aber nicht überall gleich gross. So variieren auch die Zinsen stark. «Sowohl zwischen den Regionen als auch innerhalb der Regionen sind die Unterschiede erheblich», sagt Moneypark-Chef Stefan Heitmann auf Anfrage. Laut Analyse mussten im letzten Jahr Personen, die ein Eigenheim rund um Bern oder Genf kaufen wollten, am meisten bezahlen. Am billigsten waren die Hypozinsen in Ost- und Zentralschweizer Kantonen wie Schaffhausen, Thurgau oder Luzern und Zug.

Zürich verliert klar

Am stärksten sind die Zinsen über alle Laufzeiten hinweg im Schnitt in den Regionen Genf und Zürich gestiegen. So belegt Zürich 2017 in der Rangliste der attraktivsten Finanzierungsregionen nur noch den fünften Platz. Im Vorjahr war der Kanton auf dem ersten Rang. «Das starke Abrutschen des Kantons Zürich erstaunt», betont Heitmann. Auch die Region Genf fiel vom dritten auf den sechsten Platz.

Heitmann sieht einen Grund für die Verteuerung in Zürich unter anderem in der Konzentration von hochpreisigen Immobilien. «Bei hochwertigen Eigenheimen sind die Banken vorsichtiger und geben das Risiko mittels höherer Zinsen an den Kunden weiter.» Von einer Überhitzung des Immobilienmarktes könne aber nicht die Rede sein.

Loch im Portemonnaie

Obwohl die Unterschiede von Region zu Region teils nur einige Prozentpunkte ausmachen, kann das erhebliche Auswirkungen auf das Portemonnaie haben. So zahlten die Tessiner für eine 10-jährige Festhypothek im letzten Jahr durchschnittlich 1,27 Prozent und damit 14 Basispunkte weniger als im Mittelland. Demnach zahlte man laut Moneypark im Tessin für ein Hypothekarvolumen von 700'000 Franken rund 1000 Franken im Jahr weniger. Über die ganze Laufzeit der Hypothek gerechnet sind das Einsparungen von rund 10'000 Franken.

Auch innerhalb der einzelnen Regionen gibt es grosse Unterschiede bei den Zinsen. In der Genferseeregion und im Mittelland betrug die Differenz bei einer Hypothek für 10 Jahre jeweils knapp 0,7 Prozent, in Zürich rund 0,6 Prozent.

«Vergleichen lohnt sich»

Angesichts der Zins-Unterschiede ist es für künftige Hausbesitzer eine Herausforderung, die richtige Hypothek zu finden. Stefan Heitmann appelliert an die Kreditnehmer: «Sie müssen realisieren, dass nirgendwo die Zinsen in Stein gemeisselt sind.» Es lohne sich, Offerten zu vergleichen und nicht gleich das erste Angebot der Bank anzunehmen.

Auch für dieses Jahr geht Heitmann von leicht steigenden Zinsen aus. Grund ist die robuste Wirtschaftslage. Dennoch erwartet er anhaltend ein attraktives Zinsumfeld. «2018 dürfte für Hypothekarnehmer erneut ein sehr gutes Jahr werden», so Heitmann.

*Der Tamedia-Konzern, zu dem auch 20 Minuten gehört, ist an Moneypark beteiligt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 06.02.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte gut lesen

    Die Zinsen werde teuerer nicht die Immobilien...

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  • Markus Dellenbacher am 06.02.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Bank gehörts

    Eigentum gehört praktisch nie jemandem. Ich weiss viele hören das nicht gerne, aber es ist so ziemlich wie beim Auto-Leasing. Klar andere Umstände aber Kredit ist Kredit. So lernen es jedenfalls die nicht verblendeten.

  • Toni am 06.02.2018 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal schauen

    In der Schweiz sind die Immobilien sowieso zu teuer es wird bald eine Korrektur geben eher nach unten...Mieten und Eigentum werden senken! In der Schweiz zu leben ist es nicht mehr toll wie früher, weniger nachfragen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • denkendER am 07.02.2018 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne mich

    Mit dem eigenheim hals ich mir sicher keine probleme (Wohnsilo, doofe Nachbarn, der Hypothek hinterherrennen etc) auf! Entweder bleibe ich mieter oder kauf mir ne immobilie im ausland... Australien soll schön & erschwinglich sein und mit dem CH Standard mithalten können.

  • Andrea am 06.02.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Next Step ...

    Nach der Billag soll der Eigenmietwert unter den Hammer. So etwas gibt's niergendwo. Also, let's get ready

    • Reto am 07.02.2018 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andrea

      Aber die TV Gebühr gibt es fast überall - also ganz schlechter Vergleich!

    • Walter am 07.02.2018 00:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Andrea

      z.B. in Spanien und in Frankreich bezahlt man auch für selbstbewohntes Eigentum eine spezielle Steuer, heisst einfach nicht Eigenmietwert. Basis Katasterwert resp. Berechnung aufgrund qm2.

    • Walter am 07.02.2018 00:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      in FR kann man auf der Steuerklärung angeben, ob man einen TV hat oder nicht. Ist also noch nicht eine Zwangsgebühr.

    • Dexter am 07.02.2018 06:18 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt nicht

      In den USA bezahlt man jährlich 1-1.5% des Wertes als Haus steuer

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  • Don Logan am 06.02.2018 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Einfamilienhaus

    Hatte die Wahl zwischen einem EFH und einer Eigentumswohnung. Heute bin ich froh, dass ich mich für das EFH entschieden haben. Da bin ich mein eigener Herr und Meister und muss nicht gegen meinen Willen für Andere bezahlen, z.B. neues Treppenhausgeländer, neue Briefkästen, neue Dachfassade etc. etc. nur, weil die Mehrheit der Eigentümer es so bestimmt haben.

    • Walter am 07.02.2018 00:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Don Logan

      dafür bezahlen Sie z.B. ein neues Dach oder Heizung selber. Und ob man Herr und Meister ist kommt dann auch noch auf die Nachbarn drauf an, je nachdem wieviel Umschwung man hat. Aber wenns läuft ist das tiptop.

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  • Anwalt am 06.02.2018 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Träume

    Sehr sehr viele Mieter träumen vom Eigenheim. Wenn sie es dann haben, träumen viele von anderen Nachbarn. Und am Schluss nicht wenige, wieder Mieter zu sein.

  • Martial2 am 06.02.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ums Geld...

    In solchen Wohnsilos praktisch eine Million investieren, ist völlig Non Sens. Wenn schon ein eigenes Haus, frei, ruhig ohne lästige Nachbarn!!

    • Reto am 06.02.2018 23:17 Report Diesen Beitrag melden

      @martial

      Wenn du es bezahlen kannst...

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