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Konjunktur
11. Januar 2012 09:30; Akt: 11.01.2012 11:00 Print
Deutsche Wirtschaft legt um 3 Prozent zu
Die deutsche Wirtschaft scheint die Krise gut zu meistern. Im vergangenen Jahr steigerte sie die Leistung weiter, ähnlich wie bereits 2010. Doch 2012 könnte sich dies ändern.

Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren. (Bild: Keystone)
Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr trotz dem schwierigen Umfeld fast so stark gewachsen wie im Rekordjahr 2010. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte gemäss den vorläufigen Zahlen um 3,0 Prozent zu.
Infografik Europäische WirtschaftszahlenEurokurs und EurozoneDer Big-Mac-IndexAllerdings machte sich die Abschwächung der weltweiten Konjunktur zum Jahresende deutlich bemerkbar: Im vierten Quartal schrumpfte das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 0,25 Prozent, wie das deutsche Statistische Bundesamt am Mittwoch bekanntgab.
Zuletzt war die Wirtschaftsleistung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 zurückgegangen. Sinkt sie auch zu Jahresbeginn, steckt Deutschland nach gängiger Definition in einer Rezession.
2010 war die Wirtschaft um 3,7 Prozent gewachsen, was dem höchsten Wert seit der Wiedervereinigung entsprach. Zuvor hatte allerdings das Krisenjahr 2009 Deutschland mit einem Minus von 5,1 Prozent die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg beschert.
«Erstaunliches Ergebnis»
Andreas Scheuerle von der Dekabank nannte den Zuwachs um 3,0 Prozent 2011 ein «erstaunliches Ergebnis». Das Wachstum sei sehr ausgewogen, weil es nicht ausschliesslich vom Export komme. Im Gegenteil: Der stärkste Beitrag zum Wirtschaftswachstum kam aus dem Inland.
Die privaten Konsumausgaben legten mit 1,5 Prozent so stark zu wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen und Fahrzeuge stiegen um 8,3 Prozent, während die Exporte um 8,2 Prozent zunahmen.
Dank der guten Konjunktur konnte Deutschland sein Haushaltsdefizit reduzieren. Das Minus in der Staatsschatulle belief sich nach Angaben des Bundesamtes auf 1,0 Prozent des BIP.
Damit hat Deutschland erstmals seit drei Jahren wieder den EU- Stabilitätspakt eingehalten, der eine Obergrenze des Defizits von 3,0 Prozent festlegt. In den Jahren 2009 (3,2 Prozent) und 2010 (4,3 Prozent) hatte die Bundesrepublik dagegen verstossen. Unter dem Strich stand für das vergangene Jahr ein Minus von 26,7 Mrd. Euro.
Trübe Aussichten
Für das laufende Jahr erwarten Ökonomen angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs und der anhaltenden Schuldenkrise im Euro-Raum eine deutliche Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Die Ökonomen der Bundesbank gehen von einem Wachstum um 0,6 Prozent aus. Die Deutsche Bank prophezeit sogar eine Stagnation.
Wegen der Schuldenkrise haben viele Euro-Länder ihre Steuern erhöht, Löhne und Renten gekürzt sowie Investitionen gestrichen. Auch die Weltkonjunktur lässt spürbar nach, was die exportorientierte deutsche Wirtschaft zu spüren bekommt.
(sda)
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