Wechselspiel

09. April 2010 14:59; Akt: 09.04.2010 16:58 Print

Deutsche wollen Schweizer ArbeitsloseDeutsche wollen Schweizer Arbeitslose

von Sandro Spaeth - Es ist absurd: Während abertausende Deutsche in die Schweiz strömen, wirbt Deutschland um Schweizer Arbeitslose – unterstützt von Schweizer Amtsstuben.

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Trotz Arbeitslosigkeit von 8,5 Prozent herrscht in Deutschland ein Mangel an Spezialisten. Gesucht sind Fachkräfte wie Ingenieure, Ärzte, Krankenschwestern oder Drogisten. Darum geht die Deutsche Bundesagentur für Arbeit in die Offensive: Am 20. April findet in Aarau eine Jobbörse statt. Ziel: Qualifizierte Mitarbeiter zu finden, die in Deutschland arbeiten möchten. «Es ist die erste derartige Veranstaltung in der Schweiz», sagt Dr. Beate Raabe von der Bundesagentur für Arbeit.

Schützenhilfe beim Suchen erhalten die Deutschen von den Schweizer Behörden. 20-Minuten-Online-Leser S. K. hat vor wenigen Tagen Post von der regionalen Arbeitsvermittlung erhalten. Im Brief wird der bis vor kurzem Stellensuchende auf die Infoveranstaltung hingewiesen und ihm der deutsche Arbeitsmarkt schmackhaft gemacht. S. K – heute selbständiger Personalberater – stösst das Schreiben aber sauer auf: «Die Veranstaltung ist total sinnlos. Die in Deutschland gebrauchten Spezialisten sind auch in der Schweiz gesucht.» Wer wolle sich denn für weniger Lohn in Deutschland anstellen lassen, empört sich S. K. Der Trend weist tatsächlich in die andere Richtung: Rund 250 00 Deutsche leben und arbeiten bereits in der Schweiz.

Keine Weisung – nur Hinweis

Den gleichen Brief wie der ehemals Stellensuchende S. K. erhielten in den Kantonen Zürich, Aargau und Basel-Stadt weitere 5000 Leute. Die Arbeitsvermittlungsstellen haben Stellensuchende deutscher Muttersprache angeschrieben, die beim Aufnahmegespräch betonten, dass sie mobil seien. Die Nationalität spielt keine Rolle. Zum Brief sagt Valentin Lagger vom Staatssekretariat für Wirtschaft Seco: «Es handelt sich nicht um eine Weisung. Kein Stellensuchender muss an der Veranstaltung teilnehmen.» Laut dem Seco will man lediglich zeigen, wie sich Stellensuchende in Deutschland bewerben können. Nichts wissen will Lagger von einem Kampf ums Personal: «Hinter der Veranstaltung steckt keine Abwerbungsidee.» Eine Anstellung in Deutschland sieht Lagger in einem grösseren Zusammenhang: «Auslanderfahrung ist für die berufliche Karriere heute wichtig.»

Nicht nur Lohn ist tiefer

Deutsche Arbeitskräfte strömen derzeit zu Zehntausenden in die Schweiz. Will sie die Bundesagentur für Arbeit nun zurückholen? «Wir wollen der Schweiz keine Spezialisten wegnehmen», wehrt Mediensprecherin Beate Raabe ab. Wegen der Freizügigkeit auf dem europäischen Arbeitsmarkt könne man sich aber dort bewerben, wo man arbeiten wolle. «Wir suchen Menschen, die Interesse haben sich zu verändern und in Deutschland arbeiten möchten», betont Raabe. Ziel der Veranstaltung sei es in erster Linie, die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man in Deutschland am besten Stellen findet und was rund um die Arbeitsaufnahme alles zu bedenken ist.

Das tiefere deutsche Lohnniveau sieht Raabe für Stellensuchende aber nicht als Problem: «Die Lebenshaltungskosten sind auch entsprechend tiefer.» Schliesslich müsse aber jeder Arbeitnehmer selber entscheiden, ob er in Deutschland arbeiten möchte. Ein Zückerchen gibts immerhin vom RAV: Wer in Aarau die deutsche Jobveranstaltung besucht, erhält die Reisespesen zurückerstattet.

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  • monika muggli am 28.09.2010 22:24 Report Diesen Beitrag melden

    bin seit 22 jahre ch Bürger

    Bin In D. geboren,lebe wegen der Liebe mit einen CH Brüger seit 23 Jahren in der Schweiz.Habe meine Deutsche Staatsbrügerschaft aus überzeugung für die Schweiz aufgegeben,meine Kinder kennen nur eine Heimat,das ist die Schweiz.Man sollte sich mal Gedanken über die Regierung machen. Es Grüsli Moni

  • Bert Hermann am 16.08.2010 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Äpfel und Birnen vergleichen

    In einem heutigen Artikel schreibt 20minuten: "Bereits 1200 deutsche Hausärzte in der Schweiz" und beziffert das Einkommen eines duetschen Hausarztes in DE mit 85000 Franken. Das ist völliger Blödsinn. Gem. Statistischem Bundesamt hatte ein Hausarzt in Deutschland 2009 zwischen 110 bis 125.000 Euro Reinertrag was ca. 155 - 175.000 Franken entspricht. Die Einkommensteuer macht den Unterschied. Allerdings ist die private Lebenshaltung in CH auch bis zu 5-fach teurer. In Deutschland kann man mit einem Netto-EK von 3000 Franken genauso gut leben wie in CH mit einem von 6500 Franken.

  • ein arroganter deutscher am 28.04.2010 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    geld regiert die welt...

    ...das solltet ihr schweizer doch eigentlich wissen.nur der starke überlebt.wer gut ist und arbeiten will findet auch was.egal wo.lohn ist verhandlungssache.das wir deutschen lohndrücker sind stimmt nicht.ich verdiene mehr als meine schweizer kollegen hier in der schweiz.und eingestellt hat mich ein schweizer.wenn dem schweizer nichts mehr einfällt kommt meistens irgendwann das wort arroganz.lasst mal einen schweizer das wort arroganz definieren.ihr werdet staunen...en schöne

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