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Verkorkste Strategie
09. Februar 2012 08:37; Akt: 09.02.2012 14:43 Print
Die CS-Onebank ist gescheitert
von Lukas Hässig - Der Milliardenverlust der Investmentbank macht die Credit Suisse zum Sanierungsfall. Damit wird auch CS-Chef Brady Dougan als Investmentbanker zum Thema. Die Analyse.

Was wird aus CS-Chef und Investmentbanker Brady Dougan? (Bild: Keystone)
Ein Gewinnrückgang wurde erwartet. Aber kein Einbruch. Der Sturz von 5 Milliarden auf noch 2 Milliarden Jahresgewinn ist für die Credit Suisse (CS) und ihre Führung ein Desaster.
CS lieferte Daten über US-KundenDie Credit Suisse (CS) hat im US-Steuerstreit dem Eidg. Finanzdepartement (EFD) Daten geliefert: Auf den 20 000 Seiten, welche Bern kürzlich codiert nach Washington übersandte, befinden sich laut Konzernchef Brady Dougan auch Angaben über amerikanische CS-Kunden.
«Wir haben jene Informationen zur Verfügung gestellt, nach denen wir gefragt wurden - nicht mehr, und nicht weniger», sagte Dougan am Donnerstag im Gespräch mit Keystone/AWP Video (siehe Video). Die Bank unterstütze die schweizerischen und die amerikanischen Behörden, damit eine Lösung im Steuerkonflikt erreicht werde.
Die CS hat im dritten Quartal knapp 300 Millionen Franken für eine mögliche Strafzahlung in den USA bereitgestellt. Das Management machte am Donnerstag keine Angaben dazu, ob der Betrag aufgestockt werde.
Wie zehn weitere Schweizer Banken ist die CS derzeit angesichts des sich wieder verschärfenden Steuerkonflikts im Visier der US- Behörden. Die Nummer Zwei der Schweizer Bankenwelt hat sich 2008 offiziell vom Offshore-Geschäft mit US-Kunden zurückgezogen. Die CS will US-Kunden nur noch mit Niederlassungen vor Ort betreuen.
Vor 12 Monaten präsentierte sich die CS-Spitze noch als Avantgarde des neuen Grossbankings. 15 Prozent Eigenkapitalrendite seien gut genug, wichtig seien nachhaltige Ergebnisse. Das klang sowohl vernünftig als auch attraktiv. Doch nun entpuppen sich die CS-Oberen statt als Vorreiter als die Letzten im Umzug.
Die CS ist stärker als die UBS und andere globale Finanzplayer nach wie vor von ihrer riskanten und volatilen Investmentbank abhängig. Dort aber geht nichts mehr ausser Verlusten. Von Oktober bis Dezember 2011 erlitt das CS-Investmentbanking ein Minus von 1,3 Milliarden.
Versprochen waren 15 Prozent Rendite
Die Eigenkapitalrendite für das ganze Jahr 2011 liegt nicht bei 15 Prozent, sondern bei 6. Das ist weniger, als sich CS-Chef Brady Dougan und seine Leute in ihren schlimmsten Albträumen ausmalen konnten. Nun kommt das Onebank-Modell der CS auf dem Prüfstand. Wenn die Investmentbank ausser Milliarden-Spesen nichts zustande bringt, muss sich die Führung grundsätzliche Fragen stellen.
Kann die CS als weltweite Vermögensverwalterin und führende Investmentbank unter dem gleichen Dach nachhaltig Wert für ihre Aktionäre schaffen? Oder sind die beiden Teile Wasser und Feuer und zerstören mehr, als dass sie Gutes schaffen?
UBS-Aktionär fuhr zuletzt besser
Der CS-Aktionär hat in den letzten 5 Jahren 70 Prozent seines Investments verloren. Das sieht bei der UBS nicht besser aus, im Gegenteil, dort betragen die Verluste über 80 Prozent. Nimmt man jedoch einen Vergleich seit Anfang 2011, fällt die Bilanz zu Ungunsten der CS aus. Die CS-Aktie sank um einen Drittel, während die UBS-Eigner «nur» 16 Prozent verloren haben.
Es ist auch nicht so, dass sich die UBS bereits von ihrem «Onebank-Glück» verabschiedet hätte. Doch die CS ist traditionellerweise stärker vom Erfolg ihrer Investmentbank abhängig. Das Geschäft wird aber nie mehr so sein wie in den «Roaring» 2000er. Die Politiker aller Länder verbieten das Casino-Banking für grosse Anleger-Banker. Gleichzeitig reissen die Staatspleiten schwarze Löcher in die Grossbanken-Bilanzen. Zusätzliche Risiko-Positionen sind da unerwünscht.
Was wird aus Investmentbanker Dougan?
Wenn das alte Investmentbanking tot ist, dann ist auch die bisherige CS an ihr Ende gekommen. Noch berichtet sie brav von einer Milliarde Synergiegewinn aus dem Onebank-Modell. Doch erstens ist das im Vergleich zu den früheren Milliarden nur ein schwacher Abklatsch. Zweitens geht diese Milliarde im miserablen Ergebnis der Investmentbank unter. Mit der Frage nach einer strategischen Weichenstellung rückt das Schicksal von CS-Chef Brady Dougan ins Zentrum. Dougan ist ein in der Wolle gefärbter Investmentbanker.
Sollte die CS ihre Investmentbank massiv verkleinern und wie die UBS die Vermögensverwaltung ins Zentrum stellen, dann könnte auch Dougans Ära zu einem Abschluss kommen.
Brady Dougan nimmt Stellung zum Jahresergebnis
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
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Alle 88 Kommentare
































CS /UBS Investment-Banking fehlgeleitet?
Die Schweizer Grossbanken CS und UBS sollten anstelle des erfolglosen Investment-Bankings endlich in eine neue Supernova-Energie Technolgie investieren.
Back home
Brady Dougan und seine US-Manager sollen so schnell wie möglich, zur Freude der CS-Mitarbeiter und CS-Aktionäre, die Bank Richtung USA verlassen.
Neoliberalismus Ade
Bankster plündern, was sie finden, Kunden, Volkswirtschaften, das eigene Unternehmen. Damit nicht genug, mittlerweile richten sie dies auch noch zugrunde. Wer völlig die Bodenhaftung verliert, darf sich nicht wundern, wenn er auf die Schnauze fällt. Dirty people, dirty business, its as simple as that.