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08. August 2012 19:59; Akt: 08.08.2012 19:59 Print
Die Furcht der Swiss Banker vor Cowboys
von Lukas Hässig - Unter Schweizer Bankangestellten geht die Angst um. Ihnen droht in den USA nicht nur die Verhaftung - sie fürchten auch um ihre Karrieremöglichkeiten.

Schweizer Banker befürchten im Lasso der US-Justiz zu landen. (Bild: Keystone)
Die Story der Tribune de Genève wirft hohe Wellen: Zwei Jugendliche aus Genf, deren Vater Vermögensverwalter ist, werden nach der Landung in den USA stundenlang von Grenzwächtern verhört. Der Fall zeigt: Die Schweiz droht für viele Finanzleute zum goldenen Käfig zu werden.
Die Fragen drehten sich gemäss TdG um den Papa der jungen Leute. Ob dieser oft in die USA reise, wo er sich jetzt gerade befinde – das und vieles mehr wollten die US-Beamten wissen. Die Zeitung bezieht sich auf Aussagen eines ungenannt bleibenden Schweizer Anwalts und verknüpft die Befragung der Banker-Söhne mit den rund
Die Gefahr, verhaftet zu werden, ist real
Ob die Befragung der Jugendlichen tatsächlich eine direkte Folge der grossen Offenlegung ist, ist unklar. Es wäre auch möglich, dass die USA den Namen des Vermögensverwalters schon vor der Mammut-Datenlieferung kannten. Die amerikanischen Behörden sitzen auch aufgrund freiwilliger Deklarationen von US-Kunden auf Tonnen von Daten, welche die Schweizer Banken und ihre frühere Steuer-Praxis dokumentieren. Trotzdem ist der Zwischenfall auf dem US-Airport aber bemerkenswert. Er zeigt, dass die Gefahr für Schweizer Banker, im Ausland einvernommen oder gar verhaftet zu werden, real ist.
Ein Anwalt, der mehrere betroffene Schweizer Finanzprofis vertritt, schildert gegenüber 20 Minuten Online deren Notlage. In einem Fall sei ein Mitarbeiter einer Bank nur auf zwei Dokumenten namentlich erwähnt. Das würde die untergeordnete Rolle im US-Steuerkrieg belegen, was für die meisten der offengelegten Finanzleute zutreffen dürfte. Nur ändert dies nichts an der Furcht, die der Banker verspürt, wenn er an seine bevorstehende Privatreise in die USA denkt. «Seit Wochen hintersinnt er sich über die Wahrscheinlichkeit einer Verhaftung in Übersee», berichtet der Anwalt.
Wahrheit sagen oder nicht?
Ein anderer Mitarbeiter hat seine Stelle bei einer der betroffenen Banken gekündigt und neu bei einer US-Firma angeheuert. Dort ist er in guter Stellung, die ihn verpflichtet, regelmässig an Meetings in Amerika teilzunehmen. «Er fragt sich die, ob er seinen neuen Vorgesetzten reinen Wein einschenken soll oder ob er die Tatsache, dass sein Name auf der US-Liste steht, für sich behalten soll», schildert der Anwalt den Konflikt. Würde der Mitarbeiter die Karten auf den Tisch legen, müsste er damit rechnen, den neuen Job zu verlieren.
Im dritten Fall geht es um einen jungen Banker, der von einer anderen Bank während einem Bewerbungsgespräch direkt gefragt wurde, ob er auf der Liste stehen würde. «Er sagte die Wahrheit und ist nun überzeugt, dass er deshalb den Job nicht gekriegt hat», meint der Anwalt.
Im Visier der Cowboys
Die drei Beispiele illustrieren, wie weitreichend die Konsequenzen der Datenoffenlegung für die Mitarbeiter sind. Während sich die Banken und ihre obersten Verantwortungsträger aus der Schusslinie nehmen konnten, sind Tausende von Mitarbeiter in einer Grauzone gelandet. Dort müssen sie bis auf Weiteres mit der Ungewissheit leben, ins Visier der Cowboys zu geraten.
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Alle 71 Kommentare

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Schmutziger ungerechter Finanzkrieg pfui
Die Banken sind doch am allerwenigsten schuld an dieser Steuerhinterziehung, die jeweiligen Regierungen mit ihren ungerechten Steuertarifen sind es doch die alle arbeitenden Steuerzahler sowie Unternehmer ausnehmen wie eine Weihnachtsgans. Da sollte man zuerst einmal ansetzen & ein vereinfachstes faires Steuersystem einführen z.B. Quellensteuer & Mehrwertsteuer. Dies ist doch die einfachste Variante & jedermann wird direkt belastet mit Steuern ohne grossen Aufwand. Das wo jetzt passiert zeigt eine unfähige Regierung & Steuerbehoerde die masslos geschlampt hat Jahrzente lang.
Gar keine schlechte Entwicklung
Es ist Zeit, dass die Schweiz mal Ihr negatives Image durch die ganzen fragwürdigen Bankgeschäfte los wird. Wir sollten nicht alles machen für Geld. Die Schweiz hat nicht nur Banken. Wir haben auch noch andere Kompetenzen. Die gilt es zu fördern. z.B. die Forschung. Da kann man auch mit gutem Gewissen dahinter stehen und muss sich nicht mehr schämen Schweizer zu sein...
Schämen?!
Ich bin einverstanden, wenn es um sauberes Geld geht, und die schweizer Banken sind dran, sich in diese Richtung zu entwickeln. Die Welt hat sich seit dem 2008 verändert und die Bankbranche macht mit. Unsere Stärke war das Bankgeheimnis, es muss und es wird nicht mehr den Hauptgrund sein, wofür man ein Konto in der Schweiz eröffnen möchte. Es braucht Zeit, wir werden uns für unseren Know-how und qualifiziertes Personal unterscheiden. Dafür muss man sich nicht schämen, Schweizer zu sein.
Gegendruck??
Und wann verhaften wir einmal amerikanische Banker hier? Oder machen Druck auf die Amerikaner in Bezug auf die zehntausende von Angestellten von Schweizer Banken in Amerika? Aber unsere Politiker haben ja alle die Hosen voll.
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Hallo Stefan du kannst ja amerikanische Banken oder Banker anzeigen wenn du der Meinung bist, dass sie in der Schweiz gegen Gesetze verstossen haben. Aber wahrscheinlich werden nur Schweizer Bankster gejagt, weil sie eben im besonderen Masse kriminell aktiv waren. Aber ich finde es interessant zu sehen wer sich hier drin alles für Kriminelle einsetzt.
@Peter
Nun da bin ich anderer Meinung. Kriminell ist abhängig vom geltenden Recht. Und nach Schweizer Recht (auf Schweizer Boden, nicht bei Reisen in den USA) haben 99% der genannten Mitarbeiter sich nichts zu schulden kommen lassen. Diese Mitarbeiter haben nie aktiv Amerikaner angegangen und sind nie dahin gereist um Kunden zu treffen. Wir gehen ja auch nicht hin und klagen Amerikaner an weil nach unserem Rechtsempfinden Folter, Waffenhandel, DrohnenKrieg und andere tolle Dinge die Uncle Sam so macht gegen die Moral verstösst. Das ist Wirtschaftskrieg und hat nur wenig mit Recht und Moral zu tun.