Reaktion der Banken

23. November 2012 13:28; Akt: 23.11.2012 14:12 Print

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Der deutsche Vermittlungsausschuss wird das Steuerabkommen doch noch durchwinken, hoffen die UBS und die ZKB. Die Credit Suisse schweigt.

storybild

Die Ungewissheit ist für den Bankenplatz Schweiz noch nicht vorbei. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Nach dem Scheitern des Abgeltungssteuerabkommens im deutschen Bundesrat haben UBS und ZKB die Hoffnung nicht aufgegeben. Solange noch die Möglichkeit der Einberufung eines Vermittlungsausschusses bestehe, wäre eine abschliessende Beurteilung verfrüht, schrieb die UBS am Freitag in einer Stellungnahme. Das Abkommen sei noch nicht definitiv vom Tisch, teilte die ZKB ihrerseits mit.

«Würde das Abkommen auch vom Vermittlungsausschuss definitiv abgelehnt, hätte Deutschland aus unserer Sicht eine grosse Chance für eine faire, optimale und nachhaltige Lösung der vorhandenen Steuerproblematik verpasst», urteilte die Zürcher Kantonalbank.

Das bilaterale Steuerabkommen sei eine gute Lösung, um Deutschland dabei zu unterstützen, sein Recht auf Besteuerung seiner Bürger durchzusetzen, schrieb die UBS: «Gleichzeitig sorgt das Abkommen für Rechtssicherheit für unsere Kunden, Kundenberater, und die Bank.»

CS: Kein Kommentar

Die andere Grossbank Credit Suisse wollte indes keinen Kommentar zum Scheitern des Steuerabkommens im deutschen Bundesrat abgeben. CS- Präsident Urs Rohner hatte am vergangenen Mittwoch in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» gesagt, dass die CS Steuersünder vor die Türe setzen werde. «Wir sagen klar, dass wir kein Geschäft mit unversteuerten Vermögen betreiben wollen», sagte Rohner: Wenn der Kunde nicht reagiere, werde die CS die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

Das Abgeltungssteuerabkommen sei für alle Beteiligten wichtig, weil es ein pendentes Problem löse. «Es kann doch nicht sein, dass in Zukunft die Regierung eines befreundeten Landes deliktisch erworbene CDs kauft oder gar zum Diebstahl anstiftet, um an Daten heranzukommen», sagte Rohner.

Die Grossbank UBS will ihre Kunden weiterhin bei der steuerlichen Regularisierung ihrer Vermögen unterstützen und stehe hinter dem strategischen Ziel des Finanzplatzes Schweiz, nur versteuerte Gelder zu verwalten. «Wir werden Kunden weiterhin dazu ermutigen, nicht deklariertes Vermögen durch freiwillige Offenlegung zu legalisieren», hiess es.

(sda)