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Gezielte Indiskretionen
05. Dezember 2012 16:49; Akt: 05.12.2012 16:49 Print
Die Medien als Soldaten im Steuerkrieg
von Sabina Sturzenegger - Berichte über eine Razzia hier, gekaufte Bankdaten und Strafzahlungen da: Steht im Steuerstreit ein politischer Entscheid an, werden Skandale aufgekocht. Das ist kein Zufall.
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Wenn in Berlin in einer Woche der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat tagt, dürfte auch das Steuerabkommen mit der Schweiz auf der Tagesordnung stehen. Das ist für die einen die letzte Chance, das Abkommen mit der Schweiz noch zu retten, für die anderen, das Abkommen definitiv zu begraben.
Das Schicksal des Abkommens ist unklar, sicher ist nur: Seit Tagen ist das Thema in den Medien präsenter denn je. Am Sonntag wartete «Bild» mit der Schlagzeile auf: «Gericht enthüllt: So half Credit Suisse deutschen Steuerhinterziehern». Inhalt: Die Busse von 149 Millionen Euro, welche die CS vor mehr als einem Jahr in einem Vergleich zahlte. Damit wollte die Bank das Verfahren vor dem Landgericht Düsseldorf wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beenden.
Gerichtsbeschluss mit Details
Am Montag veröffentlichte der «Spiegel» einen Artikel über «Die Schwarzgeld-Tricks der Credit Suisse». Inhalt: Der Gerichtsbeschluss mit Details zum Vorgehen der Bank bei der Steuerhinterziehung.
Die CS reagierte verärgert. Nicht nur kommt die Publikation des Beschlusses ein Jahr zu spät – sie verstösst auch gegen die Abmachung mit den deutschen Behörden. Die Schweizer Bank vermutet dahinter eine gezielte Attacke, wie das «Handelsblatt» schreibt. Der Inhalt des Beschlusses gebe den Gegnern des Steuerabkommens mit der Schweiz neue Nahrung.
Auch UBS im Fokus
Am Dienstag dann der nächste Kracher: Diesmal war die UBS im Fokus. Der «Tages-Anzeiger» und die «Süddeutsche Zeitung» berichteten zeitgleich über den Inhalt einer gekauften UBS-Daten-CD: Informationen zu 750 Stiftungen und 550 Fällen sonstiger Kapitalanlagen mit einem Anlagevolumen von insgesamt mehr als 3,5 Milliarden Franken.
Dieses «Bochumer Ermittlungsverfahren gegen inländische Kunden der UBS», wie es offiziell heisst, hatte bereits vor rund zwei Wochen zu ersten Hausdurchsuchungen in Deutschland – und ausführlichen Medienberichten – geführt. Über die Razzien hatte die «Bild»-Zeitung am 12. November live vor Ort berichtet. Das war noch vor der Abstimmung über das Steuerabkommen in der Länderkammer gewesen. Auch diesmal dürfte der Zeitpunkt der Publikation sowohl im Fall CS als auch im Fall UBS kaum ein Zufall sein.
Schweizer Bank spricht von Instrumentalisierung
Für Experten ist es daher klar, dass die Medien von den deutschen Behörden im Vorfeld von Abstimmungen gezielt instrumentalisiert werden. Der deutsche Rechtsprofessor und Anwalt Thomas Koblenzer glaubt, dass es beim Steuerabkommen keine medialen Zufälle gibt: «Es handelt sich um konzertierte Aktionen der Gegner», sagt er. Vor allem «Bild» und «Süddeutsche» würden besonders oft für die Zwecke der Gegner des Abkommens eingespannt. Auch eine Schweizer Bank gibt inoffiziell zu, Medienberichte zu veranlassen, um die Stimmung gegenüber dem Steuerdeal zu beeinflussen.
Der Zeitpunkt der Medienberichte ist für Koblenzer ein deutlicher Hinweis: «Im Moment sehe ich durchaus Potenzial für den Deal im Vermittlungsausschuss.» Die Selbstanzeigen deutscher Steuersünder hätten nicht weiter zugenommen – im Gegenteil. «Vielen wird jetzt klar, dass die Verfahren mit den illegal erworbenen Datenträgern nicht umgesetzt werden können», erklärt er.
Beim Landgericht in Düsseldorf wird eine politische Motivation für Razzien, Datenkäufe und Medienpublikationen bestritten: «Ein Gericht würde sich nie instrumentalisieren lassen», sagt Gerichtssprecher Michael Scholz zu 20 Minuten Online.
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Alle 18 Kommentare

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Wieso Steuern?
Wieso wird wegen dem noch so ein Tamtam gemacht? Sie können sich doch ihre Steuern selber drucken, sonst drucken sie doch auch die ganze Zeit...
Bild 8/25
Diese Leute werden bezahlt. Grad letztens im TV gesehen. Irgendwie lustig...
Namen bitte!
Noch kein einziger Name von einem Steuersünder wurde bekannt. WARUM? Wir möchten wissen wer ein Verbrecher ist! Es sind nicht die Banken sondern die Menschen die Steuern hinterziehen. Aa entschuldigung, die Sünder sind ja keine Konkurenz von EU Banken.