Kryptowährungen

12. März 2018 06:48; Akt: 12.03.2018 06:48 Print

Die Porno-Industrie setzt auf den Titcoin

von R. Knecht - Die Porno-Industrie geht mit der Zeit: Sie lanciert eine ganze Reihe von Kryptowährungen. Eine Übersicht.

Bildstrecke im Grossformat »
Kryptowährungen versprechen Unabhängigkeit und Anonymität. Das sagte auch Steve Bannon bei seiner Rede in Zürich. Das macht Kryptowährungen auch für die Porno-Industrie interessant. Es gibt eine ganze Reihe von virtuellen Währungen speziell für diese Branche. plant eine Website, auf der sich Benutzer erotische Cam-Shows ansehen können. Sie soll bereits 2018 zugänglich sein. November 2017 2,9 Rappen 58 Rappen 21 Rappen Die Macher von betonen, dass im Vergleich zu herkömmlichen Bezahlmethoden mit Kryptowährungen keine Rückbuchungen möglich seien, wie sie in der Porno-Industrie bei Kreditkartenzahlungen sonst oft vorkämen. September 2017 20 Rappen 20 Rappen 0,33 Rappen Bei sollen Transaktionen merklich schneller als etwa bei Bitcoin verarbeitet werden, wirbt das Unternehmen hinter der Währung. Während eine Transaktion bei Bitcoin über eine Stunde dauern kann, soll sie bei Titcoin im Schnitt in nur sechs Minuten erfolgen. Juni 2014 0,67 Rappen 7,4 Rappen 1,3 Rappen ist nach Eigenangaben «das Bezahlsystem der Zukunft für die Porno-Industrie.» Dabei ist es die älteste Kryptowährung in dieser Auflistung. Mai 2013 0,32 Rappen 24 Rappen 2,9 Rappen Vice Industry will Porno-Konsumenten für ihre Aufmerksamkeit belohnen. Dazu arbeitet das Unternehmen an einer Plattform, die den Nutzern Vice Industry Tokens gibt, wenn sie Pornos schauen. Am 21. März soll das Mainnet lanciert werden, auf dem Transaktionen mit Vice Tokens erfolgen können. Lancierung: Februar 2018 Wichtiges und Witziges über Bitcoin und Co. finden Sie im ABC der Kryptowährungen. 2013 warf der Waliser James Howells aus Versehen seine Festplatte mit rund 7500 Bitcoins in den Abfall. Laut Dailymail.co.uk will er diese nun auf der Mülldeponie suchen gehen, denn sie wäre heute etwa 75 Millionen Franken wert. Bitcoin ist derzeit die bekannteste Kryptowährung. Allerdings längst nicht die einzige. Coinmarketcap.com listet momentan 1334 verschiedene Währungen. In der amerikanischen Fernsehserie Die Simpsons verliert der Clown Krusty sein Vermögen in der Episode «Global Clowning» aus dem Jahr 2014. Als Grund gibt er unter anderem an, Pech im Bitcoin-Markt gehabt zu haben. Befürworter von Kryptowährungen preisen die Blockchain, weil sie einen dezentralisierten Austausch ermöglicht. Das heisst, dass die verschiedenen Währungen nicht zentral kontrolliert werden, wie das etwa in Finanzsystemen mit herkömmlichen Geldmitteln der Fall ist. Ethereum ist eine auf der Blockchain basierende Plattform, deren hochgestecktes Ziel es ist, als eine Art Weltcomputer das Internet zu dezentralisieren. Ethereum bietet den populären Token «Ether». Ein Fork (engl. «Gabel») beschreibt den Vorgang, bei dem Kryptowährungen in zwei unterschiedliche Währungen gespalten werden. Besitzer der Tokens können in der Regel entscheiden, ob ihr Vermögen in die dadurch neu entstehende Währung umgewandelt wird, oder nicht. PC-Gamer konnten auf dem digitalen Spiele-Marktplatz Steam lange Zeit mit Bitcoins Games kaufen. Am 6. Dezember kündigte das Unternehmen allerdings an, dass damit jetzt Schluss ist. Der Grund seien der schwankende Kurs und hohe Verarbeitungsgebühren. Laut «Fortune» haben Hacker seit 2011 fast eine Million Bitcoins von Marktplätzen gestohlen. Diese Menge wäre heute etwa 15 Milliarden Franken wert. Ein Initial Coin Offering (ICO) ist ein neuartiger Finanzierungsprozess für Kryptowährungsunternehmen, das eine Alternative zum Börsengang (Initial Public Offering) und traditionellen Investment-Formen (Venture Capital) bietet. Die Ethereum-Plattform wurde auf diese Weise ins Leben gerufen. Dass man mit Kryptowährungen reich werden kann, ist wohl den meisten bekannt. So auch dem US-Unternehmen Denison Yacht Sales, denn dieses akzeptiert nun Bitcoin als Bezahlungsmittel für eines der ultimativen Statussymbole des Reichtums: die eigene Jacht. In den letzten Wochen war der Rummel um den Bitcoin-Kurs gross. Fast täglich erreichte die Währung einen neuen Rekordwert und knackte am 28. November erstmals die 10'000-Dollar-Marke. Mittlerweile liegt der Wert bei etwa 15'000 Dollar. Die Legalität von Kryptowährungen und den Geschäften damit ist für die Gesetzgebung der meisten Staaten derzeit ein grosses Thema. Einige Länder haben Bitcoin und Co. komplett verbannt, darunter Bangladesch, Bolivien, Ecuador, Kirgisien und Nepal. Transaktionen auf der Blockchain benötigen viel Computerleistung zur Verarbeitung. Personen, die ihre Hardware für diese Prozesse zur Verfügung stellen, nennt man Miner. Als Belohnung erhalten sie im Verlauf der Zeit Beträge in der jeweiligen Kryptowährung. Am 7. Dezember 2017 hackten sich Unbekannte in die digitalen Geldbörsen von Nicehash.com. Sie machten sich mit 4700 Bitcoins davon, umgerechnet rund 72 Millionen Franken. Im May 2017 wurden über 230'000 Computer von der Ransomware Wannacry infiziert. Von den Opfern wurde verlangt, ein Lösegeld in Bitcoins zu bezahlen, falls sie wieder Zugriff auf ihre Geräte haben wollen. Im August wurden Bitcoins im Wert von rund 143'000 Franken aus mit Wannacry assoziierten Wallets abgehoben. 2010 fand die erste Bitcoin-Transaktion für reale Werte statt: Laszlo Hanyecz kaufte sich für 10'000 Bitcoins zwei Pizzen. Hoffentlich waren die besonders lecker, denn der Verkaufspreis würde heute 153 Millionen Franken entsprechen. Im vierten Quartal 2017 explodierte der Bitcoin-Kurs und stieg um über 300 Prozent. Zwar war er auch schon zuvor gestiegen, doch wesentlich weniger rasant. Im dritten Quartal waren es noch knapp 100 Prozent Wachstum. Viele bereuen es, nicht vor Jahren in Bitcoin investiert zu haben. Andere erhielten kalte Füsse und verkauften ihr Kryptogeld, das heute Millionen wert wäre. Der ursprüngliche Entwickler von Bitcoin nennt sich Satoshi Nakamoto. Wer hinter dem Namen steckt, ist aber unklar. 2014 identifizierte ein Journalist den japanisch-amerikanischen Dorian Prentice Satoshi Nakamoto als Erfinder von Bitcoin. Dieser stritt dies jedoch ab. Der Tod folgt den Kryptowährungen angeblich auf Schritt und Tritt. 99Bitcoins.com führt etwa eine Liste darüber, wie oft Bitcoin in Online-Artikeln totgesagt wurde. Bisher «starb» die Währung 203-mal. Bitcoin wird oft mit dem kriminellen Untergrund assoziiert. Dies etwa, weil es möglich ist, verhältnismässig anonyme Transaktionen durchzuführen. So kann man etwa Geldwäsche betreiben oder Löse- beziehungsweise Schutzgelder eintreiben, ohne dass die Behörden die Zahlungen verfolgen können. Es gibt viele Skeptiker, wenn es um Kryptowährungen geht. Investmentexperte Jim Cramer von CNBC etwa sagte kürzlich, wer sich Bitcoins kauft könne grad so gut nach Las Vegas gehen. Kryptowährungen seien reines Glücksspiel. Die Winklevoss-Zwillinge, ehemalige Studienkollegen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, kauften im Jahr 2013 Bitcoins im Wert von 11 Milliarden Dollar. Damit sind sie heute die ersten Bitcoin-Milliardäre, wie Telegraph.co.uk berichtet. Viele Marktplätze haben ein X im Namen, das für Exchange (engl. «Austausch») steht. So etwa der berüchtigte Mt. Gox, der 2014 in Konkurs ging und bei Bitcoin zu einem Kurseinbruch führte. Die Plattform startete als Tauschbörse für Magic-Karten: Mt. Gox steht für «change». Ein Yoga-Center in Costa Rica akzeptiert seit Oktober Kryptowährungen als Bezahlung. Auf der Website prahlt der CEO des Unternehmens, dass seines das erste Yoga-Center der Welt sei, das diesen Schritt wagt. Der Kanton Zug profiliert sich schon seit einigen Jahren als «Crypto Valley». Der Begriff ist eine Anlehnung ans Silicon Valley. So wie es für Technologie steht, soll der Kanton Zug für die Blockchain stehen. In dem Kanton sind etwa Bitcoin Suisse und das Ethereum Project angesiedelt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind unabhängig von den grossen Finanzinstituten. Dafür lobte Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, die Kryptowährungen am Dienstag in seiner Rede in Zürich. Mit der Unabhängigkeit wird zudem Anonymität möglich– darum sind virtuelle Währungen auch für die Porno-Industrie interessant.

Umfrage
Es gibt ...

Mit Kryptowährungen bezahlen Kunden in der Regel anonymer, als das über herkömmliche Dienste, wie etwa bei der Bezahlung mit Kreditkarte, der Fall ist. Das dürfte vielen Porno-Konsumenten lieb sein.

Manche Anbieter von pornografischen Inhalten versprechen sich von Kryptowährungen zudem bessere Konditionen. Bestimmte Währungen konzentrieren sich darum exklusiv auf diese Industrie, um für die Branche optimiert zu sein. Aber ob Titcoin oder Vice Industry Token – in den meisten Fällen fehlen auch den Porno-Währungen noch die konkreten Anwendungsmöglichkeiten. Das zeigt die folgende Übersicht:

• Spankchain
Spankchain plant eine Website, auf der sich Benutzer erotische Live-Streams ansehen können. Sie soll bereits 2018 zugänglich sein. Bezahlen sollen Kunden mit der Kryptowährung Spank. Die Technologie dahinter basiert auf Ethereum. Das Unternehmen verspricht den Benutzern Anonymität. Spankchain will mit der eigenen Währung zudem der Diskriminierung gegenüber der Porno-Industrie entgegenwirken. Anbieter von gängigen Bezahlmethoden wie Paypal, Visa und Mastercard würden den Porno-Herstellern systematisch den Dienst verweigern, heisst es auf der Website von Spankchain.
Lancierung: November 2017
Startwert: 2,9 Rappen
Höchster Wert: 58 Rappen
Aktueller Wert: 21 Rappen

• Fapcoin
Ähnlich wie Spankchain will auch Fapcoin einen Ethereum-basierten Marktplatz aufbauen. Auf diesem sollen sowohl physische als auch digitale Produkte der Porno-Industrie erhältlich sein. Wann die Plattform erscheinen soll, ist nicht bekannt. Die Macher betonen als Vorteil von Fapcoin im Vergleich zu herkömmlichen Bezahlmethoden, dass mit Kryptowährungen keine Rückbuchungen möglich seien, wie sie in der Porno-Industrie bei Kreditkartenzahlungen sonst oft vorkämen. Der Wert der Währung auf den Marktplätzen ist allerdings seit der Lancierung stetig gesunken.
Lancierung: September 2017
Startwert: 20 Rappen
Höchster Wert: 20 Rappen
Aktueller Wert: 0,33 Rappen

• Titcoin
Bei Titcoin sollen Transaktionen merklich schneller als etwa bei Bitcoin verarbeitet werden, wirbt das Unternehmen hinter der Währung. Während eine Transaktion bei Bitcoin über eine Stunde dauern kann, soll sie bei Titcoin im Schnitt in nur sechs Minuten erfolgen. Die Macher bezeichnen Titcoin auf ihrer Website als «die offizielle Kryptowährung der Porno-Industrie». Wo man mit Titcoin tatsächlich direkt Produkte beziehen kann, ist jedoch nicht ersichtlich.
Lancierung: Juni 2014
Startwert: 0,67 Rappen
Höchster Wert: 7,4 Rappen
Aktueller Wert: 1,3 Rappen

• Sexcoin
Die Kryptowährung ist nach Eigenangaben «das Bezahlsystem der Zukunft für die Porno-Industrie». Dabei ist es die älteste Kryptowährung in dieser Auflistung. Im Vordergrund stehen anonyme, gebührenfreie Zahlungen, die wie bei Titcoin besonders schnell verarbeitet werden können. Wie der Name verrät, sollen alle Transaktionen im Zusammenhang mit Sex mit der Währung durchgeführt werden können. Seit 2017 gibt es den Sexcoin Maid Shop, in dem Benutzer mit Sexcoin Sexspielzeuge und andere Erotik-Artikel kaufen können.
Lancierung: Mai 2013
Startwert: 0,32 Rappen
Höchster Wert: 24 Rappen
Aktueller Wert: 2,9 Rappen

• Vice Industry Token
Vice Industry will Porno-Konsumenten für ihre Aufmerksamkeit belohnen. Dazu arbeitet das Unternehmen an einer Plattform, die den Nutzern Vice Industry Tokens gibt, wenn sie Pornos schauen. Die Firma hat sogar den Slogan «Get Paid To Watch Porn» als Markenzeichen registriert. Das neue Modell soll der Industrie eine Alternative zu werbebasierten Gratisvideos bieten. Am 21. März will Vice Industry das Mainnet lancieren, auf dem Transaktionen mit den Tokens stattfinden können. Auf Marktplätzen wird die Währung bisher nicht gehandelt.
Lancierung: Februar 2018

Die Kurswerte basieren auf den Statistiken des Aggregators Coinmarketcap.com.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saban Saulic am 12.03.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humor

    Warum machen wir normale Arbeiter keine eigene Kryptowährung? Zum Beispiel "ausgenutztVomStaatCoin". Würde Bitcoin innerhalb von 24 Stunden vom ersten Platz stossen.

    einklappen einklappen
  • Long John Silver am 12.03.2018 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superanomym...

    ...und auf der monatlichen Kreditkartenabrechnung sind dann die Belastungen drauf für Titcoin und Sexcoin. Geni(t)ale Idee!

    einklappen einklappen
  • John Hunki am 12.03.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zuviele

    Es gibt jetzt schon zuviele Kryptonwärungen, einige haben es auf einen kurzen Höhenflug geschaft, aber diese Hype dürfte vorbei sein und es gibt mehr Verlierer als Gewinner.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Timtim am 12.03.2018 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lieben heisst auch loslassen

    Ist euch die Zukunft der Erde so egal ? Wie sollen wir den Klimawandel schaffen mit Kryptowaehrungen ?

  • m. von kohlen und reibach am 12.03.2018 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kaufen kaufen

    Ich kaufe Titcoin.... Schon nur wegen dem Namen:-)

  • Adrian am 12.03.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ein riesen Schwachsinn

    Hört mal auf Bilder von vermeintlichen Coins zu posten! Es gibt sie schlicht und einfach nicht! Alles eine stinkende Luftblase, mehr nicht. Ist ja peinlich was der Mensch alles zu brauchen meint. Eine Transaktion mit der Postkarte = sofort! Eine Transaktion mit Bargeld = sofort! Wer kann nicht zufrieden sein mit heutigen Bezahl-Systemen?! Funktioniert ja alles bereits bestens.

    • Cryptooo am 12.03.2018 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      Ohjee...

      Ich denke du lebst in einer Blase wenn du das Gefühl hast alles funktioniert. Oder du bist im Banksektor aktiv...eins von beidem.

    • NextGen am 12.03.2018 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adrian

      Weil man mit der Postkarte nirgends im Internet bezahlen kann. Kreditkarte hat hohe Gebühren und bezahlt wird auf Kredit. Banküberweisungen dauern mindestens einen Tag. Wie kann man damit zufrieden sein?

    einklappen einklappen
  • John Hunki am 12.03.2018 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zuviele

    Es gibt jetzt schon zuviele Kryptonwärungen, einige haben es auf einen kurzen Höhenflug geschaft, aber diese Hype dürfte vorbei sein und es gibt mehr Verlierer als Gewinner.

    • Frank am 12.03.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

      Hype? Wo denn?

      Kryptowährungen und Digital Assets - sie kennen den Unterschied, oder? Bei den Digital Assets hat meiner Meinung nach noch gar kein Hype stattgefunden. Da gehts erst richtig ab, wenn die ganzen Plattformen ihre Main-nets rausbringen. Ich hab da ICON, VET und vor allem LSK im Auge..

    einklappen einklappen
  • Mike am 12.03.2018 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supply

    Es bringt nichts den Preis zu wissen, wenn man nicht weiss wie viele Coins im Umlauf sind. Das beste Beispiel ist Ripple. Alle kaufen Ripple weil sie denken das es günstig ist, dabei ist es eine der teuersten Kryptowährungen auf dem Markt.