Expansion

30. Juni 2015 18:25; Akt: 30.06.2015 18:57 Print

Die Putzfrau per Smartphone buchen

«Book A Tiger» heisst es – doch statt einer Raubkatze kommt die Putzhilfe. Der deutsche Reinigungsvermittler expandiert in die Schweiz.

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Das Wochenende an Grillpartys verbracht, im Büro Überstunden geschoben und nach Feierabend ruft der Beachvolleyballclub: Da bleibt keine Zeit, die Wohnung zu putzen. Bevor die Wohnung unter einer Staubdecke versinkt, soll nun möglichst rasch eine Putzfee her.

Dafür gibt es jetzt eine neue Lösung. Auf bookatiger.ch kann man bequem übers Internet eine Putzfrau buchen. In der Eingabemaske teilt man dem Anbieter mit, an welchem Tag, zu welcher Zeit und wie lange man die Reinigungskraft beschäftigen möchte. Der Stundenansatz liegt bei 35 Franken für regelmässige Einsätze und 37.50 Franken für einen einmaligen Putzservice – Sozialabgaben inklusive.

Wie wird die Putzfrau zum Tiger?

«Tiger sind grosse Katzen, die sehr reinlich sind, stolz und intelligent. Sie müssen einen super Job machen. Das machen unsere Tigers auch aus», sagt Mitbegründer Nikita Fahrenholz in einem Werbevideo.

Zudem kann man auch gleich eine Art Abo lösen, zum Beispiel, dass die Reinigungskraft alle zwei Wochen für zwei Stunden kommt. «Book A Tiger» verlangt von allen Putzfrauen einen Strafregisterauszug und überprüft, ob genügend Reinigungskenntnisse vorhanden sind. Werden die Vorgaben erfüllt, wird die Putzfee bei Book A Tiger aufgenommen.

Keine Schwarzarbeit

«Für die Reinigungskraft bleiben pro Stunde 23.70 Franken Brutto. Darin sind alle üblichen Sozialleistungen wie AHV, IV und Arbeitslosenversicherung sowie Ferien- und Feiertagsentschädigungen eingeschlossen», sagt Ulrich Lewerenz, Geschäftsführer von Book A Tiger. «Wir kümmern uns um alle administrativen Belange und rechnen mit den Ausgleichskassen ab.» So könne sich die Putzkraft auf die Arbeit konzentrieren und müsse sich nicht um Abrechnungen kümmern, arbeite aber trotzdem nicht Schwarz. Und für die Kunden, welche ihre Putzkraft legal anstellen wollen, entfällt das Ausfüllen vom AHV-Formular einmal im Jahr.

Die Putzkräfte arbeiten auf Abruf und werden nur für geleistete Arbeitsstunden bezahlt. Es gibt keine fixen Pensen. «Basierend auf unsere Erfahrung aus Deutschland können wir aber sagen, dass wir die von unseren Reinigungskräften gewünschten Pensen meistens erfüllen können», so Lewerenz.


Start-up mit Schweizer Beteiligung

Das Start-up Book A Tiger wurde vom Aargauer Claude Ritter mitbegründet. Der 35-Jährige hat bereits Erfahrungen mit Start-ups. Book A Tiger ist seine sechste Firma.
Zuvor war er Mitbegründer von Lieferheld, einer Platform, auf der man online Essen bestellen kann, die später als Delivery Hero international erfolgreich wurde. Letztere ist keine Unbekannte: Die deutsche Start-up-Schmiede Rocket Internet besitzt an Delivery Hero eine 30 Prozent-Beteiligung. Laut Branchenportal soll sie dafür 500 Millionen Euro bezahlt haben.


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