Abholstationen

21. November 2012 19:40; Akt: 21.11.2012 19:47 Print

Drive-In: Tester zufrieden, Experten skeptisch

von Hans Peter Arnold - Der Lebensmittel-Onlineladen Le Shop von Migros bezeichnet das erste Drive-in-Center als Erfolg. Auch bei Coop ist man mit dem Testbetrieb zufrieden. Experten sind jedoch skepetisch.

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Die Migros-Tochter LeShop zieht einen Monat nach der Eröffnung ihres ersten Abholcenters bei Biel eine positive Bilanz. Durchschnittlich 100 Personen würden täglich die übers Internet bestellten Artikel im Center in Studen bei Biel abholen. Damit wurden die Erwartungen des LeShop-Geschäftsführers Christian Wanner klar übertroffen. In der Startphase hätte man mit bloss 50 Bestellungen pro Tag gerechnet.

Nach dem ersten Monat belief sich der Umsatz auf rund 320'000 Franken. Der durchschnittliche Warenkorb kostet 106 Franken. 97 Prozent aller Kunden (1500) hatten die Einkäufe in weniger als fünf Minuten im Kofferraum, schreibt LeShop.

Kurze Zeit für Abwicklung

Dass bei LeShop die Zeit von der Bestellung bis zur Ausgabe der Ware nur zwei Stunden benötige und keine Mindestbestellmenge verlangt, sei positiv zu werten, meint Uwe Leimstoll, E-Commerce-Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Beim Konkurrenten Coop@home gilt ein Mindestbestellwert von 100 Franken.

Bereits seit einem Jahr ist das Drive-In-Center von Coop@home in Betrieb. Zu den Frequenzen am Standort Sihlquai in Zürich will sich Coop nicht äussern. «Wir sind mit der Entwicklung aber zufrieden», sagt Coop-Sprecher Urs Meier. Die Kundenreaktionen seien durchwegs positiv.

Die Drive-In Station hat Coop übrigens erweitert: Seit dem 1. Oktober können Online-Shopper auch ihre bestellte Heim- und Unterhaltungselektronik von der Coop-Marke Microspot abholen. Weitere Abholstationen werden derzeit geprüft.

«Vermutlich ein Eigengoal»

Die Lancierung von Drive-Center beweise die Innovationskraft des Detailhandels, kommentiert Experte Gotthard F. Wangler die jüngste Entwicklung. Er bleibt jedoch skeptisch: «Ich bezweifle sehr, ob diese Form des Einkaufens das Modell für die Zukunft ist.» Der emotionale Aspekt fehle in dieser Art des Shoppings wie beim E-Commerce generell. «Womöglich vergeben die Grossverteiler mit Drive-In-Centers wie auch generell mit Online-Shopping die Chance auf Zusatzumsatz aus ungeplanten Spontankäufen.»

Im Elektronik-Bereich haben sich Abholcenters aber sehr wohl etabliert, wie das Beispiel der Migros-Tochter Digitec zeigt. «Das ist eine Nische mit Zukunft», glaubt Wangler. Dass es grundsätzlich einen Bedarf an Abholung gibt, zeigt sich in der Unterhaltungselektronikbranche oder an den Abholschliessfächern, die DHL in Deutschland installiert hat.

Weniger als ein Prozent Umsatzanteil

In der Food-Sparte beträgt der Anteil an E-Commerce weit unter 1 Prozent. Coop und Migros setzen in der Lebensmittelsparte 31 Milliarden Franken um. LeShop als führender Online-Anbieter kam im vergangenen Jahr auf 150 Millionen Franken Umsatz, Online-Händler Coop@home erzielte einen Umsatz von 85 Millionen Franken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kuno Frei am 22.11.2012 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Experten...

    Faszinierend! Kaum in Betrieb und schon gibt es Experten dafür die selbstverständlich das nicht gut finden. Der Kunde wird es auf Dauer richten, ob positiv oder negativ! Dafür braucht es keine "Experten"!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kuno Frei am 22.11.2012 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Experten...

    Faszinierend! Kaum in Betrieb und schon gibt es Experten dafür die selbstverständlich das nicht gut finden. Der Kunde wird es auf Dauer richten, ob positiv oder negativ! Dafür braucht es keine "Experten"!