Moody's und Co.

27. November 2012 22:39; Akt: 27.11.2012 22:44 Print

EU will Ratingagenturen zähmen

Die Regeln für Moody's, Fitch und Standard & Poor's werden verschärft. Die EU will, dass die Ratingagenturen für Fehlentscheidungen haften.

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Die EU hat sich auf schärfere Regeln für Ratingagenturen geeinigt. Diese sollen künftig für grobe Fehlentscheidungen haftbar sein und ihre Urteile besser begründen.

Darauf haben sich Vertreter der EU-Kommission, des Europaparlaments und der EU-Staaten geeinigt, wie die Kommission am Dienstagabend bekanntgab. Die drei EU-Institutionen überarbeiten derzeit die geltenden Vorgaben.

So sollen die Agenturen künftig Bewertungen von EU-Staaten nur zu vorher gewählten Terminen verkünden, nur ausserhalb der Geschäftszeiten und rechtzeitig bevor in Europa die Börsen öffnen. Dies soll nervöse Reaktionen der Märkte abmildern. Die Agenturen müssen zudem offenlegen, nach welchen Kriterien sie ihre Entscheidung gefällt haben.

Moody's, Fitch oder Standard & Poor's

Für fahrlässige oder absichtlich falsche Bewertungen sollen die Agenturen haften. Bei der Bewertung bestimmter komplexer Papiere müssen sich die Agenturen abwechseln. Dies soll verhindern helfen, dass sich die gewinnorientierten Ratingagenturen mit zu rosigen Einstufungen das Wohlwollen ihrer Geldgeber sichern.

Ratingagenturen wie Moody's, Fitch oder Standard & Poor's bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen oder Staaten. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Finanzkrise: Je schlechter sie einen Staat bewerten, desto mehr Zinsen muss dieser seinen Gläubigern für geliehenes Geld zahlen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc/Weber am 28.11.2012 02:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Raitingagenturen

    Können ja auch nichts dafür das gewisse EU Staaten über ihre Verhältnisse leben.

    • Papierlischweizer am 29.11.2012 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      Anderer Hintergrund

      Die USA, Sitz der Ratingagenturen, leben massiv über ihre Verhältnisse, besitzen aber ein Toprating. Was hier abgeht, ist ein Währungskrieg zwischen einem wertlosen Dollar als (noch) weltweite Leitwährung und die Entwertung einer (möglichen) neuen Leitwährung namens Euro. Das Aus eines US-Dollars als Leitwährung wäre gleichzeitig das Ende der USA. Die Verschuldung einer Schweiz ist pro Kopf höher als jene in Deutschland.

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  • Sigi am 27.11.2012 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wolf huetet die Schafe...

    Ist aber auch hoechste Zeit. Bis heute koennen Rating Agenturen "raten" (im, oder nicht im Sinn von raten) wie es ihnen beliebt, ohne rationale Begruendungen, ohne jemanden Rechenschaft schuldig zu sein, und ohne Verantwortung zu tragen fuer Fehlentscheide. Zudem kann die gewinnorientierte Agentur mit ihrem "Insiderwissen" herrlich in die eigene Tasche wirtschaften und Maerkte manipulieren. Sollte jemand meinen das sei nicht so, kann ich nur den Kopf schuetteln ueber soviel Naivitaet.

  • Bruno Kübler am 27.11.2012 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Investoren werden EU-Länder meiden

    Und wer entscheidet ob es eine Fehlentscheidung war? Die EU......Ich kringle mich vor Lachen.....das Pack hält sich ja nicht mal an seine eigenen Regeln die zu Beginn der EU festgelegt wurden. Wenn jeder EU-Politiker für seine Fehlentscheidungen gerade stehen müsste würde es in Brüssel und Strassburg sehr leer und einsam mit Ausnahme des EUGH. Bis jetzt haben die Ratingagenturen in diesem Schuldenschlamassel noch eher moderat reagiert. Schönreden bringt Griechenland, Italien, Spanien und Portugal nicht in die Gewinnzone. Viel Glück wenn Investoren ausbleiben.

  • Peschä am 27.11.2012 23:22 Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsäusserungsfreiheit

    Das tönt ganz nach einer Einschränkung der Meinungsäusserungsfreiheit! Die EU möchte wohl, dass die Ratingagenturen Schönwetter verbreiten, auch wenn ein heftiger Sturm aufzieht. Das verzögert Probleme höchstens, lösen tut es sie sicher nicht.