Volkskrankheit

27. Mai 2018 05:26; Akt: 27.05.2018 08:33 Print

Ein Medikament gegen Migräne für 575 Franken

Hoffnung für Migränepatienten: Ein neues Medikament von Novartis soll demnächst auf den Markt kommen. Doch die Spritze gegen Kopfweh hat ihren Preis.

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Ein Novartis-Medikament hat das Potenzial zu einem Blockbuster: Ein Mann mit Migräne. (Archivbild) (Bild: Keystone/Oliver Killig)

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Ein neues Kopfweh-Medikament von Novartis weckt grosse Hoffnungen bei Migränepatienten. Mit Aimovig kommt erstmals ein Medikament auf den Markt, das den pulsierenden Kopfschmerzattacken vorbeugen kann. Letzte Woche hat die US-Arzneimittelbehörde FDA dem von Novartis und der amerikanischen Biotechfirma Amgen gemeinsam entwickelten Mittel die Zulassung erteilt, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Auch in der Europa und der Schweiz soll Aimovig in den nächsten Monaten auf den Markt kommen.

Ähnliche Medikamente haben die Pharmafirmen Eli Lilly, Teva Pharmaceutical und Alder Biopharmaceuticals in Entwicklung. Bei den Betroffenen – in der Schweiz leiden etwa eine Million Menschen an Migräne – sind die Erwartungen an die neuen Medikamente hoch. «Mich fragen Patienten schon seit Monaten danach», sagt Reto Agosti, Leiter der Kopfwehsprechstunde an der Klinik Hirslanden in Zürich.

In den Zulassungsstudien hat Aimovig überzeugt: Bei Migränepatienten, die vorher diverse Therapien erfolglos ausprobiert hatten, reduzierte Aimovig bei etwa 50 Prozent die Migräneattacken um rund die Hälfte. Aimovig ist ein sogenannter Antikörper und muss einmal monatlich gespritzt werden. In den USA kostet die Monatsspritze 575 Dollar, bei uns dürfte der Preis ähnlich hoch sein. Angesichts der grossen Zahl an Migränepatienten hat Aimovig das Potenzial zum Blockbuster.

(chk)