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Patienten-Rundumschutz
29. November 2011 20:35; Akt: 29.11.2011 20:35 Print
Eine Pflege-Versicherung lohnt sich nicht
von Elisabeth Rizzi - Je älter der Mensch, desto höher das Risiko, ein Pflegefall zu werden. Und dann wirds richtig teuer. Doch hierzulande ist es nicht sinnvoll, eine Pflegeversicherung abzuschliessen.

Wer in der Schweiz pflegebedürftig wird, dem greift der Staat bei Bedarf finanziell unter die Arme. Eine Pflegeversicherung lohnt sich kaum. (Bild: Keystone)
Die zunehmende Überalterung der westlichen Gesellschaften eröffnet Versicherern einen interessanten Markt; jenen der Pflegeversicherungen. Denn je älter Menschen werden, desto eher werden sie pflegebedürftig. Und das kostet: 80 Prozent der Gesundheitskosten verursachen Menschen in den letzten zwei Lebensjahren. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass sich die Pflegekosten bis 2050 mindestens verdoppeln werden.
Kein Wunder decken private Pflegeversicherungen in Japan (dem Land mit der stärksten Überalterung der Welt) bereits 7 Prozent der gesamten Pflegekosten. In den USA sind es 5 Prozent. Und in Frankreich besitzen bereits 15 Prozent der Bevölkerung eine Police für Langzeitpflege.
Pflege geht ins Geld
Auch in der Schweiz kann Langzeitpflege schnell ins Geld gehen. Unterkunfts- und Verpflegungskosten in einem Heim belaufen sich schnell auf 5000 bis
In der Schweiz sind Pflegeversicherungen ein absolutes Nischenprodukt. Helsana als Marktführerin verzeichnet für ihre Pflegeprodukte «Cura» und «Vivante» gerade eben mal
Das hat seinen Grund: Die Versicherungsprodukte sind ziemlich teuer, sie kosten nämlich zwischen 70 und 351 Franken monatlich. Die Leistungen hingegen sind angesichts der hohen Pflegekosten ziemlich bescheiden. Bei Generali kriegt man beispielsweise für die Monatsprämie von 351 Franken bloss eine Rente von 2500 Franken monatlich für einen Heimaufenthalt bzw. 625 für ambulante Pflege. Kommt hinzu: Pflege durch Angehörige wird nicht entschädigt.
Freie Rente als Alternative
Für Vermögende lohnt sich somit eine Pflegeversicherung nicht. Die teuren Prämien können sinnvoller angelegt werden. Personen mit wenig Ersparnissen können sich dagegen eine Pflegeversicherung gar nicht leisten. Für letztere gibt es aber auch andere Lösungen. So greift der Staat mit Ergänzungs- und nach längerer Pflegebedürftigkeit Hilflosenleistungen ein, wenn die Pflegekosten die finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Bereits mehr als jeder zweite Heimbewohner ist auf Ergänzungsleistungen angewiesen.
Für den Mittelstand mit einigen Hunderttausend bis einer Million Franken Ersparnissen dagegen, empfiehlt es sich, trotz miesem Zinsumfeld eine reine Rentenversicherung fürs hohe Alter abzuschliessen. Denn das hierüber ausgezahlte Geld ist nicht an einen Verwendungszweck gebunden und kann somit auch für andere Ausgaben genutzt werden.





























