Einkaufstourismus

30. Juni 2015 12:04; Akt: 30.06.2015 16:27 Print

Eine Stunde Auto fahren für Ausland-Schnäppchen

Der starke Franken hat den Einkaufstourismus begünstigt, zeigt eine Studie. Jeder zweite Befragte kauft seit der Aufhebung des Mindestkurses mehr im Ausland ein.

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Schweizer nehmen für den Einkaufstourismus lange Wege auf sich: Fahrzeuge mit Schweizer Kennzeichen vor einer Edeka-Filiale in Jestetten. (16. Januar 2015) (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Eine Studie der Universität St. Gallen bestätigt die erwartete Entwicklung: Seit dem 15. Januar hat der Einkaufstourismus weiter zugenommen. Betroffen sind nicht nur die Grenzgebiete. Im Schnitt sind die Konsumenten fast eine Stunde lang unterwegs.

Für die Erhebung des Forschungszentrums für Handelsmanagement an der Universität St. Gallen wurden 3000 Einkaufstouristen in der Deutschschweiz befragt. Eines der Ergebnisse: In den Branchen Lebensmittel, Drogerie, Bekleidung, Sport und Einrichtung verliert der Schweizer Detailhandel knapp 9 Milliarden Franken.

Kauf von Nahrungsmitteln

Am meisten betroffen ist die Lebensmittelbranche mit einem Umsatzabfluss von 2,8 Milliarden Franken, gefolgt von der Einrichtungsartikel- sowie der Bekleidungsbranche.

Seit der Aufhebung des Mindestkurses deckt sich etwa die Hälfte der Konsumenten vermehrt im grenznahen Ausland ein: Etwa ein Viertel davon kauft bis zu 20 Prozent mehr ein. 12 Prozent der Befragten haben ihre Einkäufe um 50 Prozent und mehr erhöht.

Auch Innerschweiz stark betroffen

Auch Konsumenten, die etwas weiter von der Grenze entfernt wohnten, seien offenbar inzwischen bereit, zum Einkaufen ins Ausland zu fahren, heisst es in der Studie. Trotz regionaler Unterschiede sei auch die Innerschweiz stark vom Einkaufstourismus betroffen.

Im Durchschnitt fahren Einkaufstouristen fast eine Stunde und nehmen einen Weg von zirka 50 Kilometern auf sich. Der Grossteil nutzt das Auto für Einkäufe im grenznahen Ausland. Lediglich 14 Prozent reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Gemäss der Untersuchung würde erst ein Wechselkurs von 1.40 Franken den Einkaufstourismus unattraktiv machen. Dies zeige, dass eine Abschwächung des Frankens kurz-und mittelfristig kaum zur Eindämmung des Einkaufstourismus beitrage, heisst es im Communiqué des Forschungszentrums für Handelsmanagement.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.m am 30.06.2015 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...was für ein Verhältnis

    Wc Papier: 1.20 ----12.50fr Waschmittel: 3.50------28.50fr Haarspray: 80 cent-------8.50fr Und das bei den SELBEN Marken!!! Noch Fragen??

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  • Bartli Mostträger am 30.06.2015 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Deo in DE

    Solange mein Deo im Coop CHF3.50 kostet und in DE 0,80 wird mich da niemand so schnell aufhalten.

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  • Tourist am 30.06.2015 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    so ist das Leben. Macht spass in Germany einzukaufen anstelle in der Hochpreisinsel Schweiz. Zu verdanken haben wir das unseren Politikern und deren Loobyisten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gerda Frisch am 01.07.2015 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige und blinde Bürger

    Tolle Kommentare lese ich hier, die Fronten sind klar. Fakt ist; Diese Entwicklung ist Hausgemacht, voraus angetrieben durch die Wirtschaftsverbände und Wachstumsfetischisten, abgesegnet oder ausgesessen von unserer Politik, welche auch Mehreinnahmen sucht und findet. Alle die machen natürlich ein gutes Geschäft. Auf der Strecke bleibt nun der untere Mittelstand. Was, das Haushalts-Budget wird knapper und unterschreitet die Grenze? Wo kann gespart werden, wo alles teurer wird? Naja, und, die lustigsten Kommentare hier sind die, welche auf Patriotismus machen. Hihihi.

  • Felipito am 01.07.2015 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Industrie

    Was jammert wer schon wieder und chauffiert sich über die Schweizer Privathaushalte, die im günstigeren Ausland einkaufen? Schliesslich machen es die grossen vor oder was glaubt ihr wo die Multis ihre Rohstoffe, Halbfabrikate oder gar Fertigprodukte herhaben? Selbst wenn jeder CH-Einwohner in der Schweiz einkaufen würden, ein Tropfen auf den heissen Stein ...

  • D-Mann am 01.07.2015 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufstouristen

    Wann kapieren die Schweizer Einkaufstouristen das man in DE auf der Landstrasse 100 km/h fahren darf ? Und in DE sagt niemand Grüezi . Andere Länder andere Sitten.

    • Ramona Müller am 01.07.2015 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jeder Jeck ist anders

      Jeder Jeck ist anders. Es ist doch schön das versch. Möglichkeiten gibt sich zu begrüßen. Moin, Servus, Grüzi usw. Nix ist falsch. Besser ein Gruß als keinen!

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  • rado am 01.07.2015 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Die durch die hohen Preise

    in der Schweiz generierten Gewinne machen nur die CEO's und weitere Kaderleute reich(er). Da sie die immer noch zu hohen Gewinne nicht an die Basis weitergeben, sind viele mit ihren Dumpinglöhnen fast gezwungen Alternativen zu suchen. Da sich die Einkommensschere mit der heutigen Politik immer weiter öffnet und unsere "Volksvertreter" die Wirtschaftsverbände und für viele Arbeitgeber sogar entsprechend unterstützen, wird der Einkaufstourismus so weiter gehen. Auch die RAV und die Sozialämter sind am Lohndumping mitschuldig, weil sie bei Verweigerung dieser Dumping-Jobs mit Sanktionen drohen...

  • Verärgerter Bürger am 01.07.2015 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Grund für Patriotismus

    Wieso soll man heute noch Patriotisch sein? Die Schweiz wird immer mehr überbevölkert mit Leuten aus dem Ausland. Flüchtlinge ohne Ende und wir dürfen auch nicht Nein sagen! Also können wir genau so gut auch im Ausland einkaufen! Wie du mir so ich dir Vater Staat. Dadurch geht zwar die Volkswirtschaft kaputt aber vielleicht merkt man es dann ja mal endlich. Ich will nicht immer noch mehr Leute und noch mehr zahlen, Mieten, KK, SBB, Versicherungen etc. sind sonst schon teuer genug. Ich werde dann wieder patriotisch wenn es einen Grund dafür gibt, vorher kaufe ich alles was geht im Ausland ein.