Kreative Nutzung

25. April 2018 16:00; Akt: 26.04.2018 10:21 Print

Dachgärten könnten ganze Schweizer Stadt ernähren

von V. Sadecky - Gemüse, Strom, Restaurants – eine neue Studie zeigt, in welchem Umfang Dächer und Fassaden nutzbar gemacht werden könnten.

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In Dächern und Fassaden von Gebäuden steckt mehr Potenzial, als nur Schutz vor dem Wetter zu bieten. Die Immobilienfirma Wüst und Partner zeigt in ihrem aktuellen Immo-Monitoring auf, wie viel dieser Fläche auf ökologische oder ökonomische Art genutzt werden könnte: Auf neun Prozent der Schweizer Dächer könnte dank genügend horizontaler Fläche und Tragfähigkeit im grossen Stil Urban Farming betrieben werden. Dabei gehen die Macher der Studie davon aus, dass für die Ernährung eines Menschen 500 bis 700 Quadratmeter Fläche gebraucht wird. Mit der vorhandenen Dachfläche könnten insgesamt 90000 Personen ernährt werden. Also zum Beispiel die gesamte Bevölkerung der Stadt Luzern ... Klassische Gemüsebeete könnten dabei mit Hydrokulturen und Fischzuchten ergänzt werden. Für Cafés und Restaurants könnten rund drei Prozent aller Schweizer Dächer gewinnbringend genutzt werden. Prädestiniert dafür sind Gebäude an guten Passanten- oder Geschäftslagen, die zudem in den darunterliegenden Geschossen bereits über Zugangspunkte verfügen. Knapp zwei Prozent der schweizerischen Fassaden- und Dachfläche könnte für Werbung genutzt werden. In der Studie werden dafür in urbanen, gut sichtbaren Zonen Megaposter und Leuchtreklame vorgeschlagen. Sie führt an, dass an der Zürcher Bahnhofstrasse für durchschnittlich 250 Quadratmeter bis zu 70'000 Franken pro Monat bezahlt werden. Bei mehr als jedem zweiten Gebäude der Schweiz liesse sich mit Solarstromanlagen Energie erzeugen. Dazu müssten auf gut 247 Quadratkilometern Dach- und Fassadenfläche Solarstrom-Anlagen installiert werden. So könnten 44000 Gigawattstunden Strom produziert werden, was 75 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz decken würde. Die Amortisierung der Anlagen würde 20 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen.

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Dächer und Wände von Gebäuden weisen deutlich mehr Potenzial auf, als bloss als Schutz vor dem Wetter zu dienen. Würden sämtliche Dächer und Fassaden aller Schweizer Gebäude auseinandergefaltet, entstünde eine Fläche von rund 1360 Quadratkilometern, was etwa der Grösse des Kantons Aargau entspricht. Die Immobilienfirma Wüest Partner zeigt in ihrem aktuellen Immo-Monitoring auf, wie viel dieser Fläche auf ökologische oder ökonomische Art genutzt werden könnte:

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Lebensmittelanbau
Auf neun Prozent der Schweizer Dächer könnte dank genügend horizontaler Fläche und Tragfähigkeit im grossen Stil Urban Farming betrieben werden. Dabei gehen die Macher der Studie davon aus, dass für die Ernährung eines Menschen 500 bis 700 Quadratmeter Fläche gebraucht wird. Mit der vorhandenen Dachfläche könnten insgesamt 90'000 Personen ernährt werden. Also zum Beispiel die gesamte Bevölkerung der Stadt Luzern. Klassische Gemüsebeete könnten dabei mit Hydrokulturen und Fischzuchten ergänzt werden.

Stromerzeugung
Bei mehr als jedem zweiten Gebäude der Schweiz liesse sich mit Solarstromanlagen Energie erzeugen. Dazu müssten auf gut 247 Quadratkilometern Dach- und Fassadenfläche Solarstrom-Anlagen installiert werden. So könnten 44'000 Gigawattstunden Strom produziert werden, was 75 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz decken würde. Die Amortisierung der Anlagen würde 20 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen.

Gastronomie
Für Cafés und Restaurants könnten rund drei Prozent aller Schweizer Dächer gewinnbringend genutzt werden. Prädestiniert dafür sind Gebäude an guten Passanten- oder Geschäftslagen, die zudem in den darunterliegenden Geschossen bereits über Zugangspunkte verfügen.

Werbung
Knapp zwei Prozent der schweizerischen Fassaden- und Dachfläche könnte für Reklame genutzt werden. In der Studie werden dafür in urbanen, gut sichtbaren Zonen Megaposter und Leuchtreklamen vorgeschlagen. Sie führt an, dass an der Zürcher Bahnhofstrasse für durchschnittlich 250 Quadratmeter bis zu 70'000 Franken pro Monat bezahlt werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dachgärtner am 25.04.2018 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu viele Auflagen

    Weil es in vielen Dörfern das Dorfbild stören würde,wird es sehr schwierig solches umzusetzen! Leider...

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  • #noVegan am 25.04.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4life

    Ich schiesse mein Znacht jetzt schon von den Dächern.

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  • Pico am 25.04.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    So könnte man die Stadt Zürich nutzen mit Urban Farming aber nicht das Grünzeug welches auf dem Kochdach wächst. Liebe Stadt-Grüne das wär doch eine Werbekampagne für die nächsten Wahlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stadtmensch am 26.04.2018 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Wünsche

    Ich will von meinem Vermieter auch einen schönen Stadt-Dachgarten mit Gratisgemüse. Und bitte auch gleich noch einen Gratis-Gärtner dazu. Der kann ja mit der S-Bahn problemlos aufs Land pendeln und gleich den Dünger und das Wasser mitbringen.

  • Bauernsohn am 26.04.2018 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten, dass

    Wieder so eine Gemüsetöpfchenmode von ein paar grünen Idealisten, die etwa so lange aktuell ist, bis diese merken, dass die Sache mit Arbeit, Zeit und schmutzigen Händen verbunden ist.

  • Marc am 26.04.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Ja dann können wir ja alles zubauen und Flachdächer drauf setzen. Das wird viele freuen.

    • Blick fürs Ganze am 26.04.2018 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Man könnte aber auch in den Untergrund wohnen gehen und die Oberfläche der Welt für grüne Anbauideen reservieren.

    • Ira vom Gubel am 26.04.2018 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      bitte keine Kunstlichtwohnideen

      Was ist der Mensch ohne Tageslicht, er würde eingehen wie eine Primel. Es gäbe noch mehr Depressionen, nicht nur im Winter....

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  • Realist am 26.04.2018 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüne Wünschträume

    Jedem Dach sein Gemüsetöpfli. Halt wieder so eine Schnapsidee, die mit viel Handarbeit verbunden ist. Ökonomisch ist das am Ende sicher nicht.

    • Kranker Realist am 26.04.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      Komischer Realist

      Der Realist sieht wieder nur schwarz/weiss! Übrigens haben schon einige ein "Gemüsetöpfli" auf dem Dach oder Balkon, und dies einfach weil es Spass macht. Den Realisten fehlt es an Fantasie um neue Projekt umzusetzen. Der Realist lässt es lieben anderen Probleme der Zukunft zu lösen. Der Realist wird immer mit realistische Nörgelei beschäftigt sein!

    • Einer aus Seldwyla am 26.04.2018 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Die grünen Stadt-Daumen sind offenbar anderer Meinung. Deshalb haben sie in Zürich ja auch ganze Plätze mit Schiefer zu einem grossen Backofen umgebaut.

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  • Bürger am 26.04.2018 03:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bio Treibstoff Produktion

    Mit der Urban Farming soll unser nachwachsender Bio Treibstoff entstehen für unsere Fahrzeuge, ich würde das nicht Konsumieren was auf dem dach wächst wegen den Abgasen und Giftsoffe in den Pflanzen.

    • Wuschi am 26.04.2018 03:20 Report Diesen Beitrag melden

      Sportplatzabwart

      In der Not frisst der Teufel nicht nur Fliegen, sondern auch noch Kunstrasen von Monsanto.

    • Gen-Mais am 26.04.2018 08:14 Report Diesen Beitrag melden

      Bei den Bauern nicht besser

      Ob das was die Bauern produzieren weniger Gift beinhaltet, bezweifle ich mal so einfach.

    • zufuss am 26.04.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      Autoabgase sind flächendeckend vorhanden

      Normalgemüse, das immer wieder mit amtlich erlaubten Giften bespritzt wird und neben stark befahrenen Strassen oder in Flughafennähe auf Feldern wächst, schmeckt jedoch?

    • matt frey am 26.04.2018 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bürher

      Können Sie aber gerne machen. denn die meisten Abgase gehen erst einmal nach unten und werden dann vom Wind verteilt. Insofern dürfte Dachgemüse gesünder sein als welches das neben einer Autobahn wächst

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