Abgas-Skandal

06. Mai 2018 06:00; Akt: 06.05.2018 08:56 Print

Ex-VW-Chef muss um sein Vermögen fürchten

Da in Deutschland Manager auch haften, wenn sie nachlässig waren, droht Martin Winterkorn der Verlust seines gesamten Vermögens.

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In der Affäre um manipulierte Abgaswerte prüft der Volkswagenkonzern Schadensersatzansprüche gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Winterkorn drohe im Extremfall der Verlust seines kompletten Vermögens, berichtete die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung».

Das Blatt beruft sich auf Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Im Umfeld des Aufsichtsrates kursieren demnach bereits Zahlen, wie viel von dem tief gefallenen Manager-Star zu holen ist. In der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover sei von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

Manager haften bei Nachlässigkeit

Der VW-Chef hat dem Bericht zufolge im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere im Dienste des Autoherstellers mehr als 100 Millionen Euro verdient. Allein seine Pensionsansprüche summieren sich demnach auf knapp 30 Millionen Euro. Selbst wenn Winterkorn nicht einmal eine Mitwisserschaft am Betrug nachgewiesen werde, müsse er um sein Vermögen fürchten. Denn Manager haften nach deutschem Recht nicht nur, wenn sie einem Unternehmen willentlich schaden, sondern auch, wenn sie mit den Kontrollmechanismen nachlässig waren.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig sind die deutschen Ermittlungen gegen Winterkorn und 38 weitere Beschuldigte wegen der Manipulation von Dieselfahrzeugen fast abgeschlossen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte der Zeitung, dass den Verteidigern der Beschuldigten «im Sommer» Akteneinsicht gewährt werden solle. Winterkorn wurde am Donnerstag bereits in den USA wegen des Abgasskandals angeklagt. Ihm werden Verschwörung und Betrug vorgeworfen.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Otmar G. am 06.05.2018 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...eine gute Sache

    ... hierzulande kassieren sie nur, ohne zu haften. Oft gibts noch einen goldenen Fallschirm mit auf den Weg.

  • Trollgeflüster am 06.05.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber Hallo...

    Ach das ist mal ein wirklich gutes Gesetz!! Sollte zwingend in der Schweiz auch eingeführt werden!!

    einklappen einklappen
  • Jonny sh am 06.05.2018 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal schauen

    Das wäre mal positiv, sollten solche Typen mal zur Rechenschaft gezogen werden. Dies würde der Wirtschaft sehr nützen. Diese Machenschaften müssen aufhören. Wobei, dran glauben mag ich noch nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Diesel am 06.05.2018 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vermögen

    Hat er vor bekanntwerden des Skandals seiner Frau ueberschrieben....

  • eu befürworter am 06.05.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU gesetz annehmen

    wir sollten endlich das eu gesetz übernehmen dann ist schluss mit unseren schweizer gesetz das löchrig ist wie ein emmentalerkäse uns sich jeder zurechtbigt

  • DS am 06.05.2018 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut!

    Und das hat Deutschland der Schweiz definitiv voraus! Hut ab!

  • Bürger am 06.05.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    alles weg nehmen

    Sollte das tatsächlich passiere, dass WK sein gesamtes Vermögen verliert muss das Schule machen überall auch in der Politik ! so überlegen sich die feinen Herren 2 mal ob sie Leute hintergehen oder nicht

  • Joesf G. am 06.05.2018 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden sehen..... 

    Grosse Sprüche aber kaum etwas dahinter. Ich glaube es erst, wenn das auch wirklich umgesetzt ist. Bis dann kann er sich aber schon lange bei einer Stiftung oder so eingekauft und geniest sein Honigleben auf Umwegen!