Konten offenlegen

04. Dezember 2012 12:20; Akt: 04.12.2012 12:41 Print

FATCA-Abkommen mit den USA steht

Die Schweiz und die USA haben das FATCA-Abkommen paraphiert. Damit wollen die USA ihre Bürger zwingen, Auslandkonten offenzulegen. Wer nicht spurt, der zahlt.

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Die Schweiz und die USA haben sich auf ein Abkommen zu FATCA geeinigt. Dieses sei am (gestrigen) Montag paraphiert worden, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Dienstag im Ständerat. Sie hofft, dass das Abkommen Anfang 2014 in Kraft treten kann.

Mit dem «Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA) vom März 2010 wollen die USA erreichen, dass sämtliche Auslandskonten von US-Steuerpflichtigen besteuert werden. Dazu verlangt FATCA von ausländischen Finanzinstituten grundsätzlich, US-Konten zu melden.

Verweigert ein Kunde seine Zustimmung zur Meldung, muss das Finanzinstitut 30 Prozent auf Zahlungen aus den USA erheben. Eine solche prohibitive Quellensteuer käme laut Finanzdepartement einem faktischen Ausschluss schweizerischer Finanzinstitute vom grössten Kapitalmarkt der Welt gleich.

Ausnahmen für Schweizer Banken

Der Bundesrat strebt darum Erleichterungen bei der Umsetzung von FATCA an, ohne das Bankgeheimnis aufgeben zu müssen. Über die Eckwerte hatten sich die Schweiz und die USA im letzten Sommer geeinigt.

Demnach sollen Finanzinstitute nicht verpflichtet werden können, unkooperative US-Kunden namentlich zu melden, einen Steuerabzug vorzunehmen oder deren Konto zu schliessen. Die USA können zu unkooperativen Kunden jedoch mittels Gruppenersuchen Amtshilfe verlangen.

Gewisse Finanzinstitute wie Sozialversicherungen, Pensionskassen oder Sachversicherungen sollen vom Geltungsbereich von FATCA ausgenommen werden. Zudem soll der Datenaustausch nicht über eine zentrale Datensammlung des Staates erfolgen, sondern direkt von den Schweizer Finanzinstituten zur US-Steuerbehörde.

Details zum Ergebnis der Verhandlungen nannte Widmer-Schlumpf im Rat nicht. Das Finanzdepartement hat für den Nachmittag eine Pressemitteilung angekündigt. Der Text des Abkommens wird jedoch nicht vor der Unterzeichnung veröffentlicht.

Rasche Behandlung

Laut Widmer-Schlumpf wird sich der Bundesrat bis am 9. Januar mit dem Abkommen befassen. Darauf will er eine abgekürzte Konsultation zur Vorlage durchführen. Im Sommer soll das Abkommen ins Parlament kommen. Inklusive der Referendumsfrist von hundert Tagen wäre es damit möglich, das Abkommen auf Anfang 2014 in Kraft zu setzen.

Parallel zum FATCA-Abkommen verhandelt die Schweiz mit den USA seit über einem Jahr über eine Globallösung im Steuerstreit zur Regelung altrechtlicher Vermögenswerte. Ein direkter Zusammenhang bestehe nicht, sagte die Bundespräsidentin im Ständerat. Das FATCA-Abkommen diene als Übergangslösung und schaffe Rechtssicherheit für die Finanzinstitute.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klaus am 04.12.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Weissgeldstrategie, weiter so!

    Endlich nimmt man die Weissgeldstrategie ernst. Ohne Datenaustausch und totaler Kontrolle des Staates über die Finanzinstitute! So muss das gehen, wir in der Schweiz zahlen ja auch Quellensteuer. Das Swiss Modell wird sich noch in vielen Bereichen der Welt etablieren. Und das ist gut so!

    • Supermario am 04.12.2012 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ironisch?

      Ist aber ironisch gemeint? Selbstredend kann jegliches Geschäft mit Steuern und Auflagen belegt werden. Ob es dann schlussendlich noch zustande kommt, bleibt aber die grundsätzlich andere Frage! Kein Geschäft, kein Profit und damit irgendwann auch keine Arbeit mehr. So einfach und simpel.

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  • Bidu am 04.12.2012 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Übergangslösung

    Die Verhandlung ist endlich fortgeschritten. Gute Idee von Berater. Machen so weiter mit anderen Ländern. z.B. Deutschland

    • Supermario am 04.12.2012 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher nicht...

      Sicher nicht; FATCA ist die Ausgeburt einer linksgerichteten Regierung, welche jeglichen Bezug zu vernünftiger Bürokratie verloren hat. FATCA VERHINDERT allerhöchstens Geschäfte und mich nimmt nur Wunder, WO die Amis überhaupt im Ausland noch ein Konto eröffnen können

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  • Realist am 04.12.2012 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kann jemand die Abkürzung Sprechen?

    Ich kann es nicht... ist ja üüüübel... Ach ja.... habt ihr euch schonmal gefragt warum die USA/EU etz... immer von Datenaustuasch reden? Ich frage mich was wir dafür Kriegen?

    • USA Ami am 04.12.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      US Doller begeht Selbstmord

      Die USA haben Verloren alle wollen nicht mehr Lange mit Doller Handeln

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