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01. Februar 2012 23:01; Akt: 02.02.2012 02:32 Print

Facebook wagt Sprung an die Börse

Facebook geht an die Börse. Dies teilte das Internetnetzwerk am Mittwochabend nach Börsenschluss in New York mit. Damit sollen 5 Milliarden Dollar generiert werden.

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(Bild: Keystone)

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Das Online-Netzwerk Facebook hat am Mittwoch die Unterlagen für seinen erwarteten Börsengang eingereicht. Daraus geht hervor, dass das Unternehmen mit dem Schritt rund fünf Milliarden Dollar einnehmen will. Ein Datum für den Börsengang teilte Facebook zunächst nicht mit.

Das Volumen des Börsengangs liegt damit nur halb so hoch wie ursprünglich erwartet. Allerdings kann sich diese Summe noch erhöhen. Es ist üblich, dass Firmen tiefstapeln, dann die Reaktion der Investoren abwarten und - falls genügend Nachfrage besteht - später den Preis erhöhen.

Geschäftszahlen offengelegt

Facebook legte wegen seiner Börsenambitionen zum ersten Mal in seiner Geschichte Geschäftszahlen vor. Wie das veröffentlichte Börsenprospekt verrät, wächst Facebook rasant und verdient auch Geld, vor allem mit Werbeeinnahmen: Im vergangenen Jahr blieben unterm Strich 1 Milliarde Dollar übrig, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin schon 229 Millionen Dollar. Der Umsatz lag zuletzt bei 3,7 Milliarden Dollar.

«Bei sozialen Netzwerken ist Facebook der Platzhirsch schlechthin. Es ist die Firma, an der sich alle messen», sagte kurz vor Bekanntgabe des Börsengangs der Analyst Michael Gartenberg von der Beratungsfirma Gartner. Auch wenn das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Palo Alto inzwischen auf die Marke von einer Milliarde Nutzer zusteuere, sehe er für den Konzern noch immer «riesige Wachstumsmöglichkeiten». Facebook arbeite zudem daran, sich neben der Werbung neue Erlösquellen zu erschliessen, etwa im Mobilgeschäft und mit Online-Spielen, Musik und Filmen.

Viele Investoren stellen sich aber die Frage, ob die veröffentlichten Geschäftszahlen die kolportierte Firmenbewertung von 75 bis 100 Milliarden Dollar rechtfertigen. Facebook selbst lässt in dem Börsenprospekt noch keine Rückschlüsse zu, welchen Wert das Management dem Unternehmen zumisst. Weder wird die Anzahl der auszugebenden Aktien angegeben, noch der Preis für das einzelne Papier.

Spektakulärster Börsengang

Bis zum eigentlichen Börsengang, der für das späte Frühjahr oder den Sommer erwartet wird, wird Facebook die Informationen noch nachreichen. Dann wird auch feststehen, ob sich Gründer Mark Zuckerberg selbst von Anteilen trennt. Er hält laut den Angaben aus dem Prospekt gut 28 Prozent der Anteile. Das gesamte Management kommt auf 70 Prozent, der Rest liegt bei Finanzinvestoren.

Facebook gilt als der spektakulärste Börsengang des Internet- Zeitalters angesichts der 845 Millionen Nutzer. Bereits seit Tagen ist die Wall Street in heller Aufregung. Investoren hoffen auf ein lukratives Investment, Banker und Aktienhändler auf satte Gebühreneinnahmen.

(sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karli am 02.02.2012 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    ob Mark

    schneller verkaufen kann als die Blase plazt? Nun wu der Druck durch die Datenschützer immer grösser wird schnell noch verschleudern.

  • Marco am 02.02.2012 01:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit dem

    845 Mio. Nutzer ist ne Menge. Facebook kommt bei mir in den nächsten Tagen aber weg.

  • Martina am 02.02.2012 02:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wann wird FB eine Bank?

    FB wird schneller fallen als sie hochgekommen sind. Gierige Köpfe haben einem erfolgreichen Unternehmen nie lange (erfolgreich) gedient. Wir kennen das ja bereits von uns, UBS, Swissair..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Louis am 02.02.2012 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    bis dieser neue Social-Media-Hype platzt

    Logisch, dass diejenigen, welche bereits einige hundert Millionen in Facebook investiert haben (einige US-Banken, Promis, etc.), endlich ihre Kohle vermehrt haben wollen. Darum drängen diese jetzt Facebook an die Börse. Dabei ist Facebook eine Daten-Müllhalde von Benutzern, welche leichtsinnig ihr Privatleben ins Netz stellen.

  • Figumari am 02.02.2012 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook steht erst am Anfang.

    In Facebook steckt noch so viel Potential: Musik- und Videoverkauf, Apps, Messenger, u.s.w. Da wird noch einiges kommen die nächsten paar Jahre.

    • chefit am 02.02.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Torschlusspanik@Facebook

      ja genau ^^ Abgesehen vom Umstand dass Facebook am Zenit angekommen ist und die die von Ihnen genannten Nischen schon von besseren besetzt sind, als dem User-Datensammler/-verkäufer Facebook, ist der Gang an die Börse vor ACTA einfach ein Signal der Hilflosigkeit und Geldgier, sowie Angst vorm Platzen...

    einklappen einklappen
  • Don Norvol am 02.02.2012 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ich verstehe nicht, wie eine Firma, deren Konzept "mit Leichtigkeit" kopiert werden kann, gleich hoch bewertet wird, wie z.B. Siemens und sonstige Unternehmungen der Industrie. Wann platzt die Blase? Und welche Folgen ergebensich daraus?

  • Raphael am 02.02.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher titel

    Facebook wagt?????? Facebook MUSS an die Börse gehen weil sie langsam aber sicher zu viele private Investoren hat!

  • Karli am 02.02.2012 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    ob Mark

    schneller verkaufen kann als die Blase plazt? Nun wu der Druck durch die Datenschützer immer grösser wird schnell noch verschleudern.