Bierkonsum

19. November 2012 12:18; Akt: 19.11.2012 15:47 Print

Fast jedes vierte Bier kommt aus dem Ausland

4,6 Millionen Hektoliter Bier sind im vergangenen Braujahr in der Schweiz getrunken worden. 23,7 Prozent des Gerstensafts stammte aus dem Ausland.

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In der Schweiz stagniert der Bierkonsum. (Bild: Keystone)

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In der Schweiz wird immer mehr ausländisches Bier getrunken. Der Marktanteil beträgt inzwischen fast 24 Prozent. Trotz des Booms an Kleinbrauereien ist der Absatz der heimischen Hersteller im Braujahr 2011/12 (per Ende September) dagegen erneut gesunken.

Damit setzten sich die Trends der letzten Jahre fort, wenn auch weniger prägnant. Für den Schweizer Brauerei-Verband (SBV) ist es ein Hoffnungsschimmer, dass sich das Absatzwachstum der Importbiere von 7,1 Prozent im Vorjahr auf 4,1 Prozent verlangsamt hat und sich das Minus der schweizerischen Bierproduktion (-0,3 Prozent) in Grenzen hält.

Einwanderer bleiben ihrem Bier treu

Insgesamt wuchs der Schweizer Biermarkt im vergangenen Braujahr um 0,7 Prozent auf rund 4,6 Millionen Hektoliter. Der Pro-Kopf- Konsum dürfte aber weiter gesunken sein, nahm doch die Wohnbevölkerung in den letzten Jahren stets um rund 1 Prozent zu.

Die Einwanderer bleiben teils Biermarken aus der Heimat treu. So stammen 12,2 Prozent der importierten Biere aus Portugal, 14,5 Prozent aus Frankreich und 51 Prozent aus Deutschland. Dieser Neuzuzüger-Effekt sei aber nicht entscheidend für den Markttrend, sagte SBV-Direktor Marcel Kreber an einer Medienkonferenz in Zürich.

Bier vom Discounter statt in der Beiz

Gewichtigere Faktoren seien die Frankenstärke und das unsichere Wirtschaftsumfeld. Der Einkaufstourismus habe nochmals zugenommen, ebenso die Verlagerung weg von der Gastronomie in den Detailhandel. Diese Entwicklung werde durch Rauchverbote verstärkt, sagte Verbandspräsident Markus Zemp.

Allerdings müssen die Restaurantbesucher für Bier auch immer tiefer in die Tasche greifen: Für Aufsehen sorgte im Sommer der Wirteverband Basel-Stadt, der sich gegen neuerliche Preiserhöhungen von rund 4 Prozent der dominierenden Lieferanten Heineken und Carlsberg wehrte und Direktimporte organisierte.

Den Bierkonsum drückten auch die rückläufigen Gästezahlen in den Tourismusregionen. Entscheidenden Einfluss hat das Wetter: so lasteten die durchzogenen Sommermonate auf dem Absatz, wie Zemp sagte. Gutes Grill-Wetter sei für die Brauereien wichtiger als einzelne Grossereignisse wie die Fussball-Weltmeisterschaft.

Kleinbrauereien bleiben Marktnische

Der Wettbewerb sei intensiv. Dies begünstige Innovation und steigere die Qualität, auch wenn nicht alle neuen Biersorten lange bestehen blieben, sagte Kreber. Der Boom von Klein- und Kleinstbrauereien sei gut für die Vielfalt und damit das Image von Bier. Sie erreichen aber nur eine Marktnische.

Von den über 350 Brauereien in der Schweiz gehören die 16 grössten zum SBV. Diese brauen über 97 Prozent des in der Schweiz hergestellten Bieres. Ihr Umsatz beträgt rund 1 Mrd. Franken.

Immer bedeutender wird der Marktanteil der Importbiere, der von 22,9 Prozent im Vorjahr auf 23,7 Prozent weiter gestiegen ist. Der Anteil der ausländischen Marken ist noch höher, denn das in der Schweiz gebraute Bier der beiden dominierenden Konzerne Carlsberg und Heineken wird vom SBV zum inländischen Bier gezählt.

Gegen Eingriffe

Angesichts des schrumpfenden Absatzes wehren sich die Schweizer Bierbrauer gegen Eingriffe der Politik, auch wenn sie ebenfalls keine Freude an Alkoholexzessen von Jugendlichen oder an Abfallbergen auf Ausgangsmeilen haben.

So wehrt sich der Verband bei der laufenden Revision des Alkoholgesetzes gegen nächtliche Alkoholverkaufsverbote im Detailhandel. Auch das Ansinnen von Getränkegrossisten für ein Pflichtpfand lehnt er ab, betrage doch der Glasrücklauf gut 95 Prozent.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi Metzger am 19.11.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität statt Quantität!

    Die Biere aus der Massenproduktion kommen qualitativ niemals an diejenigen heran von kleinen Regionalbrauereien. Verglichen mit Egger, Felsenau oder Burgdorfer ist Feldschlösschen nichts als Spülwasser. Auch ausländische Biere sind zuweilen sehr gut: ein Tipp an Biergeniesser: 'Tuzlanski' aus Bosnien ist ein unvergleichlicher Genuss, aber leider hierzulande schwer zu beschaffen.

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  • Glarner am 19.11.2012 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frische aus den Bergen

    Zum Glück gibt es das gute alte Adler Bräu, denn Glarnerland macht schön! Prost!

  • Pierre Trinker am 19.11.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Klein aber fein

    Unglaublich. Wir haben so viele leckere Biere aus den Schweizer Kleinbrauereien: Luzerner Bier (das Echte, nicht das mundartige aus Bern), Stiär Bier, Lägere Bräu und wie sie alle heissen. Kosten manchmal ein bisschen mehr als die gewöhnlichen Lagerbiere, aber das lohnt sich allemal!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas Zeller am 20.11.2012 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse und kleine Brauereien

    Es braucht in der Schweiz die Kleinen, wie aber auch die Grossen in der Bierwelt - auch wenn die Grossen an ausländische Konzerne angehängt sind, produzieren sie immer noch in der Schweiz und für die Schweiz. dort arbeiten Schweizer und verdienen ihren Lohn weiterhin. Und bedenkt auch, was die Grossen zudem alles sponsern, da könnte manch ein Verein seinen Anlass sausen lassen. Egal ob Gross oder Klein - jeder hat seine Stärken und dank der Kleinen gibt es weiterhin eine Biervielfalt in der Schweiz die alles abrundet - trinkt das Schweizer Bier und stärkt damit die Arbeitsplätze hier

  • ich bins am 19.11.2012 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pils bitte!

    warum gibt es in der Schweiz eigentlich kein Pils?

    • Papierlischweizer am 21.11.2012 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Das kleine Pilsener-Vademecum.

      Weil Pils in Pilsen in Tschechien gebraut wird und somit eine typisch tschechische Brauspezialität ist. Deutsche Pilsener Biere kann man nicht per se mit dem Original aus der Tschechei vergleichen und auch ein in der Schweiz gebrautes Pilsener würde geschmacklich weit entfernt vom Original liegen. Das Geheimnis liegt beim besonders weichen Brauwasser und dem böhmischen Hopfen aus Saaz. Das in der Schweiz verkaufte Spezli oder Spezialbier ist nach pilsener Art gebraut, darf aber wegen der geschützten Herkunftsbezeichnung nicht als Pilsener verkauft werden.

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  • Benji M. am 19.11.2012 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weizenbier muss her!

    wird endlich zeit, dass die schweizer brauereien ein weizen auf den markt bringen.

  • B-dorfer am 19.11.2012 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Burgdorfer

    Probiert mal das Burgdorfer Bier. Lager, Ämme oder das Winterbier. Sensationell!!!

    • Stifu am 19.11.2012 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja

      das Lager, ansolute spitzenklasse

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  • Glarner am 19.11.2012 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frische aus den Bergen

    Zum Glück gibt es das gute alte Adler Bräu, denn Glarnerland macht schön! Prost!