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Griechenland und Portugal
25. März 2010 13:10; Akt: 25.03.2010 13:22 Print
Fragen und Antworten zur Eurokrise
Die steigende Staatsverschuldung Griechenlands und Portugals hat den Euro in die schwerste Krise seit seiner Einführung gestürzt. Nachfolgend einige Fragen und Antworten zu den Problemen.
Die Kreditwürdigkeit Portugals ist inmitten der schwersten Krise seit Einführung des Euros herabgestuft worden. Auch über die Probleme Griechenlands wird auf dem EU-Gipfel in Brüssel debattiert.
Was bedeutet die Herabstufung von Portugal durch die Ratingagentur Fitch?
Die Kreditwürdigkeit von Portugal wird von Fitch seit dem Mittwoch mit der Note AA- bewertet. Damit haben die Experten weniger Vertrauen als etwa in die Bundesrepublik, aber mehr als in Griechenland. Die Noten sind wichtig, wenn sich die Staaten an den Kapitalmärkten neues Geld beschaffen wollen - und davon brauchen sie eine Menge, allein um ihre Schulden zu bezahlen.
Das Problem für Länder wie Griechenland oder Portugal ist nicht, dass die kein Geld mehr bekommen, sondern die Kosten, die neue Kredite verursachen. Faustregel: Je besser die Note, desto niedriger die Zinsen für Schuldner. Das System ist mit einem normalen Immobilienkredit vergleichbar. Wer mit viel Eigenkapital zu seiner Bank geht, muss weniger Zinsen zahlen als jemand ohne dickes Kapitalpolster und einem weniger gut bezahlten Job. Bei ihm kalkulieren die Banken ein höheres Ausfallrisiko ein. Deutschland würde nach diesem Vergleich einem Beamten entsprechen, der 50 Prozent seines Hauses selbst finanziert. Griechenland wäre eher der schlecht bezahlte Leiharbeiter, der nur 30 Prozent des Kaufpreises selbst schultern kann.
Inwiefern sind die Probleme von Portugal mit denen von Griechenland vergleichbar?
Portugal gehört in Fachkreisen zur Gruppe der verächtlich «PIGS» («Schweine») genannten Länder. Die Abkürzung steht für Portugal, Irland, Griechenland und Spanien. Alle vier haben gigantische Haushaltsdefizite: Bei Griechenland lag die Neuverschuldung 2009 bei 12,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, in Portugal betrug das Defizit im vergangenen Jahr 9,3 Prozent. Alle diese Länder haben den Euro als Zahlungsmittel, weshalb eigentlich eine Defizitgrenze von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gilt.
Warum ist Fitch Ratings bei Portugal pessimistisch?
Die Analysten sehen bei Portugal weniger Chancen auf eine wirtschaftliche Erholung als in den anderen Eurostaaten und damit mittelfristig grössere Haushaltsprobleme des Staates. Die Wahrscheinlichkeit akuter Zahlungsschwierigkeiten der portugiesischen Regierung sieht Fitch indes als gering an. Das Land kann auch ein stabiles Bankensystem vorweisen, ist Mitglied in der Eurogruppe und hat traditionell eine wenig schwankende Inflationsrate.
Kann die EU Ländern wie Griechenland oder Portugal helfen?
Das ist die zentrale Frage, über die die Mitgliedstaaten seit Wochen diskutieren. Grundsätzlich muss nach dem Vertrag von Lissabon jedes Land für seine Schulden selbst aufkommen. Denkbar ist aber, dass der Internationale Währungsfonds Griechenland helfen könnte, wenn es keine Kredite mehr bekommt. Möglich sind theoretisch auch Kredite von EU-Staaten. Doch die Zinssätze müssten sich an den Marktpreisen orientieren, weshalb derartige Darlehen kaum Vorteile hätten.
Welche Vorteile hätte der Einstieg des IWF?
Das würde Griechenland vor allem mehr Vertrauen auf den Kapitalmärkten bringen und vielleicht auch eine Heraufstufung der Kreditwürdigkeit und damit günstigere Darlehen. Der IWF ist bekannt für seine Expertise und seine strengen Massnahmen.
(dapd)






























