In der Verlustzone

06. Dezember 2012 20:25; Akt: 06.12.2012 20:25 Print

Für Andermatt-Investor Sawiris wird es eng

von Leo Hug - Orascom, das Unternehmen des Investors Samih Sawiris, schreibt tiefrote Zahlen. Die Aussichten für sein Tourismus-Projekt in Andermatt sind ungewiss.

storybild

Ganz so weich ist Andermatt-Investor Samih Sawiris nicht mehr gebettet. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Finanzkrise und der arabischer Frühling bremsen den ägyptischen Immobilienmilliardär und Grossinvestor in Andermatt schon seit Jahren aus. Auch in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres musste die von ihm dominierte Orascom Holding wieder einen Verlust bekannt geben. Unterm Strich vervielfachte sich der Fehlbetrag auf 59,1 Mio Franken nach 18,9 Mio in der entsprechenden Vorjahresperiode.

4 Milliarden in Luft aufgelöst

Als die UBS vor fünfeinhalb Jahren die Aktien des Ägyptischen Strahlemannes an die Börse brachte, hatten die Aktien des Orascom-Konzerns noch einen Wert von total 4,34 Milliarden Franken. Inzwischen wird Orascom an der Börse noch mit 0,35 Milliarden Franken bewertet. 4 Milliarden Franken haben sich in der Zwischenzeit in spekulative Luft aufgelöst.

Ein Ende der Durststrecke ist nicht abzusehen. Analysten äussern sich pessimistisch: «Die weiterhin politisch unruhige Lage in Ägypten und wieder aufgeflammte Unsicherheit in Andermatt z.B. um den Bau der Villen helfen der Aktie nicht», schrieb gestern die Zürcher Kantonalbank. Vor einer Woche berichtete die «Handelszeitung» die UBS habe die Aktien von Orascom auf «Verkaufen» gesetzt. UBS wollte gestern ihre Verkaufsempfehlung für Orascom nicht kommentieren.

Wie lange kann Orascom durchhalten?

Doch wie lange kann Orascom seine Durststrecke noch durchhalten und was passiert, wenn dem Konzern in der Zwischenzeit die Luft ausgeht? «Darüber zu spekulieren, wann dem Unternehmen der Schnauf ausgeht, wenn sich die Lage in Ägypten weiter verschlimmert, ist etwa gleich sinnvoll, wie über den Einschlag eines Meteoriten nachzudenken», wehrt Orascom-Medienchef Daniel Göring ab. Auch die Urner Regierungsrätin Heidi Zgraggen sieht keinen Grund zur Besorgnis und meinte: «Ich bin zuversichtlich, dass das Ferienresort-Projekt in Andermatt wie geplant vorangetrieben wird.»

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Müller am 07.12.2012 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ist jemand darüber erstaunt?

    Als hätte man es nicht gewusst. Gutgläubigkeit und Geldgier machen blind und Risiken werden ignoriert / unterschätzt. Danach kommt der grosse Katzenjammer; es gibt unzählige Beispiele dafür, wie Investoren und Finanzjongleure Firmen und ganze Regionen ins Verderben gerissen und unendlichen Schaden angerichtet haben. Die Andermatter und die Urner Regierung hätten die letzten Jahre für Sawiris den Oberalp eingeebnet, wenn Sawiris dies verlangt hätte. Vermutlich ist ihr Vertrauen nach wie vor ungebrochen.

  • Der scharfe Blick am 07.12.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    LUFT ?

    Was vorher schon Luft war kann sich doch nicht wegen den im Beitrag genannten Schwierigkeiten in Luft auflösen. Das ganze Vorhaben ist eine reine Spekulation! Und ich wünsche Franz Weber viel Erfolg im Kampf gegen dieses wahnwitzige Projekt!

  • Susanne König am 07.12.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ziel verfehlt

    Ich vergleiche das Grossprojekt in Andermatt mit dem gescheiterten Mysterypark in Interlaken. Bei beiden sind (oder waren) dominante und einflussreiche Leute am Ball mit Visionen, die leider nicht in ihrer ganzen Form ankamen.

  • Schweizer am 07.12.2012 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Symptomatisch

    leider nicht nur für Andermatt. Der "Ausverkauf der Heimat" tut weh.

  • Thomas Dwan am 07.12.2012 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie

    Ich habe Sawiris immer für seinen Mut und Optimismus bewundert, doch irgendwie hatte ich bezüglich Andermatt immer ein laues Gefühl im Magen. Der Ort ist zu unattraktiv für ein Mega-Resort. Dass der Wechselkurs und Agypten nun einen zusätzlichen Strich durch die Rechnung machen, finde ich sehr schade. Nichtsdestotrotz brauchen wir mehr Menschen wie Sawiris, die Risiken eingehen und auch in Kauf nehmen, zu scheitern.

    • Der andere Tourist am 07.12.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Was Sawiris bieten will

      Ja, Sawiris hat Mut und ist Risiken eingegangen. Und er wird es weiterhin tun. Viele schauen das Projekt Andermatt aus der Schweizer Sicht an. Das ist falsch: Wir freuen uns in den Ferien über Sonne, Wärme, Meer. Andere freuen sich endlich mal Regen und Schnee auf der Haut zu spüren. Draussen sein zu dürfen. Grüne Wiesen und Kühe zu sehen. Das ist was Sawiris bieten will.

    einklappen einklappen