Studie

08. Februar 2012 15:51; Akt: 08.02.2012 18:06 Print

Für Privatbanken wird es ungemütlichFür Privatbanken wird es ungemütlich

Nicht nur die US-Steuerfahnder machen den Schweizer Privatbanken zu schaffen. Auch die Konkurrenz aus Asien wird immer härter. Laut einer Studie werden einige kleine Insitute von der Bildfläche verschwinden.

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Neue Strategien gefragt: Nicht alle Privatbanken in der Schweiz werden überleben.

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Nach dem Verkauf der Basler Bank Sarasin an die Safra-Gruppe gebe es 10 bis 15 kleinere Schweizer Vermögensverwalter, die nach einer Lösung für ihre Probleme suchten, sagte KPMG-Banken- und Finanzexperte Daniel Senn am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Laut den Wirtschaftsprüfern von KPMG dürften viele Privatbanken für 2011 operativ schwächere Zahlen vorlegen als im Vorjahr.

Die Jagd nach Kunden ist teuer und die Ausgaben für Sicherheit und Informatik sind ebenfalls hoch. «Das hinterlässt dramatische Spuren in den Erfolgsrechungen», sagte Senn. Auch bei dicken Kapitalpolstern müssten sich Eigentümer von Banken fragen, wie es weitergehe, wenn Banken Monat für Monat Verluste schrieben.

Wer nicht handelt, hat verloren

Wer jetzt nicht handle, für den könne es schnell zu spät sein, warnte Senn. Der Druck aus den USA im Steuerstreit, die internationale Regulierung und dünner werdende Margen setzten den Banken zu: «Die Lage ist nicht sehr gemütlich», sagte Senn.

KPMG veröffentlichte die Studie knapp zwei Wochen nach dem überraschenden Notverkauf der St. Galler Bank Wegelin an die Raiffeisengruppe, der unter dem Eindruck von Steuerklagen aus den USA geschah. Am Dienstag hatte die Grossbank UBS Zahlen für 2011 vorgelegt, die von einem harzigen Geschäft zeugten.

Fall Wegelin hat alle überrascht

Der Fall Wegelin habe die Schweizer Bankenwelt genauso wie die Politik erschreckt, sagte Senn: «Die Botschaft der USA war klar.» Washington habe eine «Armee» von Beamten aufgestellt, die nicht ruhen würden, das Geld von Steuerflüchtlingen einzutreiben. «Sie werden die Schweiz nicht machen lassen.»

Umso mehr erstaune es, dass Steuerkonformität des Kundengeschäfts noch immer nicht für alle Banken oberste Priorität habe. Gemäss einer Studie, die KPMG mit der Universität St. Gallen angefertigt hat, sagten 26 Prozent der befragten Schweizer Banken, dass eine Transparenzstrategie innerhalb eines Jahres umgesetzt werde.

Fortschrittlicher in Luxemburg und Asien

Für 70 Prozent ist es ein Thema für die nächsten fünf Jahre. «Ich frage mich, was die anderen 30 Prozent machen wollen», sagte Senn. Die Banken in Luxemburg und Asien sind bedeutend weiter in der Umsetzung steuerkompatibler Strategien als die Schweiz: In Luxemburg sagten 71 Prozent der Banken, Transparenz habe noch in diesem Jahr oberste Priorität, während 92 Prozent dieses Thema in den nächsten fünf Jahren strategisch angehen wollen.

Im Vergleich mit Banken in Österreich, Luxemburg und Asien sind die Schweizer die einzigen, die den Anspruch erheben, global im Vermögensverwaltungsgeschäft präsent zu sein. Die Schweizer Vermögensverwalter suchen reiche Kunden derzeit vor allem in den Wachstumsregionen Asiens, Osteuropas und Lateinamerikas.

Es braucht die richtigen Leute

Das könne ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein: «Man braucht die richtigen Leute und die richtigen Rezepte», sagte Experte Senn. Gute Kundenberater zu finden sei schwierig, vor allem in Asien.

(egg/sda)

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