Reich und Reicher

18. Juni 2013 16:47; Akt: 18.06.2013 17:24 Print

Für die Reichsten ist die Finanzkrise gegessen

12 Millionen Dollar-Millionäre besitzten weltweit 46'200 Milliarden Dollar. Vor der Krise 2007 verfügten 10 Millionen Millionäre über 40'700 Milliarden Dollar.

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Die Reichen und Superreichen werden immer reicher. Durch steigende Börsenkurse und Immobilienpreise ist die Zahl der Dollar-Millionäre im vergangenen Jahr weltweit von 11 auf 12 Millionen gestiegen. Ihr Gesamtvermögen erreichte rekordhohe 46'200 Milliarden Dollar.

Das sind 10,0 Prozent mehr als im Jahr 2011, wie die Beratungsgesellschaft Capgemini und die Royal Bank of Canada (RBC) am Dienstag zum 17. Bericht über die weltweiten Vermögen (World Wealth Report 2013) mitteilten. Damit ist die Finanzkrise für die Reichsten längst wettgemacht: Im Jahr 2007 hatten 10,1 Millionen Dollar-Millionäre über 40'700 Mrd. Dollar an Vermögen verfügt.

Starkes Plus auch in der Schweiz

In der Schweiz verlief der von Nordamerika und Asien angetriebene Aufwärtstrend 2012 sogar leicht überdurchschnittlich: Die Zahl der hiesigen Dollar-Millionäre stieg um 12,0 Prozent auf rund 282'000.

Ihr anlagefähiges Vermögen kletterte um 11,9 Prozent auf 842 Mrd. Dollar. Darin sind die 3. Säulen eingerechnet, Pensionskassen und die selbst bewohnte Immobilie jedoch nicht, wie Capgemini-Experte Herbert Hensel an einer Medienkonferenz in Zürich erklärte.

Bei der Zahl der Dollar-Millionäre liegt die Schweiz weltweit unverändert an 8. Stelle. In den Top-3-Staaten USA, Japan und Deutschland wohnen über die Hälfte der weltweiten Dollar-Millionäre.

Nordamerika wieder vor Asien-Pazifik

Nachdem Asien-Pazifik 2011 Nordamerika als Region mit den meisten Dollar-Millionären abgelöst hatte, gewann Nordamerika 2012 seine führende Position zurück. Alle Weltregionen verzeichneten ein starkes Wachstum der Dollar-Millionäre und von deren Reichtum. Am schwächsten war der Trend in Lateinamerika.

Auch bei den Reichen öffnet sich bei der Vermögensverteilung eine Schere: Das Vermögen der Superreichen mit mindestens 30 Mio. Dollar stieg überdurchschnittlich um 10,9 Prozent. Zu diesem Kreis zählen bloss 0,9 Prozent der Dollar-Millionäre. Sie verfügen aber über 35,2 Prozent der Vermögen aller Dollar-Millionäre.

Der Trend zur Demokratisierung der Vermögen hat sich umgekehrt, sagte Hensel. In aufstrebenden Ländern Asiens und Lateinamerikas ist die Dominanz der Superreichen noch stärker.

Bewahren vor Wachstum

Die Studienautoren stützen sich bei der Zahl der Dollar-Millionäre und deren Vermögen auf offizielle Statistiken von Zentralbanken und Organisationen wie IWF oder Weltbank. Erstmals wurden auch 4400 Dollar-Millionäre aus 21 Ländern zum Anlageverhalten befragt.

Demnach legten trotz der jüngsten Marktentwicklungen ein Drittel (33 Prozent) grösseren Wert auf die Erhaltung ihres Reichtums als auf dessen Wachstum (26 Prozent). Dies zeigt sich im relativ hohen Anteil von Bargeld und Depositen (28,2 Prozent) an der Vermögensallokation. In der Schweiz waren es 29,3 Prozent, weitere 23,4 Prozent wurden in Immobilien angelegt.

Das zeige, dass weiteres Wachstum erreicht werden könne, wenn das Vertrauen in die Märkte weiter steige. Capgemini gehe davon aus, dass das Vermögen der Dollar-Millionäre in den nächsten drei Jahren weltweit um 6,5 Prozent jährlich wächst, sagte Hensle. Asien-Pazifik werde wieder die Spitze übernehmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zehnder am 18.06.2013 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedingungsloses Grundeinkommen als Antwort

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen, dies ist die Antwort auf diese einseitige Verteilung.

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  • serge schmid am 18.06.2013 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logisch

    ist ja logisch dass vorallem die, die geld haben in einer finanzkrise günstig aktien kaufen können und so (nach der erholung des marktes, oft mit steuergelder finanziert) noch reicher werden. meiner meinung nach sollte in einer krise in der banken und grossfirmen vom staat gerettet werden die aktien auf die bürger verteilt werden. schliesslich ist es das geld der bürger.

  • @lex@nder am 18.06.2013 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitsicht

    Reich ist nicht der, welcher viel Geld oder materielle Dinge besitzt. Ein GROSSES HERZ sind wahre Werte, welche es gilt zu besitzen. Der einzige Reichtum, welchen wir unser Leben lang bei uns tragen und die Liebe davon weiter schenken dürfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hbk am 19.06.2013 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positiv

    Ich finde das eine positive nachricht !

  • 807687 am 19.06.2013 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Was vergessen geht:

    Das, was die Reichen reicher werden, wird anderen weggenommen. Geld war eigentlich ursprünglich nicht zum Horten gedacht gewesen sondern zum Zirkulieren. Was nützt ein Geldspeicher à la Dagobert Duck, wenn nicht selten in nächster Nähe Menschen verhungern? Ale ca. drei Generationen bricht daher das Geldsystem zusammen. Wir befinden uns gerade wieder in so einer Endphase. Die Folge werden Kriege und Währungsreform sein. Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist gezwungen, sie zu wiederholen. Doch eigentlich ist das ja von der lenkenden Elite so gewollt.

  • Michele am 19.06.2013 02:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man darf nicht vergessen

    Der Kapitalismus schafft nicht nur Geld. Vielmehr verteilt er es um. Auch wenn die weniger gut Verdienenden heute 4000.- Einkommen haben statt 3500.- vor ein paar Jahren, ist es trotzdem weniger geworden wegen der Teuerung. Irgendwann wird das System zusammenkrachen.

  • Eidgenosse am 19.06.2013 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Investitionen

    Schafft endlich eine attraktive Plattform für Investitionen in der Schweiz. Kapitalgeber davon zu überzeugen hier zu investieren, das schafft bei uns Arbeitsplätze! Geld zu verteilen ist keine Kunst. Wer nicht arbeiten will soll für ein paar Jahre im Osten leben um zu sehen was Planwirtschaft verursachen kann! Die Amis und Deutschland, Frankreich können es kaum erwarten, dass wir uns selber zerstören!

  • Patrick E am 18.06.2013 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Sorgen

    Lese ich die Kommentare hier. Wollt ihr eine Umverteilung wie im Kommunismus? Die 2 Prozent reichsten bezahlen mehr als die Hälfte der steuern, sie bieten Arbeitsplätze an, sie sind eine Bereicherung für die ganze Gesellschaft. Die Schweiz ist mit ihrem bürgerlichen Gedankengut gut Gefahren. Wenn ihr mit linker Umverteilung anfangen wollt, wird es mit der Schweiz abwärts gehen. Es gibt kein Land, welches mit dieser Politik Erfolg hatte. Auch Schweden nicht, was gerne als erfolgsbeispiel genannt wird. Uns geht es gut, lässt die reichen reich sein.

    • 807687 am 19.06.2013 06:08 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn ich trotz 140%-Job ...

      ...nicht genug zum anständigen Leben habe bez. immer weniger, um einfach normal leben zu können, ist der Wurm im System. Das Geld, das ich bräuchte und eigentlich durch fleissige Arbeit auch verdiente, liegt in den Tresoren der Superreichen brach. Oder es arbeitet auf seine Weise, indem es Zinsen generiert, welche eigentlich nichts anderes sind als Raub am Kapital. Darum wird auch Kampf gegen den Hunger und das Elend der Welt bis zum Sankt Nimmerleinstag ein halbherziger sein und das Elend vergrössern statt verkleinern. Der Mensch findet laufend kreative Möglichkeiten zur Ausbeutung anderer.

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