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Jugendarbeitslosigkeit
04. Dezember 2012 00:59; Akt: 04.12.2012 01:03 Print
Für jeden Jungen einen Job
von L. Hanselmann - Die EU-Kommission fordert eine Garantie auf Jobs und Ausbildungsplätze für Junge. Gleichzeitig schafft Frankreich 150'000 Jobs für Jugendliche aus Problemvierteln.

Junge Spanier tragen bei einer Demonstration Mitte Oktober in Madrid ein Plakat mit der Aufschrift "Jugend ohne Zukunft". (Bild: Keystone/AP)
55,9 Prozent der jungen Spanier sind arbeitslos, in Griechenland sind es 57 und in Italien 36,5 Prozent: Insgesamt haben 5,5 Millionen Junge in Europa keinen Job. Nun will die EU die Staaten dazu verpflichten, allen Unter-25-Jährigen eine Stelle zu garantieren – ein «Verbot der Jugendarbeitslosigkeit», wie es die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» formuliert. Vorbild ist unter anderem Österreich. Dort kommt jeder Junge, der vier Monate keinen Job findet, mindestens in ein Ausbildungsprogramm - über 10'000 Jugendliche pro Jahr.
Infografik Kennzahlen der Schweizer WirtschaftEuropäische WirtschaftszahlenAm Mittwoch soll EU-Sozialkommissar László Andor die brisante Regel präsentieren, die Milliarden kosten würde. Noch weiter geht Frankreich: Es schafft mit gigantischen Subventionen bis Ende 2014 insgesamt 150'000 Stellen für arbeitslose Junge aus der Unterschicht in städtischen Betrieben oder öffentlichen Einrichtungen.
«Eine Job-Garantie wäre verheerend»
Die Jugendlichen sollen etwa als Schlichter in Zügen eingesetzt werden, und junge Vandalen zurecht weisen, wie bekannt gegeben wurde. Für Arbeitsmarktökonom George Sheldon von der Uni Basel geht dies in die völlig falsche Richtung: «Eine Job-Garantie wäre verheerend. Die Jungen würden tun und lernen, wozu sie Lust haben – ohne Arbeitsmarktbezug.»
Da die Jugendarbeitslosigkeit primär von der Gesamtarbeitslosigkeit abhänge, müsse man dort ansetzen – mit einer Flexibilisierung der Arbeitsmärkte durch weniger Kündigungsschutz und tiefere Löhne.
Für die Schweiz kein Modell
Für Sheldon und Juso-Chef David Roth ist klar: Für die Schweiz mit nur 3,5 Prozent Jugendarbeitslosigkeit sind solche Modelle keine Option. Roth: «Wir müssten aber die Lehrbetriebe verpflichten, Junge nach der Lehre weiterbeschäftigen. Sie würden so Erfahrung sammeln und eher Jobs finden.»
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Alle 4 Kommentare

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Lieber billige Leute aus dem Osten....
Ach wie lustig ! Noch vor 15 Jahren sagten die Verantwortlichen in der EU: "Bis in 20 Jahren haben wir keine Arbeitslosen mehr" ! Wie haben sie sich getäuscht ! Camionneure, Handwerker und Dienstleister aus der Ukraine, Weissrussland und Rumänien für einen Billiglohn, da will die Wirtschaft doch keine "teuren" Einheimischen. Hier liegt das Problem.
Jobs ?
Und die bekommen dann auch garantierte min. 1 Euro/Stunde?
Lehrbetriebe
Es ist natürlich wünschenswert, dass Lehrbetriebe ihre Lehrlinge nach dem Abschluss weiterbeschäftigen. Allerdings könnte eine Verpflichtung dazu führen, dass weniger Betriebe überhaupt Lehrstellen ausschreiben, womit eine solche Regelung unter dem Strich negative Auswirkungen hätte.