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Salärverhandlungen
14. Dezember 2012 12:09; Akt: 14.12.2012 12:12 Print
Gewerkschaften mit Lohn unzufrieden
2013 gibt es zwischen Null und 2 Prozent mehr Lohn. Dem Gewerkschaftsbund SGB ist das zu wenig. Die Arbeitgeber sind anderer Meinung: Wegen des sinkenden Preisniveaus seien die Löhne noch sträker gestiegen.

SGB-Präsident Paul Rechsteiner: Seine Lohnforderungen wurden lediglich bei den Mindestlöhnen für das Reinigungspersonal vollumfänglich erfüllt. (Bild: Keystone)
Im Herbst verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften jeweils die Lohnerhöhungen. Dieses Mal seien die Gespräche zäh und schwierig gewesen, sagen die Arbeitnehmervertreter. Mit dem Resultat sind sie nicht zufrieden. Die Arbeitgeber hingegen blicken nüchtern auf den Herbst zurück.
Infografik Kennzahlen der Schweizer Wirtschaft«Wir haben für das kommende Jahr wie erwartet ein breites Spektrum an Lohnanpassungen», sagt Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands. Dies, weil die Branchen unterschiedlich stark von der Schuldenkrise und dem starken Franken betroffen seien. Angesichts des sinkenden Preisniveaus seien die Löhne real sogar noch stärker gestiegen als aus den ausgewiesenen Anhebungen hervorgehe.
Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), dessen Mitgliedorganisationen die Arbeitnehmer vertreten, hatte hingegen gehofft, dass die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern im kommenden Jahr deutlich bessere Löhne zahlen würden. Er hatte Lohnerhöhungen zwischen 1,5 und 2,5 Prozent gefordert.
Vollumfänglich erfüllt wird die Gewerkschaftsforderung gerade einmal bei den Mindestlöhnen für das Reinigungspersonal. Dies zeigt eine der Nachrichtenagentur SDA vorliegende Zusammenstellung des SGB zur aktuellen Lohnrunde.
Bandbreite von 0 bis 2 Prozent
Die Bandbreite der Lohnerhöhungen reicht von null bis rund 2 Prozent. Bauunternehmen beispielsweise, die dem Landesmantelvertrag unterstehen, zahlen ihren Mitarbeitern 0,5 Prozent mehr Lohn. Der Detailhändler Migros bezahlt zwischen 0,5 und einem Prozent mehr, Coop bis zu 1,1 Prozent mehr.
Grosszügiger ist beispielsweise das Pharmaunternehmen Roche, welches die Lohnsumme um 1,4 Prozent erhöht. Vor einem Jahr lag die Bandbreite der Lohnerhöhungen gemäss einer damaligen Zusammenstellung des Arbeitnehmerdachverbands Travail.Suisse immerhin zwischen 0,3 und 2,5 Prozent.
Nullrunden aus Kostenspargründen
Die diesjährigen Nullrunden begründen die Arbeitgeber damit, dass sie sich nicht mehr leisten können. «Es wäre falsch, in widrigen Umständen mit Lohnanpassungen die Zukunft mit zusätzlichen Kosten zu belasten», so Daum.
Die Ökonomen des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse rechnen für das kommende Jahr mit einem moderatem Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,6 Prozent. Die Konjunkturexperten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erwarten sogar ein Plus von 1,3 Prozent. Der SGB selbst liegt mit einer Wachstumsprognose von einem Prozent im Mittelfeld.
«Es werden Überstunden gemacht»
«Es wird intensiv gebaut, es werden Überstunden gemacht, Geld ist vorhanden, doch es wird falsch verteilt», so Lampart. Er sieht die Mittel in die Taschen der Chefs fliessen statt in jene aller Mitarbeitenden.
Gemäss Arbeitgeberverbands-Direktor Thomas Daum müssen Unternehmen aber die aktuelle und die künftige Auftragslage berücksichtigen. Die Margen seien bereits jetzt unter Druck, die Wirtschaftsentwicklung schwächer. «Man muss einen gewissen Realismus haben», sagt er.
Keine Einigung im Metallbau
In einigen Branchen konnten sich die Sozialpartner gar nicht einigen. «Das gab es schon lange nicht mehr», so Lampart vom SGB. In der Gebäudetechnik oder dem Metallbau etwa habe die Gewerkschaft Unia, die Mitglied ist beim SGB, das Angebot der Arbeitnehmerseite ablehnen müssen.
«Für die sozialpartnerschaftlichen Beziehungen ist dieser fehlende Abschluss ganz schlecht», so Lampart. Er geht davon aus, dass das Klima für die Verhandlungen der Gesamtarbeitsverträge dann umso rauher wird.
(sda)

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