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Zuger Rohstoff-Gigant
20. November 2012 16:24; Akt: 20.11.2012 18:34 Print
Glencore/Xstrata-Megafusion steht
Die Aktionäre des Minenkonzerns Xstrata haben in Zug der Fusion mit dem Rohstoffgiganten Glencore zugestimmt. Zur geplanten Fusion äussern müssen sich nun noch Wettbewerbsbehörden in mehreren Ländern.

Xstrata-Boss John Bond (3vl) und seine Manager auf dem Weg zur Aktionärsversammlung im Casino-Theater in Zug. (Bild: Reuters)
Die Aktionäre des Bergbaukonzerns Xstrata sind für eine Fusion mit dem Rohstoffriesen Glencore. Die Rohstoffmanager um Ivan Glasenberg müssen nun auf grünes Licht der Wettbewerbsbehörden hoffen, um einen der grössten Konzerne der Welt schmieden zu können.
Komplizierte Xstrata-Abstimmung über Fusion und BoniBei der Abstimmung der Xstrata-Aktionäre über die Fusion mit Glencore geht es auch um ein Bonus-Programm. Die Halteprämien für etwa 70 Manager des britisch-schweizerischen Bergbaukonzerns von 144 Mio. Pfund (216 Mio. Fr.) sind umstritten.
Der Xstrata-Verwaltungsrat unter Sir John Bond will mit diesen Summen verhindern, dass eine grössere Zahl an Führungskräften nach der Fusion geht. Hintergrund dieser Befürchtung ist, dass der bisherige Glencore-Chef Ivan Glasenberg der starke Mann im fusionierten Rohstoff-Bergbau-Konzern sein wird.
Xstrata-Chef Mick Davis soll den Chefposten nur während sechs Monaten bekleiden. Die Vergütungspläne haben allerdings die Kritik einiger grosser Aktionäre wie dem Londoner Lebensversicherer Standard Life hervorgerufen. Der britische Finanzkonzern will dagegen stimmen.
Xstrata-Aktionär Katar will sich aus Rücksicht auf die «Sensibilitäten» in Grossbritannien der Stimme enthalten. In Zug stimmen die Aktionäre indessen drei mal ab. Erst geht es um die Fusion mit dem Bonusprogramm, wo drei Viertel zustimmen müssen. Eine Fusion ohne Halteprämien, die zweite Resolution, braucht ebenfalls 75 Prozent der Stimmen.
Dann folgt die dritte Abstimmung, in der es nur um die Boni geht. Darin müssen die Aktionäre noch einmal entscheiden, ob sie für oder gegen die Boni durchführen sind. Dabei braucht es dann nur noch eine Zustimmung von über 50 Prozent.
Für die Fusion mit Vergütungsprogramm braucht es somit die Zustimmung zu den Traktanden Eins und Drei. Eine Besonderheit der Generalversammlung ist, dass Xstrata-Grossaktionär Glencore, mit 34 Prozent am Minenkonzern beteiligt, nicht abstimmen darf. Deswegen und weil Katar sich der Stimme enthält, reichen 27 Prozent der Stimmen aus, um den Vergütungsplan zum Scheitern zu bringen. (SDA)
Die von Glencore während zehn Monaten umworbenen Xstrata- Aktionäre sagten am Dienstag in Zug mit 90 Prozent der Stimmen ja zur Fusion. Der Xstrata-Verwaltungsrat unter Sir John Bond musste aber eine Niederlage hinnehmen, als die Investoren schon in einer Vorabstimmung einen massiven Bonusplan verhinderten.
Etwa 70 Manager des Minenkonzerns hätten 144 Pfund (216 Mio. Fr.) erhalten sollen. Sir John hatte vor dem Votum um Zustimmung gebeten, weil er mit diesen Summen die Führungsriege angesichts drohender Machteinbussen an Bord halten wollte. Im fusionierten Konzern soll nämlich Glencore-Chef Glasenberg das Sagen haben.
Kompliziertes Verfahren
In einer Abstimmung über die Rahmenbedingungen der Generalversammlung erreichte der Bonusplan knapp 70 Prozent der Stimmen und verpasste die notwendige Drei-Viertels-Mehrheit. An der eigentlichen Generalversammlung wurde der Plan abermals deutlich abgelehnt.
Der Fusionsplan, der im Februar vorgestellt worden war, schmeckte einigen Aktionären am Anfang nicht. So waren beispielsweise der britische Lebensversicherer Standard Life und das Golfemirat Katar mit den angebotenen 2,8 Glencore-Aktien für einen Xstrata-Titel nicht einverstanden.
Glencore besserte nach und bot Anfang Oktober 3,05 Aktien an. Zu dieser Bedingung wurde der Deal am Dienstag in Zug auch gutgeheissen. Der Deal ist damit etwa 31 Mrd. Dollar schwer.
Brüssel informiert
Standard Life gehörte auch zu den Wortführern bei der Kritik am Vergütungsplan. Der Staatsfonds des Golfemirats Katar mit seinem 12- Prozent-Anteil hingegen hatte vergangene Woche angekündigt, sich bei der Abstimmung zu den Boni zu enthalten. Nicht abstimmen durfte wegen Bestimmungen des englischen Rechts Glencore selbst, mit 34 Prozent ebenfalls Grossaktionär bei Xstrata.
Nun müssen die Fusionswilligen noch auf grünes Licht von mehreren Wettbewerbsbehörden hoffen. Die EU-Kommission in Brüssel will Glencore und Xstrata am Donnerstag über ihre Haltung informieren. Mitreden wird auch China, der grösste Abnehmer für Rohstoffe auf der Welt.
Ferner begutachten die Wettbewerbsbehörden in den wichtigen Förderländern Australien und Südafrika den Plan. In Bergbau wäre «Glencore Xstrata» das viertgrösste Unternehmen der Welt nach dem brasilianischen Konkurrenten Vale, der britisch-australischen BHP Billiton und der britisch-südafrikanischen Anglo-American-Gruppe.
Kritik an Geschäftsgebaren
Der Megakonzern würde an die 200 Mrd. Dollar Umsatz machen. Die Fusionspläne stiessen am Dienstag allerdings auch auf Kritik von Menschenrechtsgruppen und Umweltschützern. Vor dem Tagungsort, dem Zuger Casino-Theater, demonstrierten Juso Zug und Junge Alternative Zug gegen Xstrata.
Der Vorwurf lautete, die Grosskonzerne in Bergbau und Rohstoffhandel würden arme Länder ausbeuten und die Umwelt in den Abbauländern Afrikas und Lateinamerikas verschmutzen. Kritik übten die Gruppen auch auch den Arbeits- und Gesundheitsbedingungen der Bergbauarbeiter.
An der Aktionärsversammlung meldete sich deswegen unter anderem der ehemalige Grüne Zuger Nationalrat und Friedensaktivist Jo Lang zu Wort und kritisierte die anwesende Xstrata-Managerriege. Xstrata- Chef Mick Davis entgegnete, sein Unternehmen sei in der Branche führend in Nachhaltigkeitsfragen und bringe Arbeitsplätze, Ausbildung und Dienstleistungen in die Abbauländer.
(sda)
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Alle 20 Kommentare

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Ich finds gut!
Stellvertretend fuer alle positiven stimmen die sich nicht melden. Ich finds gut.
Legendary
Die Kirche wird sich freuen ;-).. Gibts noch etwas mehr als 18 mio. Franken jährlich auf das geheiligte Sparchbüchlein.
Hammer!
Ein schöner Teil der zukünftigen Steuereinnahmen im Kanton Zug ist gesichert. Gut so, denn mit solchen Geldern können auch Krankenkassenverbilligung, Ergänzungsleistungen usw. bezahlt werden (durch den Steuerausgleich in der ganzen Schweiz). Die Quasi-Moralisten und die aufgeregten Empörten gefährden Steuereinnahmen und setzen unsere sozialen Errungenschaften aufs Spiel. Wer hat den Mum einem Sozialhilfe-Empfänger eine Leistungskürzung zu erklären, nur weil wir uns zu schade sind für gewisse Steuereinnahmen?