Parallelwährung

17. August 2011 22:42; Akt: 18.08.2011 15:49 Print

Goldfranken als Notgroschen für die Welt?

von Philipp Dreyer - Ein Verein will einen offiziellen Schweizer Goldfranken schaffen. Als weltweit einsetzbares Zahlungsmittel soll er den Papierfranken als Fluchtwährung entlasten. Experten sind sich uneinig.

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Goldfranken-Initiant Thomas Jacob: «Bestmögliche Alternative zum Chaos eines Währungskollapses.» (Bild: Nicolas Y. Aebi)

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«Die Goldmünze in kleinen Einheiten ab einem heutigen Wert von fünf Franken gibt dem Gebrauch von Gold völlig neue Perspektiven», ist Initiant Thomas Jacob vom Verein Goldfranken überzeugt. Diese zusätzliche Währung würde auch Kleinanlegern sowohl in sicheren wie unsicheren Zeiten als Geldreserve und unkompliziertes, inflationssicheres Zahlungsmittel zugleich dienen, so Jacob.

«Sie ist die bestmögliche Alternative zum Chaos eines Währungskollapses.» Jacob, der mehrere SVP- und FDP-Politiker im Boot hat und die Linke heftig umwirbt, stösst auch in Bankenkreisen auf Gehör. Daniel Kalt, Chefökonom der UBS: «Kurzfristig brächte das für den hohen Franken zwar keine Entlastung.» Ein Goldfranken könnte aber der Nationalbank den Druck nehmen, immer mehr Geld drucken zu müssen, so Kalt. «Deshalb nehmen wir die Idee vom Goldfranken ernst», sagt Kalt, doch nicht nur das: «Der Goldfranken könnte ein Botschafter für die finanzielle Stabilität der Schweiz werden.»

FDP-Politiker und Mathematiker Christoph Luchsinger vom Verein Goldfranken fügt an: «Der Goldfranken kann den Franken als Fluchtwährung entlasten und dadurch den Kurs stabilisieren.» Bei der politischen Umsetzung sei vor allem wichtig, dass das Projekt breit abgestützt werde.

Gar nicht begeistert ist Wirtschaftsprofessor Walter Wittmann: «Der Goldfranken ist völliger Unsinn.» Bis der Bund diesen bewillige, vergingen drei bis vier Jahre. Dann sei die Superkrise bereits da. Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann pflichtet ihm bei: «Eine Entlastung für den hohen Franken muss in den nächsten Wochen und Monaten kommen. Alles andere nützt nichts.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gold Jürg am 18.08.2011 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Goldfranken

    Thomas Jacob liegt albsolut richtig. Der Goldstandart hat allen Ländern die dieses Sytem kannten eine stabile Währung, tiefe Inflation, wirtschaftliche Prosperität gebracht. Sämtliche Länder mit dem Goldstandart waren nie zahlungsunfähig. NIE! Der Goldstandart hat die Menschen in diesen Ländern sehr wirklungsvoll vor den Launen der Politik geschützt. Gold ist seit über 3 000 Jahren die einzige wirkliche Weltwährung. Beim US$ und dem habe ich meine Zweifel, ob diese Schrott-Währungen in 3 000 Jahren noch am Leben sind. Guten Tag EU, guten Tag Amerika!

  • Jürg Aeschbacher am 19.08.2011 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Goldverkäufe der Schweizerischen Nationa

    Die (idiotischen) Goldverkäufe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben einen Verlust zu heutigen Goldpreisen gerechnet von 71 Milliarden (71 000 000 000) verursacht. Kein Mensch regt sich drüber auf, niemand zieht die verantwortlichen Politiker zur Rechenschaft. Und niemand fragt, wer der Käufer war. Warum bleiben politische Schwerverbrecher stets ungestraft?

  • 807687 am 18.08.2011 00:28 Report Diesen Beitrag melden

    Der Niedergang der Welt...

    ...begann mit der Abkoppelung des Geldes vom Gold. Wäre Geld stets an Gold gebunden geblieben, hätte keiner der Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts geführt werden können. Und Probleme wie die sich massiv öffnende Schere zwischen Reich und Arm gäbe es niemals in dem Ausmass. Geld ist eigentlich nichts anderes als eine handelbare Quittung, doch wofür? Eben. Sie sollte es für Gold sein, ansonsten hat es keine Daseinsberechtigung. Darum: Das ist die beste Idee, von der ich je gehört habe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike Schmid am 25.08.2011 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nie was vom Goldvreneli gehört?

    Was soll die Goldfranken Idee? Das wäre dann eine weitere Goldmünze nach Meaple Leaf etc.. übrigens haben die Schweizer eine solche Goldmünze bereits. Der Initiant hat wohl noch nie was vom Goldvreneli gehört? Viel wichtiger wäre endlich mal ein 20 oder 25-Franken Münze oder die Swissmint-Sondermünzen zu einem fixen Betrag als offizielles Zahlungsmittel bei Migros, Coop etc. einzuführen.

  • John Fulton am 19.08.2011 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Straumann ist fachfremd beim Geldsystem

    Entschuldigung, hat dieser sogenannte Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann nur die letzten 60 Jahre studiert, oder mimt er einfach den Ahnungslosen? Seine Kommentare lösen sich jeweils in 2-3 Tagen in Luft auf und werdn von der Realität abgelöst. Von Geldgeschichte versteht er nicht viel, deshalb sollt er auch nur zu Wirtschaftsthemen befragt werden, aber nicht zum Geldsystem. Er gehört zu denjenigen, die meinen, Gold gibt keinen Zins!

  • Finanzberaterin am 19.08.2011 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Finanzberaterin

    Endlich endlich kommt jemand mit einer Lösung in dieser Papiergeld-druckerpresse-Politik....Gratulation....Toller Artikel...weiter so

  • Hans Muster am 19.08.2011 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenargumente?

    Die Gegenargumente in dem Artikel sind ja Lachhaft. Eine zu langfristige Lösung. Klar muss man vielleicht Kurzfristig noch eine andere Taktiken anwenden, aber wenn der Goldfranken langfristig eine gute Lösung ist sollte man doch alles daran setzen den Goldfranken zu bringen.

  • Jürg Aeschbacher am 19.08.2011 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Goldverkäufe der Schweizerischen Nationa

    Die (idiotischen) Goldverkäufe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben einen Verlust zu heutigen Goldpreisen gerechnet von 71 Milliarden (71 000 000 000) verursacht. Kein Mensch regt sich drüber auf, niemand zieht die verantwortlichen Politiker zur Rechenschaft. Und niemand fragt, wer der Käufer war. Warum bleiben politische Schwerverbrecher stets ungestraft?

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