Zweites Rettungspaket

06. Februar 2012 05:25; Akt: 06.02.2012 09:08 Print

Die Griechen verhandeln fieberhaftDie Griechen verhandeln fieberhaft

Die internationalen Kreditgeber haben Griechenland ein Ultimatum gestellt. Bis heute Mittag müssten die Koalitionsparteien mitteilen, ob sie Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptieren.

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Ein Blick in eine unsichere Zukunft: Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos. (Bild: AFP)

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Der griechische Ministerpräsident Lukas Papademos hat in der Nacht auf Montag die Gespräche mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) über die von dem Gremium geforderten Reformen fortgesetzt. Zuvor hatten sich Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos bereits getrennt mit Vertretern des privaten Bankensektors getroffen, um über die Einzelheiten eines Schuldenschnitts für Griechenland zu verhandeln.

Die internationalen Kreditgeber hatten Griechenland ein Ultimatum gestellt. Bis Montagmittag müssten die Koalitionsparteien mitteilen, ob sie die Sparauflagen im Gegenzug für weitere Finanzhilfen akzeptieren, sagte ein Sprecher der sozialistischen Pasok-Partei am Sonntag.

Details der Aufgabenkürzungen noch unklar

Am (heutigen) Montag wollte Papademos die Gespräche mit seinen Koalitionspartnern über Sparmassnahmen wieder aufnehmen. Am Sonntag hatte sich der Regierungschef mit dem früheren Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou, dem Vorsitzenden der konservativen griechischen Partei Neue Demokratie, Antonis Samaras, und Giorgos Karatzaferis, dem Vorsitzenden der rechtsgerichteten Partei LAOS, zwar auf Ausgabenkürzungen im laufenden Jahr von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geeinigt. Allerdings konnten sich die Politiker nicht auf die Details verständigen.

Samaras lehnte weitere Sparmassnahmen kategorisch ab, denn sie würden die Rezession in Griechenland verschlimmern. «Wir sind in der Mitte eines grossen Kampfes. Im Moment sind die Ergebnisse zufriedenstellend», sagte hingegen Karatzaferis. So hätten die Unterhändler der Troika Abstand von ihrer Forderung genommen, das Urlaubsgeld der griechischen Arbeitnehmer zu streichen.

Kundgebungen angekündigt

Einen massiven Stellenabbau im öffentlichen Dienst und eine Senkung des Mindestlohns fordern die Vertreter von EU, EZB und IWF aber weiterhin. Für Montagabend kündigten linksgerichtete Oppositionsgruppen zwei Kundgebungen in Athen gegen die Sparvorschläge an.

Sollte das zweite Rettungspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro nicht zustande kommen, droht Griechenland im kommenden Monat die Zahlungsunfähigkeit. Am 20. März werden Staatsanleihen im Wert von 14,5 Milliarden Euro fällig, deren Refinanzierung Athen aus eigener Kraft nicht bewältigen kann.

(sda)

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  • Perikles am 07.02.2012 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Realität ist total anders...

    Ich bin Griechin, und es tut mit echt Leid für alle Kommentare, die Griechen gegenüber beleidigend sind, vor allem weil die Kommentatoren die Realität überhaupt nicht kennen..Die Griechen haben nie über ihre Verhältnisse gelebt, sondern sie verdienten immer weniger als Ihr Wert...mit 2500 Euro pro Monat(Lohn eines Chefs in einer Bank),waren wir zufrieden.Oft bekamen wir eine Erbe und galten wir als topglücklich.. Jetzt müssen wir mit 600-700Euro pro Monat, wir werden extrem besteuert, so dass viele Familien ohne Strom leben müssen.Nun werden wir mit weiteren Lohnabkürzungen bedroht...

  • manu am 06.02.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    lasst sie endlich

    bankrott gehen. sicherlich werden die turbulenzen ziemlich gross sein, nur ohne einen ausschluss der griechen wird dieses spiel noch lange (2-3 jahre) weitergehen und mit der zahlungsunfähigkeit deutschlands enden, und dann haben spätestens alle verloren.

  • Mikis Theodorakis, Lesbos am 06.02.2012 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe ein Ende mit Schrecker, als ...

    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende! Es reicht. Lasst Griechenland endlich hopps gehen. Wegen dieser kleinen und völlig unbedeutenden Volkswirtschaft wird die EU nicht kaputtgehen. Italien, Spanien und Portugal sind wirtschaftlich und ein Vielfaches stärker als das kleine Agrarland Griechenland. Man soll nicht dem schlechten Geld gutes Geld hintennach werfen. Eine alte Weisheit. Wann wird sie endlich beherzigt?

    • Hyperion am 06.02.2012 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Mikis

      Portugal hat eine kleinere Wirtschaftskraft als Griechenland (ca. 70% von GRE) bei ähnlicher Bevölkerungszahl. Klar hat Griechenland eine höhere Staatsverschuldung, aber wer glaubt, dass man diese Probleme innert einem Jahr lösen kann, glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann. Der Schuldenschnitt müsste her (die zusätzlichen Sparpakete betreffen nach meinen Infos das 2. Rettungspaket und nicht den Schuldenschnitt), aber da stellen sich die Banken in Ländern wie Deutschland und Frankreich quer. Da kann man auf Griechenland treten, aber ohne Schuldenschnitt gibt man ihnen auch keine reele Chance.

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