Korruptionsindex

05. Dezember 2012 06:29; Akt: 05.12.2012 12:43 Print

Griechenland ist der korrupteste Staat Europas

Der Index von Transparency International zur Korruption zeichnet ein düsteres Bild für den Schuldenstaat Griechenland. Besser schneidet da die Schweiz ab.

storybild

In Griechenland wird am meisten eingesteckt. (Bild: colourbox)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweiz gehört nach Einschätzung von Transparency International weltweit zu den Ländern, in denen Korruption in der Verwaltung am wenigsten verbreitet ist. Das hochverschuldete Griechenland bildet in dem am Mittwoch veröffentlichten Korruptionsindex (CPI) das Schlusslicht in Europa.

Nur 36 von 100 möglichen Punkten erhält Griechenland in dem Index, der von Transparency International für das Jahr 2012 erstellt wurde.

Am unbestechlichsten weltweit sind dem Index zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Sektor in Dänemark, Finnland und Neuseeland. Alle drei Staaten landeten mit 90 Punkten an der Spitze der Liste. Nach Schweden (88) und Singapur (87) belegt die Schweiz mit 86 Punkten den sechsten Rang.

Korruption existiert

Dieser Platz lade aber nicht zum Ausruhen ein, heisst es in einer Mitteilung von Transparency International Schweiz. Schliesslich habe das Jahr 2012 auch in der Schweiz gezeigt, dass Korruption im öffentlichen Sektor existiere.

Die Organisation denkt dabei etwa an den ehemaligen Anlagechef der Personalvorsorge des Kantons Zürich. Dieser war Ende November wegen Bestechung, ungetreuer Amtsführung und Geldwäscherei vom Zürcher Bezirksgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Auch den Korruptionsverdacht gegen einen Chefbeamten der Eidgenössischen Steuerverwaltung in Zusammenhang mit dem Informatikprojekt INSIEME führt Transparency International Schweiz als Beispiel an.

Transparenz bei Parteienfinanzierung

Die Organisation fordert Massnahmen, um die öffentliche Verwaltung weniger anfällig für Korruption zu machen. So brauche es klare Regelungen darüber, welche Geschenke oder Einladungen angenommen werden dürften. Entscheidend seien auch transparente Abläufe bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen sowie die Schaffung von unabhängigen Anlaufstellen für Whistleblower.

Doch auch die Politik sei gegen «Vetterliwirtschaft» nicht gefeit, moniert die Organisation. Transparency International fordert etwa die Offenlegung der Spenden an Parteien, Kandidaten sowie an Wahl- und Abstimmungskomitees ab einem bestimmten Betrag.

Mehr Transparenz bei der Parteienfinanzierung wäre nicht nur dem Ansehen der Schweiz zuträglich, schreibt die Organisation. Dies würde auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik stärken und die Legitimität politischer Entscheide verbessern.

Bestechlichkeit in Zeiten der Krise

Gute Noten erhalten im CPI auch die Niederlande und Kanada, die sich mit je 84 Punkten den neunten Rang teilen. Deutschland kommt mit 79 Punkten auf Platz 13 und liegt damit vor den USA mit 73 und Frankreich mit 71 Punkten. Als am korruptesten gelten Afghanistan, Nordkorea und Somalia, die jeweils acht Punkte erhielten.

Neben dem europäischen Schlusslicht Griechenland ist es auch um Italien nicht besonders gut bestellt. Das Land belegt innerhalb Europas den drittletzten Platz mit 42 Punkten. Die ebenfalls krisengebeutelten Staaten Spanien und Portugal schaffen es ins Mittelfeld, gefolgt von der Gruppe der osteuropäischen Staaten.

Transparency International forderte die europäischen Staaten auf, das Problem der Bestechlichkeit in der Verwaltung anzugehen, um die Finanzkrise zu lösen. Insbesondere gelte es sicherzustellen, dass die politischen Führungspersönlichkeiten rechenschaftspflichtig seien.

Der Index ermittelt, wie korrupt die öffentliche Verwaltung in einem Land ist. Er gründet auf Studien und Einschätzungen renommierter unabhängiger Institute.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Damaris am 05.12.2012 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sogar die Mutter ...

    des Staatspräsidenten auf der Liste der 4000 steht ( und damit wohl auch Millionen am Fiskus vorbeigeschafft und in der Schweiz parkiert hat), dann überrascht mich das nicht mehr ... Aber den einfachen Griechen die Renten kürzen etc. ... Animal Farm lässt grüssen und wir haben immer noch nichts dazu gelernt ;-)

  • Grieche am 05.12.2012 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Bestens angelegtes Geld

    Wen wunderts? Das Geld von Europa und anderen IWF-Staaten inklusive Schweiz ist so doch bestens angelegt. Wir Griechen freuen uns jedenfalls auf die nächste Überweisung für unsere Politiker, Banker, Geschäftsleute.

    einklappen einklappen
  • Ruth F. am 05.12.2012 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Fass ohne Boden

    jaja pumpt weiter Geld nach Griechenland, da wird sich nie etwas ändern, GRIECHENLAND EIN FASS OHNE BODEN, man sollte die hängen lassen und kein Geld mehr schicken, die sollen selber schauen, und viele von denen sollten es mal mit Arbeit und Steuern zahlen versuchen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kor Rupt am 05.12.2012 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Neuigkeit

    .. und was ist jetzt neu an dieser Info. Das war ja eigentlich schon immer klar ....

  • Hans Meier am 05.12.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind schon etwas von blöd

    Super, dann finanzieren wir braven Steuerzahler die Griechen, damit diese ihre persönlichen Taschen füllen können. Wir sind schon etwas von Blöd!

  • E.Meyer Schweiz am 05.12.2012 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Korrupte Schweiz

    Korrupter als die Schweiz? Nicht möglich! Ach ja, die Schweiz ist ja nicht EU-Mitglied!

    • Papierlischweizer am 05.12.2012 15:51 Report Diesen Beitrag melden

      Komischer Kommentar.

      Wobei mit Finnland, Dänemark und Schweden drei EU-Mitglieder besser abschneiden.

    einklappen einklappen
  • Rolf Härry am 05.12.2012 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Fakten

    Man sollte das differenzierter sehen. Die Anzahl Fälle ist sicher in Grichenland, aber die SUMMEN sind nach wie vor in den USA und der Schweiz.

  • mr.pilopi am 05.12.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    sehr ironisch...

    Griechenland ist nicht das einzige Pulverfass! Korruption gibt es überall dort, wo viel Geld fliesst und sich zwei Parteien auf einen lukrativen Deal einlassen, um ihre eigenen Taschen zu füllen. Wer glaubt dass dies nicht auch in der Schweiz geschieht, ist naiv und dumm. Auch hier wird wohl mal das eine oder andere Kuvert einem Günstling in die Hände fallen... (einfach so) ^^