Geldwäscherei

11. Dezember 2012 07:41; Akt: 11.12.2012 08:14 Print

HSBC bezahlt Rekordstrafe in US-Skandal

Ein Schuldeingeständnis? Mit Zahlung einer Rekordstrafe von 1,9 Milliarden Dollar kann die britische Grossbank HSBC offenbar einen Geldwäscheskandal in den USA ad acta legen. Die Bank wird nun strafrechtlich nicht verfolgt.

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Diese Banken sind gefährlich: Im Auftrag der G20-Staaten wurde eine Liste systemrelevanter Banken erstellt. Vier Banken können für das Finanzsystem demnach besonders gefährlich werden. (1.11.2012)

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Die britische Bank HSBC bezahlt 1,9 Milliarden Dollar und kann so offenbar einen US-Geldwäscherskandal auf Eis legen. Wie ein Behördenvertreter am Montagabend (Ortszeit) mitteilte, einigte sich das grösste Geldinstitut Europas mit US-Behörden auf eine Aussetzung der Strafverfolgung.

Das bedeutet, dass HSBC in gewissen Punkten ein Fehlverhalten einräumt. HSBC-Chef Stuart Gulliver sagte am Dienstag, die Bank übernehme die Verantwortung für Fehler in der Vergangenheit. «Wir haben gesagt, dass es uns zutiefst leidtut, und tun das noch einmal», erklärte er.

Nähere Einzelheiten lagen zunächst nicht vor. Die Einigung mit HSBC würde voraussichtlich am Dienstag bekannt gegeben, sagte der Behördenvertreter weiter. Den Angaben zufolge verpflichtet sich die Grossbank zur Zahlung einer Vermögensstrafe von 1,25 Mrd. Dollar und einem Bussgeld von 655 Mio. Dollar.

Damit käme HSBC um eine Klage herum, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllt - wie etwa eine Stärkung interner Kontrollmechanismen zur Eindämmung von Geldwäsche.

Geldwäsche für Drogenkartelle

HSBC soll für Länder wie den mit internationalen Sanktionen belegten Iran Milliarden von Dollar transferiert haben. Der US-Senat warf dem Geldinstitut zudem in einem Bericht vor, in grossem Stil Geldwäsche für Drogenkartelle betrieben zu haben.

Demnach sollen zwischen 2007 und 2008 Gelder in Höhe von rund 7 Mrd. Dollar aus Mexiko in die USA geflossen sein. Die HSBC Mexiko räumte ein, über 39 verdächtige Transaktionen gar nicht und über mehr als 1700 Fälle zu spät berichtet zu haben.

Überdies soll die US-Abteilung von HSBC Dienstleistungen für einige Banken in Saudi-Arabien und Bangladesch erbracht haben, die vermutlich Al-Kaida und andere Terrorgruppen finanziell unterstützen.

Auch andere britische Bank bezahlt

Auch die britische Bank Standard Chartered stand am Montag wegen ihrer Geschäftsmethoden erneut im Zwielicht. Das Kreditinstitut einigte sich in einem Skandal um unerlaubte Geschäfte mit dem Iran mit der New Yorker Finanzaufsicht auf eine Zahlung von 340 Mio. Dollar.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tina Meier am 11.12.2012 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ob das denen weh tut?

    Viel zu wenig!!!!

  • Markus Leuenberger am 11.12.2012 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die USA und deren reine Weste

    Damit haben die USA nun das "Feufi und das Weggli". Einerseits ist das transferierte Schwarzgeld aus illegalen Geschäften nun in den USA und darüberhinaus gibt's nochmals die 1.9 Milliarden. Eigentlich irgendwie scheinheilig und pietätlos. Da verbietet man gewisse Geschäfte, kämpft angeblich mit allen Mitteln gegen Drogen und Drogengeschäfte, will sich aber dennoch daran bereichern. Alt bekanntes Vorgehen, ("Cocain Cowboys"). Eigentlich müsste nun doch Mexiko mit einer Abgeltungssteuer miteinbezogen werden. Dies wird aber wohl nicht passieren

  • sascha am 11.12.2012 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    unglaublich die abzocker und geldgeilen bankster und ceos können sich freikaufen mit geld das ihnen nicht gehört. viel bekommen aber nie verantwortlich sein. früher war es der staat jetzt auch die wirtschaft. super zukunft...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Supermario am 11.12.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch....

    Koooomisch; die grössten Geldwäscherbussen wurden ausschliesslich an ex-US-Banken "verteilt": ING, Lloyds, Credit Suisse, ABN/RBS, Barclays und nun jüngst die HSBC. Wie wenn es keine einzige US-Bank gäbe, welche irgendwann mal nen Narco-Dollar durch ihre Bilanz geschleust hätte? Ob soviel Ignoranz sollte jegliche geschäftliche und persönliche Beziehung mit denen boykottiert werden; und zwar schon seit vorgestern!

  • Markus Leuenberger am 11.12.2012 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die USA und deren reine Weste

    Damit haben die USA nun das "Feufi und das Weggli". Einerseits ist das transferierte Schwarzgeld aus illegalen Geschäften nun in den USA und darüberhinaus gibt's nochmals die 1.9 Milliarden. Eigentlich irgendwie scheinheilig und pietätlos. Da verbietet man gewisse Geschäfte, kämpft angeblich mit allen Mitteln gegen Drogen und Drogengeschäfte, will sich aber dennoch daran bereichern. Alt bekanntes Vorgehen, ("Cocain Cowboys"). Eigentlich müsste nun doch Mexiko mit einer Abgeltungssteuer miteinbezogen werden. Dies wird aber wohl nicht passieren

  • Tina Meier am 11.12.2012 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ob das denen weh tut?

    Viel zu wenig!!!!

  • sascha am 11.12.2012 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    unglaublich die abzocker und geldgeilen bankster und ceos können sich freikaufen mit geld das ihnen nicht gehört. viel bekommen aber nie verantwortlich sein. früher war es der staat jetzt auch die wirtschaft. super zukunft...

    • Supermario am 11.12.2012 16:34 Report Diesen Beitrag melden

      Ja ja...

      Ja ja, wenn die Amis rufen ist es gleich Gottes Wort. Hör doch auf und guck mal wieviele (wenige) US-Banken am Pranger stehen. Meinst du im Ernst die haben mit anderen Mitteln gearbeitet, als diejenigen, welche die Vergleichsbussen bezahlen mussten?

    einklappen einklappen
  • Sven Laufer am 11.12.2012 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nennt man das Gerechtigkeit ?

    Muss sich aber um eine gewaltige Geldwäsche handeln, wenn man 1.9 Mia. US-Dollar als Schmiergeld (!) zahlen muss.