Überflüssige Arbeit

18. Mai 2018 12:08; Akt: 18.05.2018 12:08 Print

Haben auch Sie einen Bullshit-Job?

von Dominic Benz - Fachanwälte, Unternehmensberater und Investmentbanker machen laut Autor David Graeber nichts Sinnvolles. Das seien Bullshit-Jobs.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sinnlose Excel-Tabellen ausfüllen, nutzlose Telefongespräche führen, nichts Fassbares produzieren und trotzdem viel Geld kassieren – wem das bekannt vorkommt, hat wahrscheinlich einen Bullshit-Job. Unter diesem Begriff fasst der bekannte US-Ethnologe und Bestsellerautor David Graeber ein gesellschaftliches Phänomen zusammen: Die schnelle Verbreitung von hirnrissigen Dienstleistungsjobs.

Umfrage
Langweilen Sie sich im Job?

In seinem neusten Buch «Bullshit-Jobs» hat Graeber seine Theorie über Arbeitsplätze, die unproduktiv und daher sinnlos und überflüssig sind, weiterentwickelt. Als Bullshit-Jobs bezeichnet Graeber beispielsweise Arbeiten im Personalwesen, in der Verwaltung oder im Telemarketing. Angestellte in diesen Branchen seien in der Regel damit beschäftigt, «andere Arbeitnehmer zu kontrollieren oder Eigentum zu bewachen». Diese Tätigkeiten seien gesellschaftlich und wirtschaftlich gesehen reiner Blödsinn – Bullshit-Jobs eben.

Hand aufs Herz: Haben auch Sie einen Bullshit-Job, der eigentlich wenig sinnvoll ist? Erzählen Sie uns von Ihrer Arbeit.

Je sinnloser, desto mehr Lohn

Laut Graeber sind solche Jobs auf dem Vormarsch. Schuld ist die Computerisierung und Automatisierung. Maschinen rationalisieren gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeiten weg. Stattdessen werden Arbeitsplätze geschaffen, die die Verwaltung aufblähen. Die Leute schmücken sich dann mit klingenden Bullshit-Bezeichnungen wie «Senior Functionality Executive» oder «Human Interactions Facilitator». Sie kaschieren aber bloss eines: Die Sinnlosigkeit ihrer Tätigkeit.

Womöglich sind sich viele Arbeitnehmer nicht bewusst, dass sie einen sinnlosen Job haben. Die tägliche Routine und das fürstliche Salär vernebeln das Denken. Paradoxerweise sind laut Graber vor allem die sinnlosen Jobs gut bezahlt: Fachanwälte, Unternehmensberater oder Investmentbanker. Sie seien Hofnarren des Kapitalismus, so Graeber. Je sinnvoller der Job aber für die Gesellschaft ist, desto kleiner das Gehalt.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andi am 18.05.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    Die Umfrage ist auch recht sinnlos, denn ich kann nirgends ankreuzen das mein Job sinnvoll ist und ich Spass daran habe.

  • Ano Nymous am 18.05.2018 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Quatsch

    So ein Quatsch. Den sinnlosesten Job haben wohl all die Personen, die solch unnötigen Studien produzieren. Die braucht definitiv niemand!

    einklappen einklappen
  • Silv am 18.05.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Landwirt

    Daher Bauer, denn essen müssen die leute alle

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • The Boss am 19.05.2018 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Fuchs bin ich

    Ich arbeite in einer Fabrik an einer Maschine, die uch mitlerweile so perfekt und genau einstellen kann, dass diese immerzu über 5Std am Stück in den richtigen parameter läuft. Da ich das Passwort vom Geschäfts W-lan kenne, stelle ich öffters zwei Web-Kameras auf und Connecte diese. So beobachte ich die Maschine und das Produkt aus dem Ausgang oder Restaurand oder Zuhause oder bei Freunden aus an. Mache dies nun bereits seit einigen Jahren so.

  • Bobby Singer am 19.05.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Meetings nerven mehr!

    Was mich viel mehr nervt, sind die sinnlosen ewigen Sitzungen bei denen immer die selben schon endlos diskutierten Themen auf dem Tisch landen. Erst recht die nervige Fragerei von eingeladenen Typen, die irgend eine Ausrede erfinden um nicht an das Meeting zu kommen, was denn so alles beschlossen wurde, obwohl ihre Kollegen im selben Büro beim Meeting waren.

  • GoldJunge am 19.05.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gewusst wie!

    Wir haben 12 grössere Gartenaufträge vor längerer Zeit eingeholt und lassen genau dies arbeiten wiederum von einer anderen Firma erledigen. Bedingung von uns war, sie dürfen keine Werbung am Auto haben. Nun mache ich seit 4,5 Jahren nichts anderes, als hin und wieder diese Langzeit Aufträge zu kontrollieren und mache manchmal zwischendurch Kleinaufträge klar. Ich Arbeite so ca. 5-10 Std in der Woche für einen sehr lukrativen Lohn.

    • Friloi am 19.05.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      .......

      Und die restliche Zeit kannst mache was du willst? Da würde ich Fremdsprachen lernen, ein Buch schreiben, Fotografieonlinekurse machen.

    • Mike am 19.05.2018 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Neugierig

      sind das gewerbliche kunden ? für wieviel % abschlag verkaufen sie die aufträge weiter ?

    einklappen einklappen
  • Thomas K am 19.05.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Extremes Glück

    Ich hatte extremes Glück! Bei der Lohnverhandlung in einer Firma mit 500 Angestellten sagte ich, welchen Lohn ich gerne hätte und das ich aber nur 80% arbeiten möchte. Nun, wir alle am Tisch verhandelten Logischerweise von einer 100% Stelle den Lohn aus. Die Firma hat den Vertrag von einem internen JuniorTeam ausstellen lassen und diese setzten den verhandelten 100% Lohn bei der 80% Teilzeitstellen in den Vertrag ein. Sämtliche Vorgesetzten haben blindlinks unterschrieben. Mich hat es fast aus der Bahn geworfen als ich den hohen Lohn für nur 80% gesehen hab, denn er war so 1300 Franken höher.

    • Ein Schweizer am 19.05.2018 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Titel

      Für 6500 würde ich nicht aufstehen...

    • Di Dago am 19.05.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      So habe ich auch Gedacht

      bevor ich meinen Job in dem ich mich zum Backofficemanager hochgearbeitet habe mit 9k / Monat, seit der PFZ werden da aber nur noch MBAs eingestellt. Somit arbeite ich heute wieder für 6,6k brutto / Monat - man muss ja leben. Ehrlich gesagt ich hatte mehr ALG als ich heute Netto Lohn habe.

    einklappen einklappen
  • Listenschreiber am 19.05.2018 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstständiger

    Gefällt mir: Lohnlisten sind unnötig. Umso besser, per sofort sind die Mitarbeier und die Firma nicht mehr versichert. Keine AHV, kein BVG, keine SUVA, keine Haftpflichtversicherung, etc. Selbst wenn ich aus Gutmütigkeit noch die Löhne zahle, spare ich viel Geld

    • Martin am 19.05.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

      Das Los von Arbeitgeber

      Wir müssen als Arbeitgeber diese Mitarbeiter bei den Verwaltungen durchfüttern. Es ist nur Aufsplittung der ALV. Die Suva ist ein Parade Beispiel. Realitätsfremd. Das Geld muss zuerst verdient werden, damit wir diese Prämien bezahlen können!

    einklappen einklappen