Immobilien

30. Mai 2011 10:50; Akt: 30.05.2011 16:03 Print

Hier droht die nächste BlaseHier droht die nächste Blase

Ein neuer Immobilienindex der UBS sieht zwar noch keine Blase, aber höchst gefärdete Regionen. Betroffen sind vor allem Genf und Zürich.

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Diese Regionen sind besonders gefährdet. (Quelle:UBS Wealth Management Research Switzerland)

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Aktuell seien die Risiken für eine Immobilienblase in den Regionen Zürich, Genf und Lausanne am höchsten, teilte die UBS am Montag mit. Grössere Risiken bestünden auch in den Agglomerationsregionen Zug sowie am Zürichsee in den Regionen Pfannenstil, March und Zimmerberg sowie am Genfersee in Vevey und Nyon.

Aufgeführt wird von den Experten der Bank auch Davos, wo die Immobilienpreise ebenfalls stark gestiegen sind. Speziell beobachtet (Monitoring-Regionen) wird in nächster Zeit der Immobilienmarkt im Limmattal, im Oberengadin und in Morges. In vielen Regionen hätten sich die Wohnimmobilienpreise in einem Jahrzehnt mehr als verdoppelt.

Landesweit erreicht der Index der UBS über Immobilienblasen einen Wert von 0,63 Punkten. Damit liegt er auf der Stufe «Boom». Diese Phase befindet sich zwar über «Baisse» und «Balance», aber unter «Risiko» und «Blase».

Sechs Komponenten

Den Index berechnet die UBS aus sechs Komponenten: Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisen, Verhältnis von Hauspreisen zum Haushaltseinkommen, Entwicklung von Hauspreisen zur Inflation, Verhältnis von Hypothekarverschuldung zum Einkommen, Verhältnis von Bautätigkeit zum Bruttoinlandprodukt sowie Anteil von UBS-Kunden gestellte Kreditanträge für Wohnrenditeliegenschaften.

Die UBS stuft den Markt ab einem Indexstand über 1 als riskant ein. Den Höchstwert von 2,5 Punkten erreichte der bis 1982 zurückgerechnete Index zu Beginn der 1990er Jahre auf dem Höhepunkt der letzten schweizerischen Immobilienblase.

Damals brachte die zu grosszügige Hypothekenvergabe mehrere Regionalbanken an den Abgrund. Weltweit Schlagzeilen machte der Zusammenbruch der Spar- und Leihkasse Thun (SLT), bei der Kunden vor geschlossenen Schaltern vergebens ihre Spargelder abheben wollten.

Vorsicht geboten

Für die UBS-Experten ist heute mit Blick auf die starken Preissteigerungen bei Eigenheimen in der Schweiz Vorsicht geboten. Denn Immobilienblasen stellten ein substantielles Risiko für Volkswirtschaften dar, wie die USA, Spanien, Irland und andere Länder in jüngster Vergangenheit erfahren mussten.

Angetrieben wird der Schweizer Immobilienmarkt von seit Jahren sehr tiefen Zinsen und dem Bevölkerungswachstum im Zuge der Personenfreizügigkeit mit der EU.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat schon mehrfach vor eine Blase gewarnt. Sie verfolgt die Vergabepraxis der Banken aufmerksam, damit nicht an Kunden Hypotheken vergeben werden, die bei steigenden Zinsen ihre Raten nicht zahlen können.

Seit der Finanzkrise liegt der Leitzins der SNB auf Rekordtief. Die Normalisierung der Geldpolitik lässt auf sich warten: Viele Ökonomen rechnen nicht mehr damit, dass die SNB im Juni erstmals den Leitzins wieder erhöht. Denn damit dürfte sich der bereits rekordteure Franken gegenüber Euro und Dollar weiter aufwerten, was die auslandorientierte Wirtschaft weiter belasten würde.

(sda)

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  • Peter Meier am 20.06.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts kann die Geldgier stoppen

    Vor allem ist die öffentliche Hand und hier vornehmlich die Gemeinden mitschuldig indem gut zu bewirtschaftendes Agrarland zu Bauland eingezont wird und da schreckt man auch nicht davon zurück sogar Wasserflächen zu Bauland umzuzonen, wie in Wangen SZ am oberen Zürichsee geschehen.

  • Lisa am 30.05.2011 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zug verliert an Schönheit

    In diesem Bericht wird wenigtens offen kommuniziert, dass die Personenfreizügigkeit mit ein Grund für die hohen Immobilienpreise sind. Auf kurz oder lang, so kann es nicht weiter gehen und wenn dann alle einen Platz unter der Brücke suchen müssen, weil sie sich keine Wohnungen mehr leisten können, wirds da dann auch eng. Es ist ein Riesendilemma. Leider gibt es noch zu viele die diesen Boom unterstützen (inkl. Zuwanderung). Schade um das ganze Land das verbaut wird mit Betonklötzen (siehe Zug).

  • Peter Z. am 30.05.2011 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Immobilienbombe

    Wer meint, dass wir bei nur einen seichten Immobilienblase sitzen, der traut wohl der UBS, die schon wieder sehr optimistische Prognosen sich wagt, zu äussern! Schon bei der nächsten Hyp.-Zinsrunde wird es Zunder geben. Bei der übernächsten erst recht!! Wir sitzen auf eine tickenden Immobilienbombe - danke, liebe Banker!!!

    • Andreas am 01.06.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      Immobilienbombe

      International und Global gesehen wird es wenig Wohnstandorte wie den Zürichsee und Genfersee geben, daher halte ich die Werte in diesen Regionen auch für zukünftig stabil. Diese Gegenden sind international gesehen eine Oase.

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