Immo-Monitoring 2013

31. Oktober 2013 17:17; Akt: 31.10.2013 17:28 Print

Hier ist mieten günstiger als kaufen

von V. Blank - Hauseigentümer kommen billiger davon als Mieter – das stimmt trotz tiefer Zinsen nicht mehr überall. In welchen Regionen eine Mietwohnung lukrativer ist, zeigt eine neue Studie.

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Kaufen ist billiger als mieten – das ist seit der Tiefzinsphase die Parole auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Viele Haus- oder Wohnungsbesitzer reiben sich die Hände, weil sie wegen der tiefen Hypothekarzinsen weniger fürs Wohnen ausgeben müssen als Mieter.

Mit dieser Freude ist es vielerorts vorbei – denn der Wind hat sich gedreht: In 500 von 2400 Schweizer Gemeinden kostet eine Eigentumswohnung unter dem Strich mittlerweile wieder mehr als eine vergleichbare Mietwohnung. Das hat die Beratungsfirma Wüest & Partner in ihrem neusten «Immo-Monitoring» erstmals errechnet.

Eigentum: 4000 Franken teurer

«Es stimmt oft nur noch auf den ersten Blick, dass Eigentum lukrativer ist als Miete», sagt Robert Weinert, Immobilienexperte bei Wüest & Partner, zu 20 Minuten. Mache man eine Vollkostenrechnung, präsentiere sich in vielen Regionen jetzt ein anderes Bild. So sind etwa die Unterhaltskosten für Wohneigentum – die Reparatur eines kaputten Wasserrohrs oder die Pflege der Fassade – mit einzukalkulieren. Ins Gewicht fällt auch der entgangene Gewinn, den man mit dem investierten Geld aus anderen Anlagen hätte erwirtschaften können.

Werden diese Faktoren berücksichtigt, sind die jährlichen Kosten für die eigenen vier Wände bereits in der Stadt Zürich und an der «Goldküste» am Zürichsee höher als bei Mietwohnungen. Dort kostet eine Eigentumswohnung pro Jahr 4000 Franken oder noch mehr als eine Mietwohnung (siehe Grafik). Dasselbe gilt für die Region rund um den Genfersee, steuergünstige Gemeinden der Innerschweiz sowie touristische Gebiete wie das Engadin.

Korrekturen werden kommen

Dass mieten in diesen Gebieten wieder attraktiver wird als kaufen, liegt laut Experte Weinert an der Preisexplosion der vergangenen Jahre. «Die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser haben mittlerweile ein so hohes Niveau erreicht, dass es zu Korrekturen kommen wird.» Einen solch drastischen Preiszerfall wie in den 1970er- und 1990er-Jahren befürchte er zwar nicht. «Nach 14 Jahren des Preisanstiegs sind Rückgänge um 5 Prozent oder 10 Prozent aber möglich – vor allem in denjenigen Gebieten, wo die Immobilienpreise stark angestiegen sind», so Weinert.

Nach wie vor lohnenswert ist ein Haus- oder Wohnungskauf laut «Immo-Monitoring» in ländlichen Gebieten. So ist das eigene Heim beispielsweise in der Ostschweiz, im Jura oder abgelegenen Regionen des Kantons Bern jährlich mindestens 4000 Franken günstiger als eine vergleichbare Mietwohnung.

«Letztlich hängt der Entschluss für oder gegen einen Immobilienkauf aber von den eigenen Erwartungen und Lebensplanung ab», sagt Weinert. So sei es zum Beispiel massgebend, ob das Wohneigentum zur persönlichen Nutzung gedacht sei und wie lange man darin wohnen möchte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian R. am 31.10.2013 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Versteckte Kosten

    "Günstiges" Landleben im eigenen Haus? Naja, kommt halt auf den Lebenstil drauf an. Wohn ich in der Stadt, brauche ich nicht zwingend ein oder mehrere Autos für die Familie (Einkaufen etc.). Die Einkaufsmöglichkeiten, das Kulturangebot, Freizeit etc. sind in irgendeiner EFH-Siedlung am Dorfrand auch eher überschaubar. Habe ich Kinder, ist das Bildungsangebot in der Stadt grösser. Beim Jobwechsel bin ich nicht an meinem Haus "angebunden" und kann überallhin ziehen falls nötig. Mein Vermögen ist nicht in einem Investment allein gebunden. Sind m.E. alles Extra-"Kosten", die beim EFH dazukommen.

  • hans am 31.10.2013 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wert

    ich finde eigentum hat immer einen höheren wert

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  • Andy am 31.10.2013 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ex-Banker

    Wundert mich als Ex-Banker nicht. Habe 3 Jahre im Immo-Bereich / Hypotheken gearbeitet. Die Projekte mit denen die zukünftigen Eigenheimbesitzer da teilweise gekommen sind, waren einfach nur noch "biireweich" - überteuert wäre da noch freundlich ausgedrückt. Selbstredend hatten viel dann noch ihre Eigenmittel via PK-Plünderung aufgestockt. In 20-30 J. werden wir eine Menge verarmte Hausbesitzer haben, denn die Wertkorrektur auf dem Markt wird gewaltig sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • madame am 01.11.2013 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    mieter sein: eine frage des lifestyles

    wir sind in den letzten jahren so oft umgezogen, dass mich ein eigenheim nur behindert hätte. ich bin gerne mieter, kann es mir leisten und muss mich um nichts kümmern, ausser dass die miete rausgeht. der rest macht mein vermieter. und ich kann in 2 jahren wieder ohne weiteres ausziehen, wenn ich das will. ausserdem muss ich nicht jeden franken 2x umdrehen, um das nötige eigenkapital anzusparen. für mich käme eigenheim sicher in der nächsten zeit überhaupt nicht in frage.

  • Tirak Meggen am 01.11.2013 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie uneinsichtig die junge Generation von Häusleba

    Also Wenn Ich 100000 Franken Eigenkapital habe, 200000 aus meiner Pensionskasse nehme und noch 1200000 Franken Hypo bei einer Bank, dann muss ich bis das Häusle mir gehört, hypozinsen zahlen, die 1, 2 Millionen zurückzahlen, die 200000 aus der pk werden mir bei meiner Pensionierung dann fehlen inkl den Zinserträgen. Ich denke dass ca 90 % der jüngeren Eigenheimbesitzer wirklich nie ein ihnen gehörendes Eigenheim haben werden, und spätestens wenns nur noch ahv und Pk. gibt grosse Probleme bekommen werden hypozinsen, allfällige amortisation, renovationskosten und eigenmiwtqwrt zu bezahlen.

    • Thomson am 01.11.2013 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      100 Punkte....

      Du rechnest richtig...viele haben das leider nicht so im Griff...

    • Marcel Zufall am 01.11.2013 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch

      Seit dem 1.7.2012 müssen mindestens 10 % des Kaufpreises aus Eigenmitteln (ohne PK) also 150'000 aufgebracht werden und weitere 10 % können aus der PK kommen. Zudem musst du etwa 200'000 sicheres jährliches Einkommen erzielen, damit eine seriöse Bank 1,2 Mio Hypothek bewilligt. Ich denke nicht, dass allzuviele 20min Leser in dieser Liga mitspielen.

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  • Bernd Manser am 01.11.2013 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Kaufen ist sinnvoll

    Kann ich nur bestätigen. Wir bezahlen für unser freistehendes 6.5 Zh. Haus inkl. Armortisation knapp 1700.- p. mte. Vorher f. 4.5 Zi. Whg. zur Miete knapp 3800.-. Das dumme ist nur, dass wir unser Haus nicht scjon früher gekauft haben.

    • Pizzajola am 01.11.2013 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      Kommt darauf an, wo

      Fr. 3'800 für eine Mietwohnung p.mt? Das muss ja eine reine Luxuswohnung sein, direkt an einem See, 240 m2 Wohnfläche ect.ect. Meine damalige 41/2 z-Neubau-Wohnung würde mich heute Fr. 1800 kosten, inkl. Garageplatz und 1 Aussenplatz. Bei solchen Angaben wäre es auch sinnvoll zu sagen WO sich die Wohnung/Haus befindet. Ich wohne am Bodensee, Kt. St. Gallen, bezahle für mein Wohneigentum 5 1/2-Z. auf 135 m2 inkl. Tiefgarage + Einstellplatz, inkl. NK Fr. 1'100/p.Mt.

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  • Sau Teuer am 01.11.2013 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immobilienblase

    Das ist eine Immobilienblase verständlich erklärt.

  • luna lisa am 01.11.2013 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    kaufen ist günstiger

    wir haben vor 2 Jahren unser Traumhaus gebaut und bezahlen massiv weniger als wenn wir mieten würden. Auch die PK haben wir nicht angerührt, denn das finde ich das schlimmste.... Haus bauen und PK vorbeziehen. Das Gesetz sollte nochmals geändert werden, dass überhaupt kein Geld mehr aus der PK genommen werden darf für den Kauf des Wohneigentums.....

    • Marc am 01.11.2013 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      Unsinn

      Diese Aussage ist natürlich Schwachsinn. Es gibt mehr als genug Menschen in der Schweiz die überobligatorische versichert sind und im Alter 1 Million und mehr in der PK haben. Ihnen zu verbieten PK Gelder zu beziehen wäre lachhaft. Wer allerdings bei einem geschätzten Alterskapital von unter 500 T PK Gelder für den Hausbau bezieht ist allerdings auch nicht sehr klug.

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