Kassenschlager

23. November 2012 17:09; Akt: 23.11.2012 17:09 Print

Hochzeitskleider für Hunde

Luxusartikel für Haustiere sind der letzte Schrei. Mittlerweile findet man Kleidungsstücke für die kleinen Freunde nicht mehr nur in Tier-Boutiquen, sondern auch in normalen Zoo-Fachmärkten.

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Der Strickpullover «Elch» wird im Online-Shop «für den Übergang» angeboten. Auch einen passenden Parka mit Fellkragen gibt es dazu - ein «schicker Ausgehmantel», der «schön warm hält». Das Angebot richtet sich nicht etwa an junge Frauen oder Kinder, sondern an einen Hund - einen Mops.

Was auf der Internetseite «Luxusmops» verkauft wird, ist nur ein Beispiel für ein Geschäftsmodell, auf das zunehmend auch der klassische Zoofachhandel aufmerksam wird: Luxusartikel für das Haustier, denn mit der Liebe zum Haustier lässt sich Geld verdienen.

«Mäntel aus der normalen Preisklasse gehören mittlerweile zum Standardsortiment», sagt Carsten Eisele, Vertriebsleiter bei Zoo & Co. Mittlerweile biete man ausgefallenes Zubehör gleich im Set an. «Da passt das Halsband zum Mantel, der wiederum aus dem gleichen Stoff gefertigt ist wie das Hundebettchen.» Ebenso wie die Einrichtung der Wohnung solle auch das Zubehör für Bello & Co den «Lifestyle-Ansprüchen der Halter genügen», beobachtet er.


Geschäft mit hohen Margen

Auch die schwäbische Firma Koelle Zoo hat das Segment Tierluxus mittlerweile stärker für sich entdeckt. «Die Umsatzbedeutung ist verglichen mit dem Restsortiment vernachlässigbar», sagt Einkäufer Michael Staudinger.

Jedoch seien die Margen und Erträge lukrativ, da der Kunde hier eine hohe Preisbereitschaft mitbringe. Allein in den vergangenen zwei Jahren habe der Zoofachmarkt den Anteil solcher Produkte verdoppelt.

Der teuerste Artikel? Ein Katzen-Kratzbaum für umgerechnet 1800 Franken. Ob solches Zubehör tatsächlich gekauft werde, sei dabei gar nicht so erheblich, sagt Staudinger. Viel wichtiger: Es locke die Kunden in den Laden.

«Echte Hingucker sind ein wirksames Mittel, um die Kundenbedürfnisse in bestimmte Richtungen zu lenken», sagt Staudinger. Wer ein Luxusmäntelchen sehe, käme eher auf die Idee, den eigenen Hund überhaupt erst einzukleiden.


«Eine Art Sucht»

«Das ist auch eine Form der Sucht», beobachtet Martina Borchmann. Sie ist Geschäftsführerin von DogOne, einem Internetversand für Hundeartikel, der auch Koelle Zoo beliefert. «Viele fangen mit dem Wintermantel an, kaufen dann den Pullover und irgendwann kommt das T- Shirt hinzu.»

Mittlerweile mache sie 60 Prozent des Umsatzes mit Lieferungen an Zoofachmärkte, sagt sie: «Das hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert.» Strasshalsbänder, Hochzeitsmode für Hunde, ein Thron für die Katze. «Es ist hauptsächlich ein Mode-Gag, ein Statement», meint Borchmann. «Die Leute wollen auch darauf angesprochen werden.»

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • L.Schnell am 23.11.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich

    Mutternatur hat den Hunden ein Fell geschenkt ! Wenn Gott wolle dass die Hunde Jacken tragen hätte er ihnen kein Fell geschenkt! Absolut dumm! Einfach wieder mal Typisch Mensch!

  • Jerem am 23.11.2012 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Anziehpuppen

    Es ist doch schön, wenn jemand keine anderen Probleme hat, als ein Wintermäntelchen für seinen Hund zu kaufen...unsere Hunde sind zum Glück noch nicht so überzüchtet und haben darum ein Fell, das sich der jeweiligen Jahreszeit anpasst. Hunde sind Hunde und keine Anziehpuppen.

  • D. Maier am 23.11.2012 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Völliger Schwachsinn!

    Total übertrieben was es gibt! Das grenzt an Tierquälerei! Keiner kann mir sagen dass sein Hündchen das gern hat..

  • Re Can am 23.11.2012 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würde des Tieres

    Wo bleibt da die Würde des Tieres?? Diese unsägliche Verkleiderei der Hunde sollte bestraft werden. Diese Hundebesitzerinnen würden besser mit ihren Hunden spazieren gehen und die Tiere auf sinnvolle Art beschäftigen!!!

    • Jerem am 23.11.2012 19:09 Report Diesen Beitrag melden

      Hund als Acessoire

      Das Problem ist, dass diese Leute das Tier nicht als Tier, sondern als Accessoire betrachten. Sie kommen gar nicht auf die Idee, dass ihr Hund eventuell andere Bedürfnisse haben könnte. Meiner Ansicht nach ist das Tierquälerei; da es aber wieder einmal um ein Riesengeschäft geht, wird niemand etwas dagegen tun.

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