Nutzerdaten-Skandal

11. Juli 2018 02:24; Akt: 11.07.2018 06:17 Print

Briten fordern 660'000 Franken von Facebook

Der US-Konzern gab millionenfach Nutzerdaten weiter: Die britische Datenschutzbehörde ICO hat gegen Facebook die Höchststrafe verhängt.

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Im Skandal um millionenfach weitergegebene Facebook-Nutzerdaten will die britische Datenschutzbehörde ICO den US-Konzern mit einer Strafe von umgerechnet 660'000 Franken (500'000 Pfund) belegen. Facebook habe die Daten nicht geschützt und gegen das Gesetz verstossen.

Zudem habe es keine Transparenz darüber gegeben, wie Daten der Plattform von Dritten abgefischt worden seien, erklärte Behördenchefin Elizabeth Denham am Mittwoch. Hintergrund des Skandals ist die Weitergabe von Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern an die britische Beratungsfirma Cambridge Analytica. Das Unternehmen unterstützte 2016 das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump. Die von Facebook erlangten Daten verwendete es nach eigener Darstellung aber nicht für den amerikanischen Wahlkampf.

Ein Klacks für Facebook

Die Strafe von 500'000 Pfund ist für Facebook vergleichsweise klein, weil der Konzern einen Marktwert von 590 Milliarden Dollar hat. Sie ist aber der Höchstbetrag, den ICO-Chefin Denham verhängen kann. Facebook kann sich vor der endgültigen Entscheidung noch zu den Vorwürfen äussern.

Das Unternehmen kündigte an, den Zwischenbericht der britischen Behörde zu prüfen und in Kürze darauf zu reagieren. Die Datenschutzbeauftragte Erin Egan bekräftigte, man hätte im Zusammenhang mit Cambridge Analytica schon früher tätig werden müssen. Facebook arbeitet nach eigenen Angaben bei den Ermittlungen mit den Behörden zusammen.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andy am 11.07.2018 06:00 Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    87mio x Daten weitergegeben und die erhalten 660000Chf Strafe. Dass sind 0.007Chf pro Person. Soviel sind also unsere Daten Wert!!!!! Bei Milliarden Umsätzen pro Jahr schmerzt das Facebook sicher gaaaaanz stark- zumindest in der Portokasse.

  • GoatsForFree am 11.07.2018 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuckerberg im Schock

    Der Schock sitzt tief bei Zuckerberg. Er muss aufgrund der Busse, heute zwei Minuten länger arbeiten.

  • Marc Sugarmountain am 11.07.2018 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Thank you!

    590 Milliarden Dollar Marktwert. Lasst euch das auf der Zunge zergehen. Und dies nur wegen euch, meine lieben Whatsapp-, Instagram- und Facebook-Nutzer. Ihr macht mich so unglaublich reich. Und ihr seid dabei noch völlig sorglos. Besten Dank, Euer Marc Sugarmountain

Die neusten Leser-Kommentare

  • E.S.Reicht am 11.07.2018 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch 4 Mal eine Null anhängen

    Find ich etwas zu wenig für das Vergehen. Die lachen sich ja ins Fäustchen bei dem Betrag :)

  • Kläger am 11.07.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ich beteilige mich an der Sammelklage

    Hoffe dabei springt auch was für mich raus.

  • Adi H. am 11.07.2018 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Megakrass

    Ich höre den Zuckerberg bis hierher lachen...

  • Anidaat Vom Caumasee am 11.07.2018 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Britische Firma kommt davon?

    Mhh müssten die Briten nicht auch die Datenfirma, beziehungsweise deren verantwortlichen mit solchen Bussen bestrafen? Oder Macht da die Britische Regierung nichts Cambridge Analytica eben eine Britische Firma ist? BTW : Man stelle sich das Theater vor wenn es eine Russische Firma wäre...die Politiker und "Qualitätsmedien" in UK würden durchdrehen.

  • Unwissende am 11.07.2018 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer kriegt das Geld?

    Wer kriegt eigentlich dieses Geld wenn FB die Strafe bezahlt?