Wohneigentum

13. Februar 2018 19:14; Akt: 15.02.2018 14:40 Print

Hypotheken werden fast 15 Prozent teurer

von S. Spaeth - Kostete eine 10-jährige Festhypothek Anfang Jahr im Schnitt noch 1,5 Prozent, sind es nun bereits 1,7 Prozent. Was heisst das für den Traum des Eigenheims?

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Der Hypotheken-Index des unabhängigen Online-Vergleichsdiensts Moneyland weist für Schweizer Festhypotheken seit Jahresbeginn einen starken Zinsanstieg aus. So lagen die fünfjährigen Festhypotheken laut Moneyland Mitte Februar 2018 im Schnitt bei 1,28 Prozent. Das ist so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Noch Anfang Jahr betrug der Durchschnittszinssatz für 5-jährige Festhypotheken 1,14 Prozent. Die Hypozinsen in der Schweiz variieren stark von Region zu Region. Welche Region auf welchem Platz liegt, sehen Sie im Ranking in den kommenden Slides. Erstellt hat die Rangliste der Hypothekenvermittler Moneypark. Am teuersten ist die Hypothek für das Eigenheim im (Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg, Jura). 2017 liegen die von den Banken offerierten Zinsen im Schnitt bei 1,295 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 15 Prozentpunkten. 2016 war das Mittelland bereits das Schlusslicht. In der (Waadt, Wallis und Genf) sind die Zinsen um 18 Basispunkte auf 1,269 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst. Die Region verlor damit drei Plätze. Die Region verzeichnete einen Anstieg von 15 Basispunkten. Die Hypozinsen lagen im letzten Jahr im Schnitt bei 1,238 Prozent. Damit verliert die Region seinen Spitzenplatz: 2016 war Zürich noch die attraktivste Region für die Eigenheimfinanzierung. In der mit den Kantonen Basel Stadt (im Bild), Basel Land und Aargau lagen die Zinsen um 7 Prozentpunkte höher bei 1,209 Prozent. Damit machte die Region zwei Plätze gut. Im zahlte man im letzten Jahr 1,205 Prozent Zinsen. Der Anstieg konnte nicht ermittelt werden, da die Region mangels statistisch relevanter Offerten in der letztjährigen Analyse ausgeklammert werden musste. Im Bild ist Lugano zu sehen. In der (Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug) waren die Zinsen um 9 Basispunkte höher bei 1,174 Prozent. Im Vorjahr lag die Region schon auf dem gleichen Platz. Am attraktivsten für Hypothekarnehmer war es im letzten Jahr in der Ostschweiz, also in den Kantonen Glarus, Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen (im Bild), Graubünden und Thurgau. Die Zinsen lagen bei 1,171 Prozent – das ist ein Plus von 2 Prozentpunkten. Wer eine Hypothek aufnehmen möchte, der sollte verhandeln. Allgemein gilt: Aufgrund der hohen Immobilienpreise sowie der strikten Vergabekriterien wird ein hohes Einkommen benötigt, um von Banken eine Hypothek zu erhalten. Wer sich dereinst den Traum des Eigenheims verwirklichen möchte, sollte deshalb schon früh mit Sparen beginnen. Für junge Familien ist das oft schwierig.

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Irgendwann wird sie kommen, die Zinswende. Nun gibt es erneut Anzeichen dafür: Der Hypotheken-Index des unabhängigen Online-Vergleichsdiensts Moneyland weist für Schweizer Festhypotheken seit Jahresbeginn einen starken Zinsanstieg aus. «Die Anleger erwarten längerfristig eine Anhebung der Zinsen der Notenbanken. Diese Erwartungen wiederum haben einen Einfluss aufs Zinsumfeld», sagt Moneyland-Chef Benjamin Manz zu 20 Minuten.

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So lagen die 5-jährigen Festhypotheken Mitte Februar 2018 im Schnitt bei 1,28 Prozent. Das ist so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Zum Vergleich: Noch Anfang Jahr betrug der Durchschnittszinssatz für 5-jährige Festhypotheken 1,14 Prozent. «Das ist eine Zunahme von 12,3 Prozent», sagt Felix Oeschger, Analyst bei Moneyland. Im langjährigen Schnitt ist das Niveau noch immer sehr tief, überraschend ist allerdings die Veränderung innert Monatsfrist.

«Hypozinsen werden irgendwann markant steigen»

Noch stärker als bei den 5-jährigen ist der Anstieg bei den 10-jährigen Festhypotheken. Kosteten sie Anfang Jahr im Schnitt noch 1,51 Prozent, bezahlt man nun bereits 1,73 Prozent Zins. Das entspricht einer Zunahme von 14,6 Prozent, wie Moneyland vorrechnet. Günstiger sind sogenannte Online-Hypotheken: Hier kostet eine 10-jährige Hypothek im Schnitt aktuell 1,56 Prozent. Anfang Jahr lag dieser Wert bei 1,34 Prozent.

Konkret bedeutet dies: Eine 10-jährige Hypothek über 600’000 Franken kostet bei einem Abschluss Mitte Februar jährlich 10’380 Franken. Anfang Januar wären es noch 9060 Franken gewesen. Über die ganze Laufzeit macht dies eine Differenz von 13’200 Franken.

«Hypozinsen werden irgendwann markant steigen»

Trotz der erheblichen Mehrbelastung sagt Manz: «Eigenheimbesitzer müssen sich noch keine Sorgen machen – die Zinsen sind immer noch tief.» Ein Vergleich lohne sich aber unabhängig vom Zinsumfeld. «Je nach Anbieter und Fall kann man mit Verhandeln viel herausholen.»

Ist das nun die Zinswende? Manz will nicht spekulieren und sagt lediglich, dass der Anstieg «markant» sei. «Langfristig ist es klar, dass die Hypothekarzinsen irgendwann wieder stark steigen werden. Nur wann das genau der Fall sein wird, weiss niemand.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Besitzer am 13.02.2018 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt

    Wenn die Zinsen stark ansteigen, haben wir die nächste Krise da ca. 50% der Neubesitzer nicht mehr bezahlen können. Dann fällt alles wieder. Ebenso so lange die Eu Länder hoch verschuldet sind, können die Zinsen gar nicht stark steigen. Angstmacherei wie immer

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  • Red Wine am 13.02.2018 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hoch

    Haha, hoch. Ich habe noch 6 bis 8% bezahlt für den Hauskauf 1995.

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  • Thomas am 13.02.2018 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Relationen bewahren

    Jetzt mal keine Panik, es gibt Leute, die erinnern sich noch an Zeiten, wo eine Hypothek unter 4% als Schnäppchen galt... und das waren noch nicht einmal die Höchststände.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marie am 14.02.2018 21:27 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Angstmacherei

    Oder Zinstreiberei? Bis die Zinsen in der Schweiz steigen wird es noch einige Jahre dauern.

  • Fratello am 14.02.2018 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einliegerwohnung

    Möchte auch noch meinen Senf dazugeben: 1989 Land gekauft (Hyp. Zins damals 5%). Als junger Architekt aber noch kein Geld zum bauen. Also sparen, sparen, sparen. Dann Anstieg Hyp. Zins bis 1992 auf 7%! (hätte bedeutet Zinsleistungen pro Monat Fr. 3500.00. Angst bekommen und Einliegerwohnung im Dach eingeplant und gebaut. Investition Fr. 80000.00. Durch Vermietung Entlastung der EG- Wohnung um Fr. 1200.00/Mt. Deshalb Tip für Häuslebauer - Kleinwohnung fix einplanen, oder wenigstens Installationsanschlüsse vorbereiten für Kan., Strom etc. Bei steigenden Hyp. Zinsen hat man so Alternativen.

  • salisali am 14.02.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prozent

    Zum Glück sind es nur Prozent und nicht ein Anstieg un 15! So ist alles noch im grünen Bereich!

  • Andrea am 14.02.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Libor

    Ich würde mir nie freiwillig 10-jährige Fussfesseln anlegen, eine Libor Hypothek war die letzten 15-Jahre immer günstiger.

    • Lukas am 14.02.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      @ Andrea

      Genau, was ist bei Scheidung oder Jobverlust, ein günstigen Libor übernimmt mir ein podentieller Käufer eher als eine überteuerte längjährige Festhypothek.

    • denis am 14.02.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

      Egal

      Mit 1.4% kann man nichts falsch machen. Vor nicht allzu langer Zeit waren sie doppelt und dreifach so hoch. Jeder so wie er möchte oder vermag.

    • Sparmax am 14.02.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

      Sparmax

      Wer JETZT so DUMM ist und sich einen Zinssatz von 1.4% nicht auf die Maximal mögliche Laufzeit sichert 15/20 Jahre dem ist nichtmehr zu helfen. Abtilgen was geht und später ist man Schuldenfrei Wieviel billiger soll es den noch werden??

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  • Florian Hugentobbler am 14.02.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Furz

    Ganzes Miet-,Zins-, Steuer- und Hypothekensystem Abschaffen. Eine Immobilie wird nur noch gekauft. Ohne Bank ohne Staat. Alles andere ist Schwachsinn und dient nur dazu, dass sich unbeteiligte bereichern könne.

    • Reto am 14.02.2018 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Florian Hugentobbler

      Sonst kannst du aber alles essen?

    • Florian Hugentobbler am 14.02.2018 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Was macht dir bei der Idee solche Angst?

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