Richemont

09. November 2012 10:53; Akt: 09.11.2012 10:53 Print

Im Markt mit Luxusgütern läufts rund

Das Geschäft mit Luxusuhren kennt keine Krise: Der Genfer Konzern Richemont steigert seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2012 um 52 Prozent, auf über eine Milliarde Euro. Der Dank geht an Käufer aus Asien.

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(Bild: Keystone/Sandro Campardo)

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Der Genfer Luxuskonzern Richemont entwickelt sich dank des Drangs reicher Asiaten nach Luxusgütern glänzend: Der Umsatz ist im ersten Halbjahr 2012/13 um mehr als ein Fünftel auf 5,1 Mrd. Euro gewachsen, der Reingewinn liegt sogar um mehr als die Hälfte höher bei 1,08 Mrd. Euro.

Richemont habe erfolgreich neue Modelle eingeführt und die Margen verbessern können, gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Die in Genf ansässige Gruppe mit ihren weltweit bekannten Marken wie Cartier, Jaeger-LeCoultre und Montblanc profitierte aber auch von Wechselkursvorteilen. Zu konstanten Währungen hätte das Umsatz-Plus 12 Prozent betragen.

Am meisten konnte der Konzern in Europa zulegen: Die Umsätze stiegen um fast ein Viertel. Zwar wird sich in Zukunft auch der Luxusmarkt etwas abkühlen. Doch das leicht geringere Wachstum in Asien sei zuletzt durch gute Verkäufe in Europa an asiatische Touristen kompensiert worden, erklärte Richemont.

Wachstum in allen Sparten

Der Umsatz der Schmuck-Sparte wuchs um 20 Prozent auf 2,61 Mrd. Euro, der operative Gewinn legte um 31 Prozent auf 958 Mio. Euro zu. Mit Uhren (Vacheron Constantin, Baume & Mercier, Lange & Söhne oder IWC) setzte Richemont 1,46 Mrd. Euro und damit 25 Prozent mehr um. Der Betriebsgewinn der Uhrensparte wuchs gar um 51 Prozent auf 470 Mio. Euro.

Mit den Schreibwaren (Montblanc) setzte Richemont 368 Mio. Euro um ( 10 Prozent). Der übrige Bereich mit den Accessoire-Marken Dunhill und Chloe oder dem Online-Portal Net-a-Porter wuchs um 24 Prozent auf 672 Mio. Euro, musste aber erneut einen operativen Verlust ausweisen. Dieser hat sich von 17 Mio. Euro im Vorjahr auf 15 Mio. Euro verkleinert.

Weiterhin will Richemont in den Ausbau der Produktionskapazitäten investieren. Die Netto-Cash-Position per Ende September betrug 3,05 Mrd. Euro, nach 3,18 Mrd. Euro Ende März.

Anleger streichen Gewinne ein

Der Optimismus vermochte die Anleger dennoch nicht zu überzeugen. Der Aktienkurs verlor am Vormittag jedenfalls 1,6 Prozent. Marktteilnehmer verweisen in erster Linie auf Gewinnmitnahmen, da die Papiere nach einem sehr überzeugenden Zwischenbericht von Anfang September deutlich zugelegt hatten.

Die Ergebnisüberraschung reiche offensichtlich nicht aus, um Gewinnmitnahmen nach dem gerade erst erreichten Allzeithoch abzuwenden, hiess es im Handel.

Neue Führung

Weiter gab der Konzern bekannt, die Konzernverantwortung neu zu besetzen: Per 1. April 2013 übernehmen Richard Lepeu und Bernard Fornas zusammen die Funktion des Gruppen-CEO. Sie lösen Johann Rupert ab. Als Co-Ceo soll Fornas für die operativen Einheiten (»Maisons») verantwortlich zeichnen, Lepeu wird weiterhin die zentralen Funktionen leiten.

(sda)