Verdreifachung

06. Mai 2012 21:50; Akt: 06.05.2012 22:00 Print

Immer mehr deutsche Chefs in der Schweiz

Schweizer Firmen stehen auf deutsche Chefs. Deutsche Frauen laufen den Schweizerinnen im Management den Rang ab.

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Hauke Stars, HP Schweiz (l.) und Carsten Schloter, Swisscom. kEY (Bild: Keystone)

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Neue Munition für die Debatte um die Deutschen: Hauke Stars, Chefin bei HP Schweiz, oder Harry Hohmeister, CEO der Airline Swiss, sind längst keine Exoten mehr. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der deutschen Manager und Verwaltungsräte in hiesigen Firmen von rund 16 000 auf gut 50 000 mehr als verdreifacht. Das berichtet die Zeitung «Sonntag» auf Basis einer Erhebung von Orell-Füssli Wirtschaftsinformationen.

Damit stieg der Anteil der Deutschen auf der Teppich­etage seit 2002 von 3,4 auf 5 Prozent. Der Anteil der Schweizer schrumpfte dagegen um 11 Prozent auf 78 Prozent. Headhunter Martin Gossweiler überrascht dies nicht: «Deutsche können sich in Führungspositionen besser behaupten als Schweizer. Ausserdem verkaufen sie sich beim Bewerbungsgespräch besser.» Dazu komme, dass deutsche Manager aufgrund der hohen Löhne, der tiefen Steuern und der guten Lebensqualität nur allzu gerne in die Schweiz ziehen.

Deutsche Frauen laufen Schweizerinnen den Rang ab

Personalvermittler Heinz Züttel fügt hinzu, dass deutsche Chefs ihre Mitarbeiter besonders motivieren, weil sie sich selbst nicht schonten – «weder gesundheitlich noch familiär». Entsprechend lässt sich wohl auch die Erkenntnis werten, dass deutsche Frauen den Schweizerinnen den Rang ablaufen, was Kaderpositionen betrifft. Während heute im Verhältnis zu den Männern 24 Prozent mehr deutsche Managerinnen in der Schweiz arbeiten als noch vor zehn Jahren, hat die Zahl der Schweizer Managerinnen in dieser Zeit um 6,8 Prozent abgenommen.

(ahi)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

... arbeite ich problemlos mit Deutschen und auch privat kenne ich etliche und kann nur sagen, Trottel gibt es überall. Wenn ich Unternehmer wäre, würde ich qualifiziertes Personal einstellen. Wenn es darunter keine guten Schweizer gibt, dann halt von ausserhalb. Wir brauchen ausländische Arbeitnehmer, sonst müssten wir für Bier und Kaffee über 8 Fr. zahlen. Wo eigentlich ist das Problem? – Luigi Delfini

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denker am 07.05.2012 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie krank ist denn das???

    ...besonders motivierend, weil sie sich selbst nicht schonten- werder gesundheitlich noch familiär...(Ende Zitat) Solche Menschen sollen motivierend sein? Solche Menschen sollen eine gesunde Führung unser Ökonomie repräsentieren? Solche Menschen brauchen wir in Führungspositionen??? Na dann gute Nacht und willkommen Burnouts, Unzufriedenheit und höhere Gesundheitskosten!!!

  • Thomas am 07.05.2012 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsch sucht deutsch

    Deutsche stellen Deutsche ein und der Schweizer ist der Depp. So wurden schon ganze Abteilungen in Spitälern eingedeutscht. Erst kommt ein Abteilungsleiter aus Deutschland und 2 Jahre später ist das ganze Team deutsch. Und sagt jetzt nicht es gäbe keine Schweizer die das machen wollen. Die haben nämlich regelmässig das Nachsehen bei Bewerbungen um solche Jobs. Kenne einige Fälle aus dem Bekanntenkreis. In Deutschland kriegen diese Leute keine solchen Jobs und hier glaubt man es seien Halbgötter in weiss. Der Vorgesetzte meiner Kollegin kann nicht mal die elementarsten Eingriffe.

  • Mimo am 07.05.2012 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht nicht

    Super Entwicklung in der Schweiz! Immer mehr Gumihälse in der Schweiz! Warum nur können wir unsere Stellen in der Schweiz nicht mit Schweizern belegen! Mir gibt diese Enteicklung echt zu denken! Wir enteickeln uns immer mehr zu einem zweitem Deutschland!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luigi Delfini am 07.05.2012 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Seit über 40 Jahren ...

    ... arbeite ich problemlos mit Deutschen und auch privat kenne ich etliche und kann nur sagen, Trottel gibt es überall. Wenn ich Unternehmer wäre, würde ich qualifiziertes Personal einstellen. Wenn es darunter keine guten Schweizer gibt, dann halt von ausserhalb. Wir brauchen ausländische Arbeitnehmer, sonst müssten wir für Bier und Kaffee über 8 Fr. zahlen. Wo eigentlich ist das Problem?

  • Anton Mosimann am 07.05.2012 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Ich habe Erfahrungen mit Managern aus sechs verschiedenen Kulturen. Nur bei den deutschen Managern konnte ich beobachten, dass Mobbing als normales Führungswerkzeug erachtet wird. Amis und Engländer können auch knallhart sein, aber meist sachlich und nicht auf die Person zielend. Deutsche Chefs müssen primär spüren, dass man sich unterwirft und sie bauchpinselt und können nur "Ja-Sager" als Mitarbeiter brauchen. Kein Wunder passen sie nicht in die CH-Arbeitskultur und sind im Normalfall äusserst unbeliebt.

  • Tom S. am 07.05.2012 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Made in Germany kommt

    Der Deutsche Manager hat zwei essentielle Job-Vorteile: 1. Er zählt zu keinem Filz und muss es nur dem Aktionär oder VR recht machen - sonst keinem. Alles ohne Wohlfühlkultur - ob über ihn getuschelt wird ist ihm schlicht egal. 2. Er braucht kein Vereinsmeierei Je-ka-mi - Getue. Mal übers Weekend ins Piemont zum Ausspannen reicht. ...Volle Pulle und Zahlen sind dem Schweizerli eben neu. Ja, es besteht ein Ansatz, dass die Deutschen Chefs dann auch ihre Weggefährten aus Made in Germany zu sich auf die Teppichetage holen - weil die CH nicht können oder sie ihnen nicht vertrauen!

  • Lisa am 07.05.2012 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche und Stab

    Ja, es sind nicht nur die deutschen Chefs. Die deutschen Chefs bringen auch gleich ihren eigenen deutschen Mitarbeiterstab mit. Seltsamerweise wird in unseren Schweizerischen Grossbetrieben fast nur hochdeutsch gesprochen. Und da will mir noch jemand erzählen, Frau Rickli hat nicht recht.

  • Marc Langenberger am 07.05.2012 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schweizer Frauen gewünscht

    In Deutschland besteht ein Tagesschulsystem und Kinderbetreuungsplätze sind selbstverständlich. Das ermöglicht mehreren Frauen eine Berufskarriere zu starten und dann später z. B. in der Schweiz ins Management. Auch das Schulsystem begünstigt Deutsche. Trotzdem: Schweizer Frauen sollten sich mehr einbringen und für Kaderpositionen und gute Bedingungen ( weiter) kämpfen.