Klimawandel in der Stube

11. Januar 2018 11:33; Akt: 11.01.2018 16:50 Print

Schweizer heizen in ihren Wohnungen immer stärker

von Isabel Strassheim - In den Stuben steigt die durchschnittliche Heiztemperatur mehr und mehr an. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

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Weil die Leute die Heizung immer mehr aufdrehen, findet der Klimawandel auch in Schweizer Wohnungen statt. Die durchschnittliche Raumtemperatur im Winter ist in den letzten Jahren tendenziell gestiegen. «Und sie nimmt weiter zu», sagt Robert Diana vom Gebäudetechnikverband Suissetec zu 20 Minuten.

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Die Normtemperatur für Schweizer Wohnungen im Winter liegt zwischen 20 und 21 Grad. Die Normenkommissionen prüfen periodisch die Aktualität dieser Werte. Ob diese auf 22 bis 23 Grad erhöht werden sollen oder nicht, werde derzeit kontrovers diskutiert, sagt Robert Diana, der den Fachbereich Heizung leitet.

Bequemlichkeit ist einer der Gründe

«Die Leute sind weniger bereit, in der Wohnung im Winter einen Pulli oder warme Socken anzuziehen», sagt Diana. Die Komfortansprüche seien gestiegen. Es gibt allerdings noch weitere Gründe für den Temperaturanstieg: die veränderte Bauweise.

Wohnungen mit raumhohen Fensterfronten haben auch bei einer Temperatur von 21 Grad eine geringere Behaglichkeit, wie Diana erklärt. Die Strahlungswärme von Glas ist niedriger als die von Wänden. Nicht unbedingt die Temperatur, sondern der Strahlungsfaktor macht, dass wir uns wohlfühlen. «Und den bekommen Sie in Räumen mit grossen Fenstern nur durch höhere Temperaturen hin», so Diana.

Denn die Behaglichkeit sei von der Oberflächentemperatur der Bauteile abhängig, die aber sei auch bei noch so gut isolierten Fenstern niedrig. «Die höheren Temperaturen werden aber nicht nur durch heizen erreicht. In neuen Wohnbauten, die hervorragend gedämmt sind, tragen Wärmequellen wie die Beleuchtung zu erhöhten Raumtemperaturen bei.»

Ein Grad wärmer bedeutet sechs Prozent mehr Energie

Natürlich steigt dabei der Energieverbrauch: «Ein Grad mehr oder weniger in der Raumtemperatur macht sechs Prozent mehr oder weniger Heizenergieverbrauch aus», erklärt Sprecherin Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie.

«Niemand soll frieren, aber es ist auch nicht nötig, im Winter im T-Shirt herumzulaufen», sagt Elmar Grosse Ruse vom WWF Schweiz. Die Energiewende werde damit zwar schwieriger, aber sie werde daran nicht scheitern. «Wichtiger ist, das Haus gut zu dämmen und sich von dreckigen Öl- und Gas heizungen zu verabschieden.«

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 11.01.2018 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    wie war das nochmals...?

    ... mit der 2000 Watt Gesellschaft??

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  • Sandra am 11.01.2018 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    genug warm

    ich hab eine Dachwohnung. Bei uns sind die Heizungen ausgestellt da von unten genug Wärme kommt im Winter, im Schnitt 22 Grad. Bei uns gibts jedes Jahr einen zünftigen Bazen an den Heiz- und Nebenkosten zurück.

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  • Marc am 11.01.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    20Grad?

    Nicht gerade gemütlich, will doch nicht mit einer dicken Winterjacke in der Wohnstube hocken, klar 26 Grad müssen es auch nicht sein, aber so zwischen 22-23 Grad dürfen es schon sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • max62 am 13.01.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum soll ich frieren?

    Ich zahle dafür und fertig. Es wird überall soviel Energie vergeudet, fangt dort an, oder besser lasst es bleiben, richtige Ideen, ausser den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, haben die Spinner sowieso nicht.

  • Pascal Allemann am 13.01.2018 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20 grad reichen völlig aus

    Ich mag es eher kühl in der wohnung ich habe meine Heizung immer auf dem Minimum und trotzenden das ich einen Zähler habe müsste ich 200 Franken nachbezahlen.

  • Die polemik am 13.01.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll

    Minergie ist das Zauberwort. 24 grad mit 10 prozent des Energieverbrauchs von früher.

  • Mr. Heizer am 13.01.2018 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Massenmigration vs. Heizenergie

    Gerade wenn es ums Heizen geht kommt man zur Absurdität der Grüner Politik. In einem Privathaushalt gehen Ca. 55 % der Energie fürs Heizen drauf, nur ca. 30 %.... für Mobilität. (Industrie&Gewerbe auch beheizte Gebäude) Uiii, das Auto ganz ganz Böse... Primärziel Nr. 1. Aber dann Massenmigration?? Ja, unbedingt. Je weiter Südlich sie wohnen, umso weniger müssen Sie Heizen. Weshalb sind dann die Linken Klimaaktivisten so geil drauf, Menschen aus dem Süden in den Norden zu bringen?? Wo sie isolierte Infrastruktur und viel Heizeenergie brauchen?? Absurd.

  • ShenShen am 13.01.2018 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sandwich

    Ich heize nie! Ich hab das Glück, im 8. Stock eines 10-stöckigen Gebäudes zu wohnen. Da bin ich mitten im Sandwich und werde von oben und unten mitbeheizt! Echt praktisch!