Von Belair zurück zu Balair

20. Oktober 2017 08:46; Akt: 20.10.2017 08:46 Print

Investor will mit Schweizer Balair neu durchstarten

Die in Liquidation stehende Air-Berlin-Tochter Belair soll wieder abheben – unter der Traditionsmarke Balair. Dahinter könnte Milliardär Hansjörg Wyss stecken.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zusammen mit dem deutschen Mutterkonzern Air Berlin wurde die Schweizer Tochter Belair im Spätsommer in die Liquidation geschickt. Die Zukunft der Piloten und Flight Attandants des Ferienfliegers ist ungewiss. Arbeitslosigkeit droht.

Umfrage
Soll die Marke Balair wiederbelebt werden?

Nun gibt es Hoffnung: Ein Investor will offenbar mit Teilen von Belair eine neue Gesellschaft gründen. Deren Flugzeuge sollen wieder unter der traditionsträchtigen Marke Balair – nicht zu verwechseln mit Belair – abheben. Das schreibt die «Handelszeitung» unter Berufung auf Insider. Unklar ist, wer der Investor ist.

Angst vor dem Scheitern

Beim Investor könnte es sich aber um den Schweizer Medtech-Milliardär Hansjörg Wyss handeln. Seine Firma Air Service Basel ist im Besitz der Marken-Rechte von Balair. Das Unternehmen bietet auf dem Basler Flughafen Unterhaltsdienste an und registrierte die Marke der traditionellen Balair für ihren Geschäftsbereich, ohne sie aktiv zu nutzen, wie die «Handelszeitung» weiter schreibt. Weder Air Service Basel noch Wyss’ Anwalt wollten sich zu allfälligen Plänen äussern.

Gemäss der Zeitung soll es bereits eine Präsentation der Pläne gegeben haben. Das bestätigt eine Quelle auch 20 Minuten. Mindestens ein Teil der Belegschaft sei über die Pläne informiert worden. Offenbar hätten aber Unsicherheiten und Probleme in den Finanzbüchern die Unterzeichnung eines Vertrags vorerst verhindert.

Air-Berlin-Sanierer entscheidet

Über die Pläne wollten informierte Mitarbeiter im Detail nicht reden. Der Grund: Sie haben Angst, dass das Vorhaben scheitert und Hunderte auf der Strasse stehen.

Wie nun 20 Minuten weiss: Eine Vereinbarung mit dem neuen Investor wird täglich oder gar stündlich erwartet, die Verträge sind ausgehandelt. Die Entscheidung liegt jetzt beim deutschen Air-Berlin-Sanierer Frank Kebekus: Entweder gibt er grünes Licht oder leitet eine geordnete Schliessung ein.

Basler Treuhänder dürfte mitreden

Bei einer Wiederauferstehung von der Traditionsmarke Balair dürfte auch Christian C. Moesch ein Wörtchen mitreden. Der Basler Treuhänder und Aviatik-Interessierte hat vor rund einem Jahr die Marke Balair neu für Flugdienstleistungen eintragen lassen. Er habe damals entdeckt, dass die Marke zu haben sei. Da habe er einfach mal zugegriffen, sagt er zu 20 Minuten. Wegen eines Neustarts habe sich aber bisher noch niemand bei ihm gemeldet.

Flugzeuge mit dem Schriftzug Balair flogen zum letzten Mal durch Europa, als die Marke noch der Swissair gehörte. Nach deren Grounding kaufte die Migros-Tochter Hotelplan die Gesellschaft auf und liess sie unter dem Namen Belair weiterfliegen. Seit 2009 war sie vollständig im Besitz von Air Berlin und flog zuletzt nur noch mit der Bemalung des Mutterkonzerns.

(dob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Regina am 20.10.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg durch echte Swissness

    Die Schweizer lechzen nach einer reinen Schweizer Fluggesellschaft. Sollte sie diesem Wunsch nachkommen können, wird sie bestimmt Erfolg haben. Eine ehemalige Balair Mitarbeiterin.

    einklappen einklappen
  • Patrick N. am 20.10.2017 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die guten alten Zeiten!

    Würde gerne in der Premiumklasse wieder mit Belair fliegen. Früher war der Service ausgezeichnet!

    einklappen einklappen
  • Roman Rebitz am 20.10.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Branchenkenner gefragt

    Was ist eigentlich für Investoren und Superreiche so interessant an dieser Branche ? Scheint ja ein hartes Geschäft zu sein und die Gegenspieler sind z.T. staatlich subventionierte Airlines, der Spritpreis ist auch nicht gerade verlässlich und mit einem Fünfer an Investitionen kann man auch nicht starten. Kennt sich da jemand aus ? Wäre mal interessant zu erfahren.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fraz am 21.10.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träumen erlaubt

    Mein erster Gedanke: Kann sich nur um einen Chinesen handeln... Aber wie schön, es könnte ein Schweizer sein! Das wäre wieder mal etwas für die geschundenen Schweizer Seelen die in unzähligen Dingen Schweiz suchen wo Schweiz drauf steht. Das Rahmtüpfli wäre dann noch: Ein Schweizer Unternehmen mit Schweizer Arbeitskräften. Träumen darf man ja noch.

  • Kloten Nachbar am 21.10.2017 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Noch dümmer..

    Noch dümmer geht es ja wirklich nicht mehr - gibt es nicht schon genug Billig-Airlines, die halb leer und spottbillig herumfliegen und die Umwelt zudröhnen und belasten? Aber wer zuviel Geld hat und dieses um jeden Preis verjubeln will, dem sollten doch die Grenzen aufgezeigt werden.

  • Sabai am 21.10.2017 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte klein aber fein

    Wir brauchen Wettbewerb in der Schweiz, super werde diese Gesellschaft entsprechend unterstützen

  • Roman am 21.10.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja sehr gerne!

    Würde sofort mit Balair fliegen, ich hoff die Preise und Quaöität werden stimmen. Wäre Tolö wieder eine CH zu unterstützen mit CH Qualität

  • Rolf D. am 21.10.2017 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riskant

    Wie wird man Millionär? Man investiert als Milliardär in eine Airline. Good Luck