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Wikileaks
21. Januar 2011 19:00; Akt: 21.01.2011 19:00 Print
Iran finanziert sich mit Drogengeldern
Laut US-Geheimdokumenten ist der Iran der grösste Drogenhändler der Welt. Kräftig in die schmutzigen Geschäfte involviert sind staatliche Behörden.

Iran soll den Grossteil der afghanischen Opiumproduktion aufkaufen und daraus Heroin herstellen. Die Behörden verdienen kräftig mit. (Bild: Keystone)
Das iranische Regime unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad führt das Land mit harter Hand. Zum Abschrecken vor Verbrechen drohen drakonische Strafen. Einem Dieb wird die Hand abgehackt, bei Drogenhandel droht der Tod. Nun zeigt eine ganze Reihe von als geheim klassifizierten, durch Wikileas veröffentlichten Depeschen die Doppelmoral der Mullahs. Sie verdienen kräftig mit am Drogenhandel und tolerieren ihn sogar.
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Der Handel mit Iran
Im Jahr 2010 hat die Schweiz Güter für knapp 700 Millionen Franken nach Iran exportiert und für 41 Millionen Franken importiert. Gegenüber 2009 nahm der Handel damit um rund 63 Millionen Franken ab. Hauptsächliche Exportgüter der Schweiz sind Pharmazeutika, Maschinen und Agrarprodukte.
So steht in einem Eintrag der US-Botschaft in Aserbeidschan, deren zentrale Aufgabe es ist den Iran zu überwachen, Brisantes. Der Drogenhandel zwischen Iran und Aserbeidschan ist in schwindelerregende Höhen geklettert, vermerkte ein Botschaftsmitarbeiter im Sommer 2009. Die Menge des in Aserbeidschan beschlagnahmten Heroins iranischen Ursprungs stieg von 20 Kilo im Jahr 2006 auf annähernd
Irans Sicherheitskräfte kontrollieren den Handel
Die Aufzeichnungen der Botschaft unterstellen, dass der Iran derzeit den Grossteil der afghanischen Opiumproduktion aufkauft (Afghanistan produzierte im Jahr 2008 gemäss Schätzungen 7700 Tonnen Rohopium) und daraus in iranischen Labors Heroin produziert. Laut den Geheimdokumenten sind staatliche Stellen im Iran in den Handel involviert. Brisant ist eine von der Zeitung «Welt» veröffentlichte Depesche aus dem Oktober 2009. Darin zitiert die US-Botschaft den stellvertretenden aserbaidschanischen Aussenminister mit den Worten, dass iranische Sicherheitskräfte den Handel kontrollieren würden. Wenn Aserbeidschan iranische Drogenhändler aufgreife und an Iran ausliefere, würden sie oft wieder freigelassen. Zudem sind laut dem Minister Angehörige der iranischen Sicherheitskräfte am Handel beteiligt und betreiben Labors.
Iran fehlen die Devisen
Dass der staatliche Stellen beim Drogenhandel kräftig mitmischt, hat auch mit dem Uno-Embargo gegen Iran zu tun. Dem Land fehlt es an Devisen. Der Uno-Sicherheitsrat hatte im vergangen Sommer zum vierten Mal Sanktionen gegen den Iran verhängt, weil das Land nicht wie gefordert die Anreicherung von Uran einstellte. Die USA beschlossen im Sommer 2010 jeden Handel, jede Investition sowie das Bankensystem des «Schurkenstaats» vollständig zu blockieren.
Die Sanktionen gegen den Iran verschärft hat diese Woche auch die Schweiz. Sie passt sich damit der EU an. Die Staatengemeinschaft verstärkte die Restriktionen der Handels- und Finanzströme gegen das Regime von Präsident Ahmadinedschad Mitte Oktober 2010. Mit der Anpassung will der Bundesrat einerseits Rechtssicherheit für international tätige Schweizer Unternehmen herstellen und andererseits verhindern, dass die Schweiz als Drehscheibe für die Umgehung der Iran-Sanktionen dient.
(sas)






























