Avenir-Suisse-Studie

04. Oktober 2017 07:27; Akt: 04.10.2017 13:55 Print

Jährlich 70'000 neue Jobs dank Digitalisierung

Laut der Denkfabrik Avenir Suisse werden Roboter nicht zu einer Massenarbeitslosigkeit führen. Im Gegenteil: Dank der Digitalisierung entstehen mehr neue Jobs.

Peter Grünenfelder, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse, nimmt zu den Studienergebnissen Stellung. (Video: pam)
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Durch die Digitalisierung könnten in Zukunft je nach Analyse 5 bis 50 Prozent der Jobs wegfallen. Eine Studie von KV-Schweiz kam etwa zu Schluss, dass in der Schweiz 100'000 Bürojobs gefährdet sind – etwa im Bereich Rechnungswesen, Informatik, Kundenbetreuung und Personalmanagement.

Der wirtschaftsnahe Thinktank Avenir Suisse gibt nun in einer neuen Studie «Wenn die Roboter kommen» Entwarnung. «Von einer Robokalypse zu reden, ist fehl am Platz», so die Studienautoren.

Pro Jahr entstanden 70'000 neue Jobs

Zwar gingen in den letzten zehn Jahren jedes Jahr 15 Prozent der Arbeitsstellen verloren – es würden aber gleichzeitig noch mehr neue geschaffen. Laut Avenir Suisse wurden etwa zwischen 2006 und 2016 stets mehr Jobs geschaffen, als vernichtet wurden: Jährlich wurden laut Avenir Suisse 70'000 Stellen zusätzlich besetzt.

Deshalb folgert Avenir Suisse: «Die Herausforderung besteht nicht in der Schaffung neuer Arbeitsplätze oder der Vermeidung technologiebedingter Arbeitslosigkeit, sondern im Wachstum der Produktivität.» Und hier stellen die Studienautoren Defizite fest, da die Schweizer Produktivität in den letzten Jahren unter dem Durchschnitt der OECD-Länder lag.

Damit es eine «technologisch bedingte Arbeitslosigkeit weiterhin nicht geben wird», schlägt Avenir Suisse eine Deregulierungsoffensive vor. «Mensch und Maschine werden
sich weiterhin ergänzen – vorausgesetzt, Erstere verfügen über
genügend Know-how, um Letztere zu bedienen und begleiten.» Deshalb soll etwa die Bildung gestärkt werden: Der Anteil der Allgemeinbildung in der Berufslehre soll erhöht sowie der Informatikunterricht ab der 5. Klasse eingeführt werden.

Angestellte sollen mehr als 45 Stunden pro Woche arbeiten dürfen

Zudem erneuern die Ökonomen von Avenir Suisse ihre Forderung nach einer Abschaffung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 45 Stunden. Zudem befürwortet Avenir Suisse, dass die tägliche Arbeitszeit bis zu 17 Stunden betragen darf.

Mit Blick auf den digitalen Wandel halten die Autoren fest: «Menschen hören nicht nach Zeitplan auf zu denken, kreativ zu sein oder nach Lösungen zu suchen. Umgekehrt garantieren die Stunden, die sie vor dem Computer oder im Büro verbringen, nicht immer, dass sie diese Zeit auch produktiv einsetzen.»

«Offenes Tor für Burnout und Stresserkrankungen»

Zu völligen anderen Schlussfolgerungen kommen die Gewerkschaften in ihrer neuen Digitalisierungsstudie. Unter dem Vorwand der Digitalisierung bestehe die Gefahr, den «bereits schwachen Arbeitnehmerschutz» nochmals abzubauen. Forderungen wie die Abschaffung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit böten «ein offenes Tor für Burnout und Stresserkrankungen».

Zwar betont auch der Schweizerische Gewerkschaftsbund, dass es trotz Automatisierungen in der Vergangenheit nie zu einer Massenarbeitslosigkeit gekommen sei. Dies sei aber auf den Kampf der Gewerkschaften für höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten zurückzuführen. Damit die Digitalisierung auch in Zukunft den Arbeitnehmenden nützt, fordern die Gewerkschaften verstärkte Kontrollen etwa bei Ruhezeiten, Pausen sowie beim Sonntags- und Nachtarbeitsverbot.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franco am 04.10.2017 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Avenire Suisse

    Nein Danke. Die schauen jetzt echt nur für die Arbeitgeber. Wäre wohl auch in ihrem Sinne die Sklaverei wieder einzuführen ...

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  • Georg Geigenstimmer am 04.10.2017 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumberuf

    Ich wollte schon immer professioneller Entenfänger werden! Leider sind die Enten intelligenter als ich, weshalb ich mich nun mit dem Fangen von Blättern beschäftige!

  • Kate am 04.10.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Jobs?

    Klar! Und Jobs für ältere Leute gibts auch nicht. Kosten halt was und lassen sich nicht ins Bockshorn jagen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Drizzt am 07.10.2017 02:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken

    Besser man würde statt neue Jobs zu schaffen endlich mal den Hausmann/Hausfrau mit Kindern bezahlen und nicht noch geld abnehmen füf Bildung oder Sport. Wieso gibt es nicht z.b pro 5000 einwohner Gemeinde einen staatlichen Sportverein der von den Steuern gezahlt wird und nicht noch separat geld kostet? Wieso um alles in der Welt muss man für ein Studium zahlen wenn man die Anmeldung besteht? Die Gebäude sowie die Lehrpersonen werden von steuern und Gönnern bezahlt. Heute ist alles viel zu undurchsichtig und jeder versteckt das er eigentlich zu viel verdient für nixtun

  • Sergio Mutti am 05.10.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!!!!

    zum Thema keine Arbeit für ältere Menschen......Bei der Firma Nestlé habe ich mit 63 1/2 Jahren noch ein Chance erhalten und einen guten Job erhalten und es stimmt alles!!!!!! Also gibt es das doch noch,auch wenn mir klar ist dass es ganz schwierig wird im Alter, man muss es erwähnen wenn Firmen älteren Mensche die Chance geben!!!!! EIN GROSSES BRAVO und vielen Dank an Nestlé!!!!!!!

  • Rudolf Megert am 05.10.2017 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Robotification nein danke

    Think AGAIN tank sollte das besser heißen!! Denn, abgesehen von robotern ueberall fuer welche es neue jobs braucht um diese zu bedienen und reparieren, die zunehmende roboterisierung hat schon längst auf die Bürokratie eingewirkt, überbezahlte Bürostuhl-Menschen die auch schon wie Roboter agieren - und das wird immer schlimmer, "sprechen Sie mit unseren Robotern, wir sind zu beschäftigt selber mit unseren Robotern zu sprechen", das ist längst schon under online und real world Alltag - und mehr von dem Mist braucht es schon lange nicht mehr, Wie sage ich immer gerne "kick a robo butt today"!

  • Experte am 05.10.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Frei erfunden!

    Die Ergebnisse dieser "Studie" sind aber frei erfunden! Wir wissen bereits heute, dass im KV- und im Informatikbereich in den nächsten 3 - 5 Jahren rund 200'000 Jobs in der Schweiz "verschwinden" werden!

  • Donald Duck am 05.10.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Grober Unfug

    17 Stunden arbeiten, ja? Wenn der sicher nicht ganz billige Laden namens "Avenir Suisse" derartigen Stuss veröffentlichen kann gibt es nur eine Konsequenz: Auflösen, und die Herrschaften beim RAV anmelden, auf dass sie selbst einmal in einer schönen Feldstudie erleben dürfen, wie toll sich Arbeitslosigkeit anfühlt!!!!