US-Notenbank

15. März 2017 19:01; Akt: 15.03.2017 19:45 Print

Janet Yellen dreht an der Zinsschraube

Die Leitzinsen in den USA steigen weiter. US-Notenbankchefin Yellen erhöht um 0,25 Prozentpunkte.

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Machte schon Anfang März in Chicago deutlich: Sie wird die Zinsen weiter erhöhen. Fed-Chefin Janet Yellen am 13. März 2017. (Bild: AP Photo/Andrew Harnik)

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Die US-Zinsen steigen weiter: Plus 0,25 Prozentpunkte auf einen Korridor von 0,75 bis 1,00 Prozent hat Notenbank-Chefin Janet Yellen die Zinsen heute Abend angezogen.

Die Zinserhöhung wurde vom Markt erwartet: Nach entsprechenden Signalen der Währungshüter hatten sich die Finanzmärkte bereits darauf einstellt. Die US-Wirtschaft hat sich weiter stark entwickelt. Die jüngsten Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sind gut und auch die Löhne und Gehälter im Februar sind gestiegen, wenn auch schwächer als erwartet.

Was macht Trump?

Es ist die zweite Zinserhöhung durch die Federal Reserve innerhalb von drei Monaten. Und die Fed will laut ihrem heutigen Ausblick dieses Jahr noch zwei weitere Zinserhöhungen bringen. Trump setzt mit seinen Plänen für die Wirtschaft zwar nicht auf niedrige Zinsen. Aber er möchte einen möglichst schwachen Dollar, damit US-Firmen ihre Produkte günstig ins Ausland verkaufen können.

Lässt Yellen die Zinsen aber in diesem Jahr markant steigen, stärkt das auch den Dollar. Und das ist dann nicht im Sinne der neuen US-Regierung. Denn Einfuhren aus China, Mexiko oder anderen Staaten werden dann durch den Währungseffekt noch günstiger und schwächen die US-Produktion.

Schweizerische Nationalbank dürfte Füsse ruhig halten

Die Notenbank reagiert mit ihrem Schritt auf die rund laufende Konjunktur mit anziehenden Preisen und einem weitgehend leer gefegten Arbeitsmarkt. Im Februar war in den USA die Inflationsrate auf 2,7 Prozent gestiegen von 2,5 Prozent. Die Kerninflationsrate, die die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, fiel erwartungsgemäss von 2,3 Prozent auf 2,2 Prozent. Währungshüter gehen bei einer Inflation von knapp 2 Prozent von stabilen Preisen aus.

Damit untermauert die Inflation die am Mittwoch von der Fed bekanntgegebene geldpolitische Straffung. Die Fed hatte sich 2016 und 2015 noch zurückgehalten und jeweils nur eine Erhöhung gewagt.

Die Schweizerische Nationalbank dürfte jedoch an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom (morgigen) Donnerstag weiterhin die Füsse ruhig halten. Denn die Leitzinserhöhung in den USA ist am Devisenmarkt weitgehend eingepreist. Eine nachhaltige Erstarkung des Dollars erscheint in Finanzkreisen vor diesem Hintergrund fraglich. Entspannung gäbe es erst, wenn auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre extrem expansive Geldpolitik zurückfahren würde.

(jdr/ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ms. Moneypenny am 15.03.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zinsschub für die Pensionskasse?

    Gehen in der Schweiz jetzt auch die Zinsen hoch? Meine Pensionsvorsorge könnte einen Zinsschub gut gebrauchen.

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  • rene w am 15.03.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aufhören

    On der Schweiz könnte man auch endlich mit den Negativzinsen aufhören.

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  • Papa Bär am 15.03.2017 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    ...der Batzen und das Weggli gingen noch nie. Das hat meines Wissens noch niemand wirklich geschafft. Und wenn es über kurz oder lang in die Hosen geht, sieht man wieder ein paar Spekulanten aus den hochgelegenen Fenstern springen. Die bedauernswerten Strassenreiniger. Kommentar aus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Diego am 16.03.2017 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Notenbanken

    sollten wieder unter staatlicher und nicht unter privatwirtschaftlicher Kontrolle stehen. Diese angeblichen Nationalbanken werden von Topbankern aus den grossen Geldhäusern geführt, für die Gewinne eben dieser.

    • Gordon am 16.03.2017 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      bringt nicht

      es spielt keine Rolle wer das "Geld" aus dem nichts schöpft, beides ist Geldfälschung. Die Zentralbanken muss man abschaffen und wieder Goldstandard einführen.

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  • Toni am 15.03.2017 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    zwei Piloten

    Bis jetzt kam mir das ganze Spielchen vor wie wenn zwei Piloten gegeneinander arbeiten. Der eine drückt die Maschine runter, der andere trimmt sie nach oben oder umgekehrt. Und jetzt fangen sich die beiden an zu entspannen. Was dann passiert ist normalerweise, dass die Maschine ausbricht und entweder in den Sturzflug übergeht oder einen Looping macht (bildlich gesprochen) ... bin mal gespannt was die Wirtschaft tun wird oder ob sie's abfangen können.

  • Simplicissimus am 15.03.2017 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Währungsungleichgewicht gleich Soziales Ungleichge

    Ohne mich in Diskussionen einzulassen die mich auf das Niveau von Makro-Ökonomen, Global-Liberale und BIZler herunterzieht: Das heute bestehende Ungleichgewicht entsteht mehrheitlich durch die sozialen Ungleichgewichte in den Verschiedenen Ländern. Nicht nur durch Ineffizienz des Managements oder grosser Transportwege der Ware und/oder fehlender Rohstoffe sind die Warenpreise FOB aus China, Thailand, Peru, Kenya etc. so tief sondern weil wegen der Arbeitskraft in diesen Ländern nicht die sozialen Errungenschaften wie AHV, PK, IV, 4 Wochen Ferien, 42 Std. Woche etc. "eingepreist" müssen.

  • M.G. am 15.03.2017 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird spannend

    Die FED erhöht die Zinsen, die EZB bleibt auf 0% und flutet den Markt weiter mit EUROs. Da bin ich mal gespannt wie Präsident Trump reagiert, denn das macht sein Jobwunder unmöglich. Viel machen kann er nicht es sei denn er riskiert mit hohen Importzöllen einen veritablen Handelskrieg. Dann würde sofort die Retourkutsche aus Brüssel und Peking folgen. Weitere Risiken sind in Südamerika und bei den ostasiatischen Erölproduzenten. Wenn dort die milliardenschweren Pensionsfonds in Franken umgeschichtet werden geht unesre Währung durch die Decke.

    • Malo am 17.03.2017 11:29 Report Diesen Beitrag melden

      ökologischer Schwachsinn

      Ich finde Importzölle gut, das stoppt die Globalisierung. Ich finde es immer wieder schlimm wenn man im Detailhandel Karotten aus Südafrika oder Lammfleisch aus Neuseeland kaufen kann, ökologisch eine Katastrophe. Die Linken müssten auch dafür sein, so fördert man das Elektroauto wenn man nicht mehr so einfach Erdöl importieren kann. Strom haben wir in der Schweiz genug.

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  • marko 32 am 15.03.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Hört doch mal auf zu Drehen