Lohn-Erhebung

17. November 2009 11:00; Akt: 17.11.2009 14:24 Print

Jeder Zweite verdient über 5823 FrankenJeder Zweite verdient über 5823 Franken

Die arbeitende Bevölkerung in der Schweiz verdiente 2008 im Schnitt 5823 Franken. Insbesondere die Topmanager im Finanzsektor legten im Jahr der Finanzkrise noch kräftig zu.

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Der Schweizer Medianlohn stieg 2008 gegenüber 2006 um 2,6 Prozent auf 5823 Franken brutto pro Monat. Das heisst, dass die Hälfte der Arbeitnehmer in der Schweiz verdiente weniger als 5823 Franken und die andere Hälfte mehr. Dies geht aus einer vom Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag veröffentlichten Studie hervor.

Dabei gibt es je nach Branche erhebliche Unterschiede: Am deutlichsten über dem Medianlohn lagen die Saläre der Banken mit 9127 Franken. Dahinter folgen Forschung und Entwicklung (8061 Franken) und die Chemie (7774 Franken). Am unteren Ende finden sich das Textilgewerbe (5026 Franken), die Schuhindustrie (4259 Franken) und die persönlichen Dienstleistungen (3683 Franken).

Kontroverse um Lohnschere

Die 10 Prozent am schlechtesten bezahlten Lohnbezüger verdienten monatlich weniger als 3848 Franken. Die 10 Prozent am besten bezahlten Arbeitnehmer strichen 10'538 Franken ein. Wie bereits in der Berichtperiode 2004 bis 2006 blieb das Verhältnis zwischen den obersten und den untersten 10 Prozent der Löhne in der LSE 2008 stabil: Der Faktor verharrte auf 2,7.

Dabei klaffen die Löhne für Arbeitsstellen mit einem hohen Anforderungsprofil deutlich stärker auseinander. Hier stieg der Faktor zwischen Hoch- und Tieflöhnen seit der letzten Erhebung von 3,5 auf 3,7 an.

Während der Direktor des Arbeitgeberverbandes, Thomas Daum, darauf hinwies, dass die Schweiz deutlich tiefere Werte als die meisten OECD-Staaten habe, hob Daniel Lampart, Ökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), hervor, dass sich die Schere zwischen den Kadersalären und den Löhnen der meisten Angestellten damit trotzdem weiter öffne.

Löhne der Bankkader in der Kritik

Daniel Lampart kritisierte dabei insbesondere die Entwicklung der Kaderlöhne im Finanzsektor. Hier nahm der Medianlohn um 6,5 Prozent auf 9127 Franken zu. Gleichzeitig stiegen die Löhne der Top- Bankkader um 38,8 Prozent auf monatlich 58 333 Franken.

Serge Gaillard, der Leiter der Direktion für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), wies darauf hin, dass die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Löhne dieser Branche erst verzögert zu erwarten seien. Er freue sich aber auf die nächste Erhebung um zu sehen, ob die Boni und Löhne der Topkader in der Rezession nun symmetrisch zurückgingen.

Bonusanteil steigt

Interessant wird auch sein, ob die Finanzkrise den Vormarsch der variablen Lohnbestandteile abbremst. Seit Jahren steigt in der Schweiz die Zahl der Arbeitnehmenden an, die neben ihrem Grundlohn eine Jahresprämie erhalten. Mittlerweile sind es 27,6 Prozent aller Arbeitnehmenden. Der Durchschnitt der jährlich ausbezahlten Boni stieg seit 1998 von 6852 auf 13'068 Franken.

Mit Abstand die höchsten Prämien zahlte 2008 der Finanzsektor: Mittlerweile fast drei Viertel der Angestellten bezogen hier Boni im Schnitt von 45 300 Franken. Für Top-Stellen sind es gar 139 500 Franken. Zum Vergleich der Detailhandel: Hier bezogen 17,1 Prozent der Beschäftigten einen Durchschnittsbonus von 5280 Franken.

Rückgang der Tieflohnstellen

Zufrieden äusserten sich alle Beteiligten darüber, dass die Zahl der Tieflohnstellen mit weniger als 3500 Franken brutto pro Monat weiter zurückgeht. Sie sank von 6,2 im Jahr 2006 auf 5,4 Prozent.

Thomas Daum freute sich speziell darüber, dass diese Entwicklung nicht zu Arbeitsplatzverlusten geführt habe. Auch wenn es unpopulär sei, brauche es aber weiterhin einen Tieflohnsektor, sagte er.

Dem wollen die Gewerkschaften entgegenwirken. Nach Ansicht von Daniel Lampart hätte in den Hochkonjunkturjahren die Zahl der Niedriglohnstellen noch stärker zurückgehen müssen. In zahlreichen Tieflohnbranchen seien die Lohnerhöhungen zudem durch die Teuerung weggefressen worden. Deshalb brauche es eine Mindestlohninitiative.

(sda)

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  • Säschu am 11.01.2010 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem mit Fixlöhnen

    Ich hab kein Problem mit Fixlöhnen - egal ob 5800, 10'000 oder 50'000 im Monat. Wenn der Arbeitgeber gewillt ist dies zu bezahlen ?!? Ich halte nur nichts von Boni die den Fixlohn um ein Mehrfaches übersteigen. Boni 1-3x Monatslohn ist akzeptabel. Mehr ist NIEMAND Wert. Das setzt nur falsche Impulse und fürdert das Shareholder Value Denken das jede Firma, Wirtschaft und Grossteil der Bevölkerung früher oder später in unnötige Probleme stürzt. Genauso sind Verwaltungsräte und andere Mandate absolut überbezahlt und unnötig, da 90% dieser Personen nur kassieren aber nichts dafür leisten.

  • ZL am 20.11.2009 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    ziele setzen!

    man muss sich realistische ziele setzen und dann auch durchziehen. ich habe ursprünglich "nur" das KV gemacht und im 2002 abgeschlossen. vor ca. 2-3 jahren habe ich mir gedanken über die zukunft gemacht und habe mir das ziel gesetzt, dass ich mich 30 jahren 10'000 verdienen will. nun arbeite ich 100%, bin ich an der zweiten weiterbildug (immer samstags) und die dritte ist in planung und bin auf dem guten weg dazu. heutzutage gibt es viele gute leute, will man etwas erreichen, muss man auch etwas zurückstecken (schlussendlich lohnt es sich ja).

  • Rodolfo am 20.11.2009 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Stellenbewerbungen

    Sie spiegeln das Bild dieser Kommentare. Was man in Bewerbungen bzw. Gesprächen bei Vorstellungen alles erlebt, ist oft haarsträubend. Keine Visionen, keine Motivation, nur hohe Gehaltsforderungen. Von Leistungswillen keine Ahnung.

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