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18. Dezember 2012 12:27; Akt: 18.12.2012 15:26 Print

Jeder siebte Schweizer ist von Armut bedroht

Ein hohes Einkommen steigert das Wohlgefühl in zahlreichen Lebensbereichen, wie Wohnsituation oder Gesundheit. Einzig bei der Freizeit sind die Reichen nicht so zufrieden.

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Geld allein macht vielleicht nicht glücklich, aber doch zufriedener. (Bild: Keystone)

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Mit ihrem Leben sind 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung zufrieden. Dies geht aus einer Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) hervor. Grossen Einfluss auf die Beurteilung der Lebensqualität hat die finanzielle Situation, besonders bezüglich Gesundheit und Wohnsituation.

So sind die einkommensschwachen über 50-Jährigen mit ihrem Gesundheitszustand deutlich weniger zufrieden als die wohlhabenden. Laut der am Dienstag veröffentlichten BFS-Erhebung zeigen sich lediglich 52 Prozent der einkommensschwächsten 50- bis 64-Jährigen mit ihrem Gesundheitszustand sehr zufrieden gegenüber 75 Prozent der wohlhabendsten gleichen Alters.

Ausnahme Freizeit

Ein hohes Einkommen steigere die Zufriedenheit in zahlreichen Lebensbereichen, ob in Bezug auf das Leben im Allgemeinen, die finanzielle Situation, das Zusammenleben, die Wohnsituation oder eben die Gesundheit. Einzig bei der vorhandenen Freizeit gehe der Anteil der sehr Zufriedenen mit zunehmendem Einkommen zurück, schreibt das BFS.

Schwierigkeiten, für die notwendigsten Ausgaben aufzukommen, oder nicht in der Lage zu sein, eine unerwartete Ausgabe von 2000 Franken zu tätigen, belasten die Lebenszufriedenheit stark. Nur die Hälfte der Personen (50,9 Prozent), die in einem solchen Haushalt leben, sind mit dem Leben im Allgemeinen sehr zufrieden. Bei den Menschen ohne finanzielle Schwierigkeiten sind es 84,5 Prozent.

Am häufigsten Schwierigkeiten haben Menschen mit niedrigem Bildungsstand, Ausländer sowie Personen in Einelternfamilien. Bei gleicher finanzieller Situation bestehen bei der Beurteilung der Lebensqualität kaum Unterschiede nach Bildungsstand oder Nationalität.

Fast jeder siebte armutsgefährdet

Im Jahr 2011 waren gemäss Definition der EU 14,1 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gelten demnach beispielsweise alleinstehende Personen mit einem verfügbaren monatlichen Einkommen von weniger als 2400 Franken oder Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren mit weniger als 5100 Franken pro Monat.

18,7 Prozent lebten in einem Haushalt, der nicht über die Mittel verfügt, um eine unerwartete Ausgabe von 2000 Franken zu tätigen. Zudem lebten 12,8 Prozent in einem Haushalt, der nach eigenen Angaben Schwierigkeiten hat, für die notwendigsten Ausgaben aufzukommen.

5,6 Prozent gaben an, ihr Vermögen für laufende Ausgaben zu verbrauchen. Bei den Personen ab 65 Jahren war dies laut der Statistik sogar bei 17,2 Prozent der Fall.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michel Zürcher am 18.12.2012 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Müssen erst die Welt retten...

    ...bevor wir uns um uns kümmern können! Klar es gibt Länder und Menschen denen gehts schlechter...aber das ändert nichts an der Situation in der Schweiz! Wenn es einem selber gut geht, würde ich sagen profitieren auch andere davon...

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  • Hilflos am 18.12.2012 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es wäre genug für alle da, aber ...

    die maximale AHV/IV-rente reicht nicht zum Leben, aber wir haben (Steuer)-Gelder um in Italien die Eisenbahn zu finazieren...

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  • Phill am 18.12.2012 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Erschreckend

    Dass es so viele Leute gibt, die bereits eine unerwartete Ausgabe von 2000.- in Schwierigkeiten bringt. Ich würde mich nicht wohl fühlen, hätte ich nicht mindestens ein Konto mit 10000.- für irgendwelche Notfälle.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanne am 18.12.2012 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not

    Viele brauchen/versauen das Geld mit Zigaretten, Alkohol, Ferien und Klamotten im Übermass und Sparen war die letzten Jahre eh verpönt und kleinkariert. Denen will man es am Schluss noch wegnehmen, aber die zahlen sich dumm und dämlich an den Steuern und müssen KEINE zusätzlichen Gelder spenden, ausser die ganz Reichen zu PR-Zwecken! Die Schweiz hat ein funktionierendes Sozialsystem, was nicht heisst, dass jede Sucht und Konsumwahn finanziert wird. Jede Gemeinde hat als extremsten Posten die Sozialausgaben, von der Mittelschicht und den Reichen finanziert! Danke

  • BeBa am 18.12.2012 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fr.20.000.-von den Steuergelder an SRF3 Spendenakt

    DieArmut in derSchweiz nimmt vonJahr zu Jahr zu.Das ist sehr bedenklich,da nicht jedeArmut selbstverschulden ist!Uns "normalen" Bürger wird von denBehörden mit Drohgebärden,wie es bald überall gang u.gäbe ist,eine Steuererhöhung aufgeschwätzt.Gleichzeitig wird tagsdarauf von unserm Stapi,wie es gestern in Luzern geschah von unsern Steuerngelder Fr.20.000.-!!!! an die SFR3 Aktion gespendet!Der Platz vor dem KKL wird erst noch gratis zurVerfügung gestellt!Das stoost manchemBürger sauer auf!Vor ein paar Monaten wollte derStadtrat denHirschpark schliessen,weil Fr.20.000.-anderswo gebraucht werden!

  • Susanne am 18.12.2012 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arm und arm:

    Nur Arme schützen sich mit den Worten: "lieber arm und glücklich", nur ist die Mehrheit nicht arm und auch glücklich! Wie soll es einem glücklich machen, wenn man nicht weiss, womit man die Rechnungen bezahlen soll. Die AHV soll auch gar nicht alleine für die Altersvorsorge reichen! Als Ergänzung gibt es seit Jahrzehnten Pensionskassen oder Säule 3. Nur noch wenige uralte Leute leben noch, welche keine diesbezügliche Absicherung haben. Dass Alleinerziehende (schlecht Ausgebildete..) finanzielle Probleme bekommen, liegt auf der Hand, denn wie soll ein einfacher Lohn plötzlich für 2 Haushalte

  • Ca.Li. am 18.12.2012 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lalala....

    Ja so ist es! Kann ein Lied davon singen! Mitte des Monats nur noch 200.- = keine Weihnachten!!

  • Karl Stüssi am 18.12.2012 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Was bedeutet eigentlich Armut?

    Armutsdefinition: "Eine Armutsquote von 0 % würde bedeuten, dass alle auch die, die nicht arbeiten und auch nicht arbeiten wollen, sowie die, die mit einem geringeren Einkommen zufrieden sind ein Einkommen von zumindest 40 bis 60 % des mittleren Einkommens erhalten." Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es in jedem, auch noch so reichen Land, immer "Arme" geben wird. Armut hat somit nichts mehr Hunger und Entbehrung zu tun, sondern ist (leider?) nur noch eine Frage der Definition. Richtig Arme (3.Welt) würden sich jedenfalls über unsere krankenversicherten, wohl genährten "Armen" wundern.