Sammelbüchsen-Zeit

13. Dezember 2012 17:39; Akt: 13.12.2012 17:56 Print

Jeder zweite Spender gibt mehr als 200 Franken

von Olaf Kunz - Die Spendenbereitschaft ist gross im Lande und die Mehrheit gibt mit offenen Händen. Doch mehr als die Hälfte will vor Weihnachten nichts mehr geben, wie eine Umfrage zeigt.

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Konkurrenz unter Spendenorganisationen: Kinder, Tiere und Umwelt haben die meisten Gönner. (Bild: Keystone)

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Allen Spendenaufrufen, Flyern im Briefkasten oder Menschen mit Sammelbüchsen auf den Strassen zum Trotz: 60 Prozent wollen vor Weihnachten nichts mehr spenden. 11 Prozent sind noch unschlüssig.

29 Prozent hingegen planen, für einen guten Zweck noch etwas zu spenden. Dabei spielt ein schlechtes Gewissen in den meisten Fällen nur eine sehr kleine Rolle – zumindest für drei Viertel der Spendenbereiten. Das zeigt eine nicht repräsentative Umfrage von 20 Minuten Online unter 2572 Internetlesern. Sie offenbart das ganze Dilemma des massiven Werbens für Spenden.

Viele Organisationen haben ein Vertrauensproblem

Der Dezember stellt selbst für Spendenbereite eine grosse Herausforderung dar. Rotes Kreuz, Kindernothilfe, Caritas – die Konkurrenz unter den Organisationen ist enorm. Was einem der gesunde Menschenverstand schon sagt, wird durch die Ergebnisse bestätigt. So sagen 16 Prozent der Befragten: «Meistens kann ich mich nicht entscheiden und gebe dann gar nichts.» Dabei haben gut etablierte Organisationen naturgemäss einen klaren Vorteil. So geben 41 Prozent an, nur für Institutionen zu spenden, die sie gut kennen.

47 Prozent derjenigen, die vor Weihnachten noch spenden wollen sagen, dass sie dies ausschliesslich zweckgebunden tun, also zum Beispiel für Tiere, Umweltschutz oder Kinder. Bei den Präferenzen gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So liegen den Frauen Kinder in Not mehr am Herzen als den Männern. Auch beim Tierschutz (Frauen: 32 Prozent, Männer: 18 Prozent) ist das Mitgefühl unterschiedlich verteilt.

Bei all jenen die nicht spenden wollen, ist nicht Geiz der entscheidende Faktor. Vielmehr stimmen 60 Prozent von ihnen der Aussage zu «Das Geld kommt nicht dort an, wo es soll.» Mehr als die Hälfte glaubt ausserdem, dass «zu viel von den Spendengeldern in der Administration hängen bleibt».

Wie viel Herr und Frau Schweizer gespendet haben

Etwas mehr als ein Drittel hat in diesem Jahr bislang bis zu 100 Franken gespeichert. 17 Prozent zwischen 100 und 200 und 23 Prozent haben zwischen 200 und 500 Franken locker gemacht. 25 Prozent haben mehr als 500 Franken gespendet. Dies geschah überwiegend mit Überweisung, am zweithäufigsten in bar und am dritthäufigsten wurde das Internet als Kanal gewählt.

Die Spendenbereitschaft bei Frauen ist deutlich höher als bei Männern. So haben zwei Drittel der weiblichen Befragten im Verlaufe des Jahres bereits einen Obolus geleistet. Bei den Männern sind es knapp 50 Prozent. Übrigens erhöht es die Spendenbereitschaft enorm, wenn – wie zum Beispiel bei Sosense.org – jeder Franken durch Geldgeber, zum Beispiel Unternehmen, verdoppelt wird. Zumindest für 39 Prozent könnte das ein entscheidendes Argument sein.