Fall Hildebrand

08. Januar 2012 12:20; Akt: 10.01.2012 13:38 Print

Jetzt gerät die «Weltwoche» ins VisierJetzt gerät die «Weltwoche» ins Visier

Der «Fall Hildebrand» entwickelt sich zunehmend zu einem «Fall Weltwoche». Rufe nach einem Strafverfahren gegen die Köppel-Postille werden laut.

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Es bahnt sich das wohl grösste Medien-Beben seit der Hetzjagd des «SonntagsBlicks» gegen den ehemaligen Botschafter in Berlin, Thomas Borer, an: «Die Staatsanwaltschaft muss die ‹Weltwoche› zwingend strafrechtlich verfolgen», fordert Ex-Staatsanwalt und Mafiajäger Paolo Bernasconi in der «SonntagsZeitung».

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Ist die «Weltwoche» mit den Angriffen gegen Hildebrand zu weit gegangen?

Mit den Behauptungen, dass der SNB-Chef Insider-Geschäfte betreibe und Strafanzeige erstattet worden sei, habe sich die «Weltwoche» der «falschen Anschuldigung» schuldig gemacht. Bernasconi wertet die verknüpfte Rücktrittsforderung an Hildebrand zudem als Nötigung.

Vergleich mit News of the World

Einen Schritt weiter geht Ex-NZZ-Redaktor und Banken-Kritiker René Zeyer in einem Kommentar auf der Journalismus-Plattform «Journal 21»: Er vergleicht die Methoden der «Weltwoche» mit denen der mittlerweile eingestellten englischen Skandalzeitung «News of the World».

«Die Parallele liegt auf der Hand. Dem englischen Boulevardblatt brach illegales Handeln das Genick. Angesichts der Verhältnisse bei uns sollte dem Schweizer Boulevardblatt das Verwenden von illegal erhaltenen privaten Kontoinformationen und ihre Ausschmückung mit falschen Vorwürfen das Genick brechen. Das, nachdem schon alle internen Untersuchungen im Vorfeld deren Haltlosigkeit bewiesen hatten. Roger Köppel muss gehen», fordert Zeyer.

Jagdfieber auf der «Weltwoche»-Redaktion

Der getadelte «Weltwoche»-Chefredaktor weilte vergangene Woche in den Skiferien in Klosters. In dessen Abwesenheit recherchierte der kürzlich als Journalist des Jahres ausgezeichnete Redaktor Urs Paul Engeler die Story. Laut «Sonntag» sei in der Abwesenheit des Chefs und Verlegers auf der Redaktion ein «Jagdfieber» ausgebrochen, indem die Geschichte gegen Hildebrand konstruiert worden sei. So sprach etwa ein Redaktor auf seiner Facebook-Seite von einer «Atombombe», die bald hochgehen würde. Das heisst im Journalisten-Slang so viel, wie dass bald die Story des Jahres erscheinen wird.

Jagdfieber hin oder her: Köppel wehrt sich weiterhin mit aller Vehemenz gegen die Vorwürfe: «Die Weltwoche hat aufgedeckt, dass zahlreiche private Devisen- und Aktientransaktionen auf dem Konto von Herrn Hildebrand getätigt wurden - parallel zu brisanten SNB-Entscheidungen. Die Enthüllungen hätten die Nationalbank erstmals gezwungen, Fehler zuzugeben. Von rechtlichen Schritten gegen die «Weltwoche» zeigt sich Köppel unbeeindruckt: «Sollte es zu einem Verfahren kommen, könnte das helfen, dass alle Tatsachen auf den Tisch kämen.»

Der nächste Akt im Fall Hildebrand geht bereits am Montag über die Bühne: Der SNB-Chef will der Wirtschaftskommission des Nationalsrats den E-Mail-Verkehr seiner Frau mit dem Kundenberater der Bank Sarasin offenlegen.

(am)

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  • gelöscht am 09.01.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

    • Marco am 09.01.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      Zum Glück....

      ...habe ich die Ironie in diesem Kommentar noch gefunden :-P

    einklappen einklappen
  • Döme am 09.01.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Macht eure Augen auf

    Ich finds lustig wie Hildebrand bereits der Saubermann ist und auf alle Andern geschossen wird. Vielleicht hat sich Herr Köppel etwas aus dem Fenster gelehnt jedoch nicht so weit wie Familie Hildebrand und das scheint keiner zu begreifen. Wenn einer gehen muss dann Hildebrand ihm kann man momentan nicht vertrauen.

  • Mut braucht es....nicht floskeln am 09.01.2012 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Und tschüssssss....Braveheart der Armen

    Danke Roger, Danke Christoph, und danke an alle Schweizer die täglich ausreichend Zivilcourage haben um Missstände aufzudecken und sich zu stellen. Das Leben ist wesentlich einfacher wenn man nichts unternimmt und einfach walten lässt. Können alle machen. Viel schwieriger ist es sich für die Wahrheit einzusetzten und den Mut haben zur Schweizer Flagge zu stehen. Wenn man im Krieg für Die Wahrheit kämpft muss man mit Verluste rechnen. Lieber Philipp Deine Zeit ist gekommen. Wiederstand ist zwecklos, noch mehr schädigend und kontraproductiv. Dein finalen schrei "Freedom" nützt hier nichsts.

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